Übach-Palenberg - Heizleistung für 100 Einfamilienhäuser kann eingespart werden

Heizleistung für 100 Einfamilienhäuser kann eingespart werden

Von: mabie
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Frank Wagner (r.) vom Ingenieurbüro BJT aus Alsdorf erläuterte beim Ortstermin den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses die neue Technik. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Wenn man alles summiert, werden wir so bei rund 100 Einfamilienhäusern sein”: Das sagte Frank Wagner vom Ingenieurbüro für Gebäudetechnik BJT aus Alsdorf, zu den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses. Damit griff der Spezialist zwar ein wenig den noch laufenden Umbauarbeiten vor.

Doch schon jetzt konnten sich die Politiker bei einem Ortstermin von den bisherigen Bauten überzeugen. Denn bereits 2006 wurde eine aus energetischer Sicht dringend erforderliche Neugestaltung der lüftungstechnischen Anlagen in den Turnhallen des Schulzentrums Übach-Palenberg deutlich. Mit dem Baubeginn im September 2009 wurden alle alten Zu- und Abluftgeräte, die noch aus den 1970er-Jahren stammen, abgebaut, komplett überplant und durch neueste, effiziente Technik ersetzt.

Die alte Technik verfügte weder über Wärmegewinnung noch verbrauchsoptimierte Regeltechnik. Dazu setzte der Abluftstrom von circa 80.000 Kubikmetern pro Stunde enorm viel Wärme frei, die mit viel Energieaufwand neu hergestellt werden musste. Im Sanierungskonzept finden hingegen insgesamt sechs Lüftungsgeräte mit integrierter Wärmerückgewinnung Anwendung. Bei einer gegenüber der alten Anlage um 10.000 Kubikmeter pro Stunde gesteigerten Luftleistung benötigt die neue Anlage nur noch rund 600 Kilowatt Heizleistung. Vormals lag die Heizleistung bei etwa 900 Kilowatt, allein die Wärmerückgewinnung spart hier 270 Kilowatt Leistung ein.

Der Einbau der neuen Anlage gestaltete sich nach Auskunft der Spezialisten schwieriger als zunächst angenommen. Dazu werden nun die Abluftströme auf dem Dach mit wetterfesten Kanälen gesammelt und zu einem zentralen Abluftgerät geleitet, in das die Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut ist. Die entzogene Wärme wird vom Träger Luft auf den Träger Wasser gewandelt, in den jeweiligen Kellerbereich gefördert und dort auf die frisch angesaugte Außenluft übertragen. „Geht man von durchschnittlich 1000 Vollbetriebsstunden der Hallen im Jahr aus, ergibt sich somit eine Wärmerückgewinnung von circa 250000 Kilowattstunden pro Jahr”, erklärte Wagner.

Zu klein dimensioniert

Das vermindert die Heizleistung der im Schulzentrum installierten Kesselanlage, die über eine Gesamtleistung von etwa 1,7 Megawatt verfügt. Eigentlich ist diese Anlage zu klein dimensioniert, wird doch für das gesamte Schulzentrum mit der Anbindung des Carolus-Magnus-Gymnasiums eine rechnerische Heizleistung von 2,1 Megawatt benötigt. Doch wenn in diesem Jahr noch die Gebäude der Städtischen Realschule und der Willy-Brandt-Gesamtschule mit neuen Wärmerückgewinnungsanlagen ausgestattet sind, werden insgesamt 400 Kilowatt Kesselleistung und der entsprechende Energieverbrauch eingespart.

Damit reicht die Heizanlage aus und passt sich auch in die in den nächsten Jahren anstehende Wärmedämmung der Gebäude mit ein. Die Einsparungen sind die eine Seite, die Regelungstechnik die andere. Per Datenleitung kann das Schulzentrum vom Übacher Rathaus aus gesteuert werden, was laut Frank Wagner vor allem bei Störungen ein unschätzbarer Vorteil ist. „Keine Störung geht verloren, oft merken Schüler wie Lehrer nicht einmal was davon”, unterstrich der Fachmann.

Zusätzlich trägt auch die an den tatsächlichen Bedarf gekoppelte Steuerung der Lüftungs- und Heizanlage zu weiteren Einsparungen bei. „Während im alten Konzept die Anlagen grundsätzlich mit 100 Prozent Leistung betrieben wurden, erkennt die Halle nun, wie viele Leute tatsächlich drin sind”, schloss Wagner. So rechnete er unterm Strich vor, dass, mit den noch ausstehenden Baumaßnahmen, die sich auf 969.000 Euro summieren, rund 30 bis 40 Prozent Energie oder eben die Heizleistung für 100 normale Einfamilienhäuser eingespart werden kann.
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