Geilenkirchen - Hingebungsvolle, zartherbe und kraftvolle Rhythmen

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Hingebungsvolle, zartherbe und kraftvolle Rhythmen

Von: jg
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Der Musikverein St. Anna Tripsrath lud zur Weltreise. Foto: J. Gottwald

Geilenkirchen. Den meisten ist der Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne ein fester Begriff. Aufgrund einer Stammtischwette versucht der reiche Londoner Gentleman Phileas Fogg, in dieser Frist den Erdball zu umrunden, was ihm schließlich auch gelingt. Offensichtlich ließ sich der Musikverein St. Anna Tripsrath für sein diesjähriges Frühjahrskonzert davon inspirieren und lud die Zuhörer zu einer musikalischen Reise zu den wichtigsten Metropolen der Welt ein.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren fand das Konzert wieder in Tripsrath selbst statt, in der Halle der alten Schule. Die erste Station war Wien, wobei der Musikverein unter der Stabführung seines „Reiseleiters“ Büb Mühlenberg den Marsch „Vienna Festival Music“ intonierte. Dann führte der Weg über 9000 Kilometer nach Ostasien mit dem Stück „Tokyo Adventure“. Der kraftvolle Beginn schilderte das geschäftige Treiben im Hafen- und Geschäftsviertel, danach führten ruhige Bläserklänge in die beschauliche Idylle japanischer Parks und Gärten. Dezente Rhythmen der Holzklapper und zartherbe Quartharmonien verbreiteten typisch fernöstliches Flair, bis die Reprise energisch wieder einsetzte und das Stück mit einer pompösen Coda beschloss.

Mit dem „Entry March of Paris 1814“ ging es dann nach Europa zurück. Diesmal stand ein historisches Ereignis im Mittelpunkt – der Einmarsch der alliierten Truppen in die französische Hauptstadt nach dem Sieg über Napoleon.

So war es kein Wunder, dass zu Beginn „Preußens Gloria“ und ein bekannter englischer Marsch aus der Feder von Edward Elgar zitiert wurden und am Ende die Weise „Heil dir im Siegerkranz“ erklang, die unter dem Text „God save the King“ zur englischen Nationalhymne wurde. Von den Pariser Boulevards war es nicht weit bis zur Lagunenstadt Venedig. In der „Nozze Veneziane“ von Alfred Bösendorfer konnten die Zuhörer eine romantische Traumhochzeit erleben.

Nach dem einleitenden festlichen Hochzeitsmarsch malten sanfte Glockenschläge, ein feierlicher Choral und liebliche Oboen-Soli die mystische Atmosphäre der Kirche „Santa Maria di Miracoli“ hingebungsvoll aus. An die Trauungszeremonie schlossen sich Gondelfahrt und eine temperamentvolle Feier auf dem Marktplatz an, die von stürmischen Tarantella-Rhythmen geprägt war. Beim fünften Haltepunkt „Berliner Leben“ wurde die Bundeshauptstadt besucht; nach diesem von „Berliner Tempo“ erfüllten Konzertmarsch gönnte man dem Publikum eine längere Pause.

Im zweiten Teil des Konzertes flog der Musikverein über den großen Teich nach Amerika und präsentierte den Marsch „The Washington Post“ von J.P. Sousa. Dann stand mit „Night Beat“ eine Stadtrundfahrt durch New York auf dem Programm. Hierbei wurden in Manhattan der nie schlafende Times Square, die schönen Klänge in Chinatown und der Water Front dargestellt, das Farbigenviertel Harlem, das Latin Quarter und der berühmte Broadway durften natürlich nicht fehlen.

Mit „Baker Street“ wurde die turbulente Weltstadt London verkörpert, es folgte mit „The rocky road to Dublin“ ein Stück, dass in irischen Pubs gespielt wird. Einen Abstecher nach Brasilien brachten die „Memories of Sao Paulo“ mit heißen lateinamerikanischen Rhythmen, etwas behäbiger ging es bei der Polka „Schöne Pragerin“ zu, womit man wieder in Mitteleuropa angekommen war.

Von dort war es nur ein Katzensprung nach Wien, wo man beim „Hofkonzert mit Strauss“ der guten alten K.u.K.-Zeit und dem Walzerkönig seine Referenz erwies. Mit dem Infanterie-Regimentsmarsch „Großherzog Friedrich von Baden“ ging die Städtereise in der deutschen Heimat zu Ende. Es großen, anhaltenden Beifall für den Musikverein, der wieder einmal eine hochklassige Leistung hingelegt hatte.

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