Geilenkirchen - Homo-Ehe: CDU-Mann Heinrich Aretz unterstützt den Kurswechsel

Homo-Ehe: CDU-Mann Heinrich Aretz unterstützt den Kurswechsel

Von: Udo Stüßer
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Geilenkirchen. „Ich bin für jede Lebensform, die man selbst definiert, offen. Ich bin dafür, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu legalisieren und so vor dem Gesetz gleichzustellen, wie heterosexuelle Paare.“ Der Geilenkirchener CDU-Stadtverordnete Leonhard Kuhn, Ortsvorsteher von Flahstraß, Honsdorf, Leiffarth, Müllendorf, und Würm, bezeichnet sich selbst als „sehr liberal“ in seiner Einstellung.

Auch das Ehegattensplitting solle man auf eine Stufe stellen, meint er. Nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare und einer bevorstehenden höchstrichterlichen Entscheidung zur steuerlichen Gleichstellung von Homosexuellen-Ehen und dem Kurs-Wechsel der CDU sorgt die Homo-Ehe für Diskussionen.

Die Geilenkirchener CDU-Stadtverordnete Barbara Slupik bezeichnet dies als „ethisch gewiss sehr komplexes Thema“. Grundsätzlich seien Homosexuelle keine minderwertigeren Menschen als Heterosexuelle.

„Auch, wenn es selbst in heutigen Zeiten leider immer noch Heterosexuelle gibt, die sich für etwas Besseres halten“, sagt sie. Und: „Da ich solche Diskriminierungen absolut unmöglich finde, liegt es nahe, beispielsweise auch Gesetze, die bis dato für Hetero-Ehen galten, auf so genannte Homo-Ehen anzuwenden.“

Natürlich möge es vielen seltsam erscheinen, wenn zwei Frauen oder zwei Männer ein Elternpaar bilden. Aber die Gesellschaft habe sich stark gewandelt. Und ein harmonisches homosexuelles Elternpaar sei für ein Kind gewiss wesentlich besser als ein zerstrittenes, womöglich noch gewalttätiges heterosexuelles Ehepaar.

Auch der Geilenkirchener CDU-Stadtverordnete Wilfried Kleinen steht dem positiv gegenüber. „Wenn ich solch eine Partnerschaft rechtlich anerkenne, muss ich das auch ganz machen. Wer ‚a‘ sagt, muss auch ‚b‘ sagen.“ Der Geilenkirchener CDU-Stadtverordnete und Teverener Ortsvorsteher Hans-Josef Paulus bezeichnet die Diskussion als „schwierige Frage“: „Die CDU hat gute Gründe für ihr Umschwenken. Die Zeiten und Ansichten ändern sich, Politik muss sich weiterentwickeln.“ Die CDU habe anlässlich des Gerichtsurteils eine liberalere Haltung eingenommen und ihre Meinung korrigiert.

Dennoch sei die Frage sehr kompliziert. „Ich toleriere Homosexuelle. Allerdings sind diese Fragen sehr diffizil, wenn es um Familie und Ehe geht.“

Selbst der 81-jährige Gangelter Ehrenbürgermeister Heinrich Aretz, der zu den Konservativen innerhalb der CDU zählt und in seiner aktiven politischen Laufbahn viele Vorträge zu Themen wie Glaube, Sitte, Heimat, Tradition und Ehe gehalten hat, hat festgestellt: „Vieles ist in der Welt anders geworden. Die Jugend glaubt anders, aber schlechter ist sie nicht.“ Er versichert: „Wenn ich zu entscheiden hätte, hätte ich dazu ‚nein‘ gesagt. Aber ich will nicht schlauer sei als die Bundesverfassungsrichter.

Walter Junker, stellvertretender CDU-Stadtverbandsvorsitzender in Übach-Palenberg, meint dazu: „Das Bundesverfassungsgericht hat eine Grundaussage getroffen. Diesen Auftrag hat die Politik nun umzusetzen.“

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