Übach-Palenberg - Hundezählung: Verena Engel ist als Befragerin unterwegs

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Hundezählung: Verena Engel ist als Befragerin unterwegs

Von: Anja Klingbeil
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Welsh Terrier Tino ist angemel
Welsh Terrier Tino ist angemeldet: Und so gibt Herrchen Wolfgang Scholz Hundezählerin Verena Engel gerne Auskunft. Foto: Anja Klingbeil

Übach-Palenberg. Verena Engel weiß nie, was sie hinter der nächsten Tür erwartet. Lebt dort eine junge Familie? Oder ein netter, älterer Herr? Ist derjenige gut gelaunt oder überhaupt schon aufgestanden und raus aus seinem Schlafanzug?

Auf der Liste von Verena Engel stehen lediglich Straße und Hausnummer. Also klingelt Verena Engel. In ihrem Rücken rauschen die Autos über die viel befahrene Roermonder Straße. Eine ältere Dame öffnet die Tür. „Guten Morgen, meine Name ist Verena Engel. Ich bin im Auftrag der Stadt Übach-Palenberg unterwegs. Wir führen eine Haushaltsbefragung durch.”

Hunderte Male spricht die 49-Jährige diesen Satz an einem Tag - stets freundlich, stets mit einem Lächeln auf den Lippen.

An der nächsten Tür öffnet niemand Verena Engel. „Viele Menschen sind ja berufstätig”, sagt sie und macht eine kurze Notiz auf ihrer Liste. Heute Nachmittag oder am Abend wird die 49-Jährige all jene Haushalte noch einmal ansteuern, in denen sie am Vormittag niemanden erreicht hat.

Montags bis Freitags von 10 bis 20 Uhr sowie samstags von 10 bis 17 Uhr ist Verena Engel im Einsatz. Insgesamt fünf Mitarbeiter sind bis Ende Juni im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Legitimiert mit einem Ausweis, ausgestellt von der Stadt Übach-Palenberg. Jeder von ihnen läuft ein bestimmtes Gebiet ab, seine Zeit teilt sich jeder selbst ein.

Schon Ende des Jahres 2000 hatte die Stadt Übach-Palenberg einen externen Dienstleister damit beauftragt, alle Haushalte zu besuchen und zu erfragen, ob und wie viele Hunde dort leben. Ziel war es, nicht angemeldete Vierbeiner ausfindig zu machen.

Das gelang gut. Nun sind die Hundezähler wieder unterwegs. Die Kaarster Firma Dienstleistungen für Kommunen Jürgen Engel hat den Auftrag übernommen.

Die nächste Tür. Dingdong. Und schon ist ein lautes Bellen zu hören. „Das sind bestimmt ein oder zwei Hunde”, sagt Verena Engel, während sie geduldig wartet. Cerstin Flügel öffnet. Für Verena Engel ist an der Pforte Schluss.

Für die Befragung der Haushalte muss sie die Wohnungen und Häuser nicht betreten. Es folgt der wohlbekannte Vorstellungssatz. Cerstin Flügel lächelt: „Ja, ich habe sogar zwei Hunde, zwei Shih Tzus.” Echte Rassehunde also, die im Hintergrund immer noch zu hören sind.

Selbstverständlich sind beide Mini-Vierbeiner ordnungsgemäß angemeldet. „Sofort, als sie bei mir eingezogen sind, habe ich das gemacht”, betont Cerstin Flügel. Und dennoch ist sie nicht so ganz einverstanden mit der Hundesteuer. Sie ist überzeugt davon, dass noch viel mehr Menschen einen Hund aus dem Tierheim oder vom Tierschutz aufnehmen würden, wenn da diese Steuer nicht wäre.

Immerhin 60 Euro pro Jahr kostet es in Übach Palenberg, einen Hund zu halten. Bei zwei Hunden werden daraus 72 Euro pro Tier. Fällt Bello in die Kategorie der so genannten Kampfhunde, schnellt die jährliche Steuer auf 480 Euro pro Jahr.

Bei den Nachbarn von Cerstin Flügel läutet Verena Engel vergeblich. Und so landet wie bei so einigen an diesem Tag der knallgelbe Informationszettel im Briefkasten - mit dem Hinweis auf die Hundezählung und darauf, dass jeder Halter verpflichtet ist, einen neuen Mitbewohner innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme anzumelden.

Um Ausreden sind die Herrchen, denen Verena Engel auf ihren Rundgängen begegnet, meist nicht verlegen. Die wohl ungewöhnlichste, die sie aber je gehört hat, war folgende: „Wieso? Ich muss den Hund doch gar nicht anmelden, der ist ja nur in der Wohnung.”

Und ja, auch beim Rundgang an diesem Morgen in Übach-Palenberg fällt dieser Satz: „Ich habe keinen Hund, ich belle selber”, sagt eine ältere Dame und lächelt. Eine andere ist wiederum so verdutzt, dass sie mit den Worten „Nein, nicht.” Verena Engel die Tür vor der Nase zuschlägt. „Ja, das kommt manchmal auch vor”, sagt die 49-Jährige. Dann schmeißt sie den Infozettel in den Briefkasten.

Die Arbeit an der frischen Luft und die immer wieder überraschenden Begegnungen mit Menschen sind es, die Verena Engel an ihrer Arbeit am meisten Spaß machen. Weniger Freude macht die Arbeit im Büro, wenn die Listen in den Computer eingegeben werden müssen: „Das ist dann für mich die Strafarbeit.”
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