Gangelt/Selfkant - „Ich denke nicht“: Kandidat Fischer will nach Selfkant

„Ich denke nicht“: Kandidat Fischer will nach Selfkant

Von: Jan Mönch
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Schon bevor seine Kandidatur überhaupt feststeht, ist Hein Gottfried Fischer siegesgewiss. Das war er allerdings auch schon vor dem aus seiner Sicht weniger erfolgreichen Urnengang in Gangelt. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt/Selfkant. In Gangelt hat es nicht ganz hingehauen, nun soll es der Selfkant sein: Hein Gottfried Fischer, bei der vergangenen Kommunalwahl glückloser Gegenkandidat des alten und neuen Bürgermeisters Bernhard Tholen, will nun auf originellen Wegen in Selfkant Verwaltungschef werden.

Der gebürtig aus Duderstadt stammende Fischer, der in der Vergangenheit nach eigenen Angaben schon als Sozialpädagoge, Zollbeamte und Bofrost-Lieferant tätig gewesen ist, ist in der Gemeinde offenbar bereits jetzt höchst aktiv. Erst am Pfingstwochenende habe er Selfkant besucht, um die potenziellen Wähler auf sich aufmerksam zu machen, auch den Mühlentag in Millen und ein Tüdderner Schützenfest besuchte er im Rahmen seiner Mission bereits. „Ich bin voller Selbstbewusstsein und Optimismus. Es ist wahnsinnig, wie ich im Selfkant ankomme.“ Seine Botschaften versuche er auch durch Körpersprache zu übermitteln.

Fischer hatte in Gangelt als Einzelbewerber durch seine originellen, gleichwohl nicht sonderlich erfolgreichen Wahlkampfmethoden auf sich aufmerksam gemacht. So hatte er sich an vielbefahrenen Straßen aufgebaut und von dort den Autofahrern zugewinkt. Der realsatirische Züge tragende Zweikampf Fischer gegen Tholen hatte sogar ein Fernsehteam der Düsseldorfer TV-Produktionsfirma „Ansager & Schnipselmann“, die für die ARD unter anderem die Polit-Talkshow „Hart aber fair“ produziert, nach Gangelt gelockt.

Die Wähler indes honorierten Fischers Mühen nicht: Bei der Kommunalwahl erhielt er einen Anteil von 14,1 Prozent der gültigen Stimmen, Tholen hingegen 85,9 Prozent. Eine klare Niederlage? Wer so denkt, kennt Fischer nicht: Während Tholen sein Ergebnis gegenüber 2009 „nur“ um knappe fünf Prozent verbessern konnte, sei er schließlich von null auf 14,1 Prozent gekommen. „Ich glaube deshalb, dass ich eigentlich erfolgreicher war als Bernhard Tholen. Er mag das natürlich anders sehen, das verstehe ich.“

Noch ist nichts offiziell. Wenn es Fischer allerdings gelingen sollte, Unterstützungsunterschriften in hinreichender Zahl zu sammeln, kann ihn niemand mehr von einer Kandidatur abhalten. Er würde sich dann natürlich der Frage stellen müssen, was er für Selfkant erreichen will – im Verlauf des Telefonats mit unserer Redaktion nannte Fischer hierzu keinen einzigen Vorschlag. Dafür verriet er: „Ich denke nicht. Das ist doch gerade meine große Stärke. Ich tue ganz einfach, was ich für richtig halte.“

Amtsinhaber Herbert Corsten hatte bislang offengelassen, ob er erneut kandidieren wird.

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