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Hochbegabung kann auch zur Last werden

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:
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Hochbegabte Kinder sind wissensdurstig. Sie lesen viel und experimentieren gerne. Die gezielte Förderung der Talente ist für ihre Entwicklung wichtig. Foto: imago

Geilenkirchen. Welche Eltern hätten nicht gerne einen kleinen Einstein zum Kind, einen begabten, hochbegabten Sprössling. Doch diese himmlische Gabe kann auch hier und da zur Last werden - wenn sie nicht erkannt wird und die Talentierten nicht entsprechend gefördert werden.

Liane Trautwein weiß um die Sorgen, die der Umgang mit einem superschlauen Filius mit sich bringen kann. Ihr Sohn gehört zu der Gruppe der Hochbegabten, der 13-jährige Gymnasiast ist ein Ass im Bereich der Naturwissenschaften.

Es war mehr oder weniger ein glücklicher Zufall, der den damals Fünfjährigen als hochbegabt entlarvte. Liane Trautwein erinnert sich: „Im Kindergarten war man der Meinung, dass mein Sohn ADHS-Symptome aufweise. Schließlich riet mir die Kinderärztin, den IQ testen zu lassen.” Und so wurde die besondere Begabung des Sohnes entdeckt. „Nicht wenige Kinder jedoch”, moniert Liane Trautwein, „werden als verhaltensauffällig abgestempelt und bekommen Beruhigungspillen.”

Um das bislang in der Öffentlichkeit nur dürftig beleuchtete Phänomen „Hochbegabung” ins rechte Licht zu rücken, haben sich Väter und Mütter aus dem gesamten Kreisgebiet im Geilenkirchener Elterntreff „Clevere Kids” zusammengetan und unter anderem eine eigene Homepage eingerichtet.

Pfiffige Kinder können die Nerven ihrer Mitbürger durch ihre große Neugier, durch ihren Wissensdrang ziemlich strapazieren. „Hochbegabte können im Kindergarten, in der Schule und im sozialen Umfeld Probleme entwickeln, wenn ihre intellektuellen Bedürfnisse nicht wahrgenommen werden. Die Betroffenen können ihre Talente nicht ausleben. Sie fühlen sich oft unterfordert. Das kann dazu führen, dass der ein oder andere sogar aggressiv reagiert, weil er sich von der Umgebung nicht verstanden fühlt”, erklärt Liane Trautwein.

Die Cleverle zeichnen sich durch sehr früh entwickelte, weit überdurchschnittliche Fähigkeiten und Interessen aus, durch die sie Gleichartigen oft beträchtlich voraus sind. Dies kann den logisch-mathematischen, sprachlichen, musikalischen, bildernisch-künstlerischen, sportlichen und sozialen Bereich umfassen - so nachzulesen auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind, der auch der Geilenkirchener Elterntreff angeschlossen ist. Gut zwei Prozent aller Menschen besitzen eine extrem hohe Intelligenz, der IQ-Wert liegt hier bei 130 - zum Vergleich: etwa zwei Drittel der Bevölkerung haben einen IQ zwischen 85 und 115.

Initiativen wie dem Elterntreff „Clevere Kids” ist es sicherlich zu verdanken, dass in Deutschland die Hochbegabung von Kindern mittlerweile stärker thematisiert wird.
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