Übach-Palenberg - Historischen Wandaltar wieder ans Licht hervorgeholt

Historischen Wandaltar wieder ans Licht hervorgeholt

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Klaus Peters von der finanzierenden Stiftung der Firma Neuman & Esser, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, Restauratorin Vera Krüsel, Hans-Peter Gatzen von der Stadtverwaltung und Pater Konrad Boja freuten sich über das hervorragende Restaurierungsergebnis am Wandaltar in Schloss Zweibrüggen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Es ist ein Eindruck gewesen, der nicht nur dem Liebhaber sakraler Kunst einen Schauer über den Rücken jagte: der alte Wandaltar im Obergeschoss von Schloss Zweibrüggen.

Bei einem Ausschussbesuch am 12. November 2008 machten sich Vertreter von Rat und Verwaltung vor Ort ein erstes Bild von den Zerstörungen, die eine Sanierung des Schlosses in den 1990er-Jahren hinterließ. Wie Hans-Peter Gatzen von der Stadtverwaltung mitteilte, war das Bildnis des Wandaltars damals nicht entdeckt worden, weil es sich unter einer Schicht Tapete befand.

In einer Abstellkammer

So wurden Versorgungsleitungen kurzerhand neben das Bild gelegt, der Stuck - im oberen Bereich mit den Jesus-Initialen „JHS” - versehen, teilweise zerstört und das Bild nur leidlich von dem Wandbelag befreit. So harrte es viele Jahre hinter verschlossenen Türen auf der Balustrade des gern als „gute Stube der Stadt” bezeichneten Schlosses. Spätestens nach der Besichtigung durch den Ausschuss war klar, dass hier etwas geschehen solle, um das seit 1994 im Besitz der Stadt befindliche Schloss als Schmuckstück der Stadt zu erhalten.

„Der Landeskonservator hat in Gesprächen immer wieder bedauert, dass dieser Wandaltar hinter verschlossenen Türen sein Dasein in einer Abstellkammer fristete”, führte Gatzen weiter aus. Damit ist nun Schluss. Diplom-Restauratorin Vera Krüsel aus Düsseldorf nahm sich der Sache an und arbeitete den gesamten Monat März über an der Restaurierung. „Dafür, dass es so lange verdeckt war, ist es in einem guten Zustand”, erzählte sie.

Ein paar Risse, ein paar mechanische Beschädigungen und Substanzverlust am beschädigten Stuck listete sie in einer kurzen Bilanz auf. „Schwierig war vor allem, den Firniss abzulösen, der sich durch die Tapete gebildet hatte”, schloss sie.

Doch nun erstrahlt der Altar in voller Pracht, dank der tatkräftigen Unterstützung durch stadteigene Fachleute wurden auch die „Nebenarbeiten” wie farbliche Ausgestaltung der äußeren Altarteile, das Einbringen von Bodenelementen oder auch die Lackierung der Tür bestens erledigt.

So blickte Klaus Peters von der Firma Neuman & Esser gerne auf das Projekt. Schließlich war es die firmeneigene Stiftung, die sich insbesondere der Förderung der Denkmalpflege in der Industrieregion Aachen verschrieben hat und die als Finanzier der ganzen Aktion auftrat. Wieviel Geld letztendlich in die Restaurierung floss, bliebt unerwähnt. Den Beweggrund, warum der Stadt in dieser Form geholfen wurde, erwähnte Klaus Peters aber gerne.

Der Bevölkerung präsentieren

„Wir fühlen uns sehr wohl in Übach-Palenberg”, sagte er, der den ersten Spatenstich der Maschinenfabrik an der Werkstraße am 1. Juli 1971 selbst mitmachte, „und das Werk wächst und gedeiht”. Der Dank für die enge Verbundenheit des Familienunternehmens Neuman & Esser kam auch von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch.

„Eine wirklich tolle Sache”, unterstrich er und freute sich, den Altar bei künftigen Anlässen der Bevölkerung präsentieren zu können. Welche kulturgeschichtliche Bedeutung er hat, konnte zwar nicht festgestellt werden. Wohl aber ließ es sich Pater Konrad Boja von der katholischen Kirchengemeinde St. Petrus Übach-Palenberg nicht nehmen, den Altar offiziell einzuweihen.
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