Übach-Palenberg - Heilpädagogisches Zentrum hilft mit Handwerk aus Problemlagen

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Heilpädagogisches Zentrum hilft mit Handwerk aus Problemlagen

Von: as
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Ratschläge muss die Chefin nicht mehr ständig geben, aber einen anerkennenden Blick wirft sie gerne einmal auf die Arbeit ihrer Auszubildenden (r.) Suzana Sadrija. Foto: Andrea Schever

Übach-Palenberg. Nicht immer lassen es die Umstände des Lebens zu, dass alles hindernislos verläuft und einem jungen Menschen alle Chancen offen stehen. Dieses Problem erkannte Josef Werny und gründete 1994 das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) in Saeffelen. Eine Gruppe wirkt auch in Übach-Palenberg.

Josef Werny begann seinen heutigen Weg, als er vor knapp 20 Jahren eine Wohngruppe für Mädchen gründete. Dort wollte er Mädchen und jungen Frauen, die zu Hause derartige Probleme hatten, dass sie dort weg mussten, mit einer geeigneten Wohnmöglichkeit und geeigneter Betreuung die Chance bieten, sich weiter zu entwickeln.

Aufgrund der regen Nachfrage blieb es nicht bei dieser einen Gruppe, so dass es heute vier in verschiedenen Städten des Kreises gibt.

Zum Großkonzept des Heilpädagogischen Zentrums gehören neben den Wohngruppen auch drei Betriebe: ein Friseursalon, ein Reisebüro und ein Büroservice. Diese Betriebe, die heute in Übach-Palenberg, Karken und Saeffelen sitzen, entstanden aus der Notwendigkeit heraus.

„Man merkte, dass nicht alle einen entsprechenden Ausbildungsplatz fanden“, erklärt Josef Werny die Widrigkeiten, die nach der Linderung der Probleme dieser jungen Frauen wieder aufkamen. „Ein Mädchen, das keinen Schul- oder Ausbildungsabschluss hat, hat‘s heute schwer.“

Nachteile auffangen

Die Schlussfolgerung war, dass man eigene Betriebe eröffnet, in denen die Mädchen aus den Wohngruppen sowie andere sozial benachteiligte oder behinderte Mädchen und Frauen ausgebildet und qualifiziert werden können.

Zur zweiten Gruppe gehören neben körperlich behinderten Mitarbeiterinnen auch Mädchen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und Lernproblemen.

Sie erbringen zwar in der Praxis sehr gute Leistungen, im theoretischen Teil ihrer Prüfungen brauchen sie auch schon mal zwei Anläufe. „Die Betriebe wollten wir als ‚normale‘ Läden gestalten, die sich wirtschaftlich selbst tragen,“ sagt Josef Werny, „da die Mädchen nur so eine reale Chance in der späteren Welt haben.“

Neben der fachlichen Ausbildung werden die jungen Frauen durch pädagogische Mitarbeiter des HPZ betreut. Die jungen Frauen lernen, dass es normal ist, dass es auch einmal schwierig zufriedenzustellende Kunden gibt. „Das ist halt so“, stellt Vanessa Frauenrath, Auszubildende im Friseursalon des HPZ, fest und geht lächelnd wieder an die Arbeit.

Im HPZ konnten Josef Werny und seine 35 Mitarbeiter in den vergangenen 20 Jahren vielen helfen: Rund 250 Mädchen kamen bisher in den Wohngruppen unter, im Friseursalon, dem ältesten der drei Betriebe, haben mehr als 20 junge Frauen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Und das ist den Initiatoren auch im Reisebüro und im Büroservice gelungen.

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