Radarfallen Blitzen Freisteller

Hollywood und Filmmusik: Jessica Schlömers Bachelorarbeit

Von: Silvia Szymanski
Letzte Aktualisierung:
Aus Studienkollegen, Musikern
Aus Studienkollegen, Musikern aus unterschiedlichen Vereinen, Schülern der Realschule Geilenkirchen und anderer Schulen stellte die Musikstudentin Jessica Schlömer für ihre Abschlussarbeit ein 40 Mann starkes Orchester zusammen. Foto: Szymanski

Geilenkirchen. Die Zeiger der Uhr stehen auf zehn. Es herrscht dämmerige Dunkelheit an diesem Morgen. Okay, draußen scheint zwar die launische Sommersonne, aber wir befinden uns hier in der Aula der Städtischen Realschule Geilenkirchen, und die ist für heute ein Kino und Konzertsaal geworden.

Auf der Leinwand am Bühnenhintergrund laufen Ausschnitte legendärer Hollywoodfilme; von der Bühne fluten prächtige symphonische Klänge. Ein Orchester - Blasinstrumente, Flügel, Schlagzeug, Xylofon - hat sich aufgestellt und nimmt uns mit auf eine „Reise in die Welt der Filmmusik”.

Die junge Klarinettistin und Musikstudentin Jessica Schlömer (22) hat sich diese außergewöhnliche Veranstaltung ausgedacht. Für ihren Abschluss an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln wollte sie nicht eine rein theoretische Bachelorarbeit abliefern.

Viel spannender fand sie es, ein reales musikpädagogisches Projekt zu planen und umzusetzen. Mit dem Vorschlag zur Zusammenarbeit wandte sie sich an ihre frühere Schule in Geilenkirchen. Das entpuppte sich als Glücksgriff.

Aus Studienkollegen, Musikern aus der Umgebung aus unterschiedlichen Musikvereinen, Schülern der Realschule und Schülern anderer Schulen, stellte Jessica Schlömer ein vierzig Mann starkes Orchester zusammen. Unterstützt wurde sie dabei von Ursula Schwaner, Musikpädagogin an der Realschule Geilenkirchen; diese nahm auch als Querflötistin an dem Projekt ihrer ehemaligen Schülerin teil.

Mitwirkend im Orchester waren auch die Geilenkirchener Realschüler Jenny Rogler, Bianca Schlömer (die „kleine” Schwester der Initiatorin), Natalie Wacker, Dominik Nieren, Tobias Hirsch, Jamina Al-Hamadi, Viktoria Mittelstädt und Sandra Schielke. Der Aachener Student Benedikt Kaliciak, der am Veranstaltungstag seinen Geburtstag feierte, kümmerte sich um die Technik und Organisatorisches.

Nach zwei langen, intensiven Probewochenenden lag vor der Aufführung viel aufgeregtes Kribbeln in der Luft. Doch zur Nervosität bestand kein Grund: Es lief ganz wunderbar, die 250 Zuschauer im Saal gingen begeistert mit; zum größten Teil waren es Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen fünf bis sieben, auf die das Programm zugeschnitten war.

Zwischen den einzelnen Musikdarbietungen lockerten die Moderatoren Tim Petry und Lisa Solovyova das Programm mit kleinen Interviews und Dialogen auf. Jessica Schlömer stellte dem Publikum lehrreich und unterhaltsam die einzelnen Instrumente vor; Tuba und Posaune, Flöte und Euphonium, Trompete und Xylofon, und die anderen gaben kurze Kostproben.

Filmerinnerungen und Gefühle wurden lebendig, als zu Anfang die Musik aus dem Piratenfilm „Fluch der Karibik” durch den Saal wogte. Auch der nächste Soundtrack musste nicht erst angesagt werden. Schon nach den ersten Takten ging ein verzücktes Raunen durch die Menge. Traumversunken lauschten Schüler und Schülerinnen der Musik der romantischen Filmserie „Twilight”.

Es folgte die großartige, oscargekrönte Musik des amerikanischen Komponisten John Williams zu „Star Wars” (Krieg der Sterne), unterbrochen von einer überraschenden Showeinlage - zwei Jedi-Kämpfer lieferten sich einen Zweikampf mit Lichtschwertern. Auch zur Musik aus dem Film „The Lion King” (König der Löwen) kamen Filmfiguren auf die Bühne - Sänger aus der Musik AG der Realschule hatten sich in Protagonisten des Films verwandelt.

Die hymnische Zugabe „One Moment in Time” der kürzlich verstorbenen Whitney Houston, gesungen von der Moderatorin und Musikstudentin Lisa Solovyova, rundete das Programm ab.

Am Ende hatten die jungen Künstler mit ihrer Huldigung an die Schönheit der Filme und der Musik alle Herzen gewonnen. Beeindruckt bejubelte der Saal die Leistung aller Beteiligten. Gut, dass es noch so engagierten Musikunterricht gibt.

Schuldirektor Peter Pauli stellte zur Recht bei seinen Abschiedsworten auch die verdienstvolle Arbeit Frau Schwaners heraus. Dann durfte er die glücklichen Schüler mit einem unerwarteten „Hitzefrei” in die Sommerferien entlassen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert