Gangelt - Heuler in der Friedenskirche unvermeidbar

Heuler in der Friedenskirche unvermeidbar

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Karl-Heinz Palmen ist einer der vier Organisten der evangelischen Kirchengemeinde. Alle vier haben mit dem Instrument zu Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Keine Orgel ist auch keine Lösung. So könnte man etwas plakativ den Stand der Überlegungen in der evangelischen Kirchengemeinde Gangelt, Selfkant und Waldfeucht zusammenfassen. Es geht um die Orgel in der Friedenskirche, die den Organisten immer mehr Probleme bereitet und in ihrer klanglichen Qualität mehr und mehr nachlässt.

„Man muss kein Kirchenmusiker sein, um den klanglichen Zustand der Orgel einschätzen zu können”, meint Pfarrer Mathias Schoenen. Ein Gottesdienstbesuch reiche, um Seltsames zu erleben. „Wenn es die Orgel so will, dann wird schon das Vorspiel von einem penetranten Dauerton begleitet, der nicht in das Musikstück hinein gehört.” Das liege nun nicht etwa daran, dass der Organist mit seinem Jackenärmel im Manual hängen geblieben sei oder sich einen Finger an den Tasten eingeklemmt habe”, übt sich Pfarrer Schoenen in Sarkasmus.

„Ursache des Dauertones ist der Verschleiß in der Mechanik des Instrumentes.” Wie dieser Heuler entsteht, hat Ulrich Peters, neben Karl-Heinz Palmen, Renate Dirks und Marcel Grein einer der vier Organisten des Gemeindeverbundes, schon 2007 in einem Gutachten beschrieben. Zusammen mit der nicht fachgerechten Verarbeitung, unterschiedlichen Verbindungstechniken und falsch berechneten Trakturverläufen summieren sich die Fehler, die ein präzises Spiel kaum möglich machen, fasste der Dozent für Orgelbau an der Hochschule für Kirchenmusik zusammen.

Einiges sei nicht gut durchdacht und am Ende äußerst kostengünstig zusammen gebaut. Man müsse das nicht alles verstehen, um am Ende zu dem Schluss zu kommen: „Um unsere Orgel steht es nicht gut”, meint Pfarrer Schoenen. Die ehemalige Hausorgel aus der 50-er Jahren wurde nicht als Kirchenorgel konzipiert. 1990 wurde sie für die Friedenskirche erworben und hat auch dort schon einen Umzug hinter sich. Der günstige Preis sei es wohl gewesen, der damals den Ausschlag für den Kauf gab. Schon 2007 stand fest, dass man das Instrument mit einem Zeitwert von rund 8000 Euro nicht mehr repariert. Dafür wäre mindestens die Hälfte dieses Wertes nötig gewesen. Es sollte wieder eine gebraucht Orgel erworben werden.

Trotz Kirchenschließungen und der dauernden Sichtung der Fachpresse konnte aber keine geeinigte Orgel gefunden werden. Entweder waren es die räumlichen oder klanglichen Gegebenheiten, die nicht passten. Das Presbyterium hat sich nun dazu entschlossen, das Thema „neue Orgel” vorrangig zu betreiben.

Erste Rücklagen wurden schon 2008 gebildete, doch ist man meilenweit von der Finanzierung des Projektes entfernt. Eine neue Pfeifenorgel mit acht bis zehn Registern würde mit rund 120.000 Euro zu Buche schlagen. So ist die neue Orgel heute schon eine echte Herausforderung für die Gemeinde, für den Förderverein und die evangelische Stiftung. Vorrangig arbeitet man nun daran, weitere Freunde und Förderer für dieses große Projekt zu finden. Pfarrer Mathias Schoenen würde sich da über viele Meldungen freuen. Die Gottesdienstbesucher warnt er schon einmal vor: „Auch wenn die Lage in Sachen Orgel noch nicht zum Heulen ist, Heuler kommen immer wieder vor!”
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