Übach-Palenberg/Baesweiler - Hauptschule Baesweiler: Suche nach optimaler Lösung

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Hauptschule Baesweiler: Suche nach optimaler Lösung

Von: Robert Baumann und Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg/Baesweiler. Zumindest das steht jetzt fest: Die Tage der Hauptschule in Baesweiler sind offiziell gezählt. Nachdem in diesem Schuljahr mit Ach und Krach eine Eingangsklasse mit 19 Schülern zustande kam, wird es zum kommenden Schuljahr keine mehr geben. Diese Nachricht präsentierte Bürgermeister Dr. Willi Linkens jetzt im Schulausschuss.

Eine dritte weiterführende Schule soll die Stadt dennoch anbieten können. Denn in Sachen Gesamtschule scheint plötzlich ein Schulterschluss mit Übach-Palenberg möglich zu sein. Hinter dem stehen aber noch dicke Fragezeichen.

Anlass zur Hoffnung

Ein so genannter Teilstandort der Willy-Brandt-Gesamtschule könnte künftig im Gebäude der jetzigen Hauptschule geführt werden. Das wäre der erste seiner Art: eine kreisübergreifende Gesamtschule an zwei Standorten gibt es im Land bislang nicht. „Wir stehen da aber erst ganz am Anfang“, betonte Linkens, „erste Gespräche mit der Kölner Bezirksregierung geben Anlass zur Hoffnung.“ Die hat der Stadt zwar wiederholt eine eigene Gesamtschule versagt, weil vor allem die Gesamtschule in Übach-Palenberg die Baesweiler Auspendler braucht, um selbst nicht zu klein zu werden. Aber für einen Teilstandort gilt ein anderes Zahlenwerk. Muss eine eigenständige Gesamtschule mindestens vierzügig sein, reichen für beide Teilstandorte insgesamt sechs Klassen pro Jahrgang. Zum Beispiel drei in Übach-Palenberg und drei in Baesweiler. Diese Schülerzahl könne man erreichen, sagte Linkens. Vorausgesetzt, die bisherigen Gesamtschul-Auspendler aus Baesweiler bleiben künftig in der Stadt. Auch seitens der Gesamtschule in Übach-Palenberg kämen gute Signale. Weil deren Schülerzahl sinkt und sie bald womöglich selbst mit Schülern aus Baesweiler ihre vier Klassen nicht mehr füllen kann, würde auch sie von der neuen Lösung profitieren.

Ein Opfer wird Baesweiler aber bringen müssen: die Realschule. Zwar wird sie in dieser Planung Bestand haben und nicht in eine Sekundarschule umgewandelt. Doch dürfte sie laut Bezirksregierung künftig nicht mehr vierzügig sein, sondern nur noch dreizügig, damit möglichst viel Schüler-Potenzial für den möglichen neuen Baesweiler Teilstandort übrig bleibt. Eine eigene Oberstufe hätte der nicht. Wer sein Abitur machen will, der müsste nach der zehnten Klasse nach Übach-Palenberg wechseln. „Nur so lässt sich bei den Kursen die nötige Wahlvielfalt gewährleisten“, sagte Linkens.

Kommendes Schuljahr

Bei einer Enthaltung der Grünen sprach sich der Schulausschuss dafür aus, die Schaffung des Teilstandortes weiter vorzubereiten. Welche Hürden dabei warten, wird sich zeigen. Läuft alles glatt, könnten schon zum kommenden Schuljahr die ersten Gesamtschüler in Baesweiler lernen.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit

In Übach-Palenberg hielt sich die Auskunftsfreudigkeit zum Thema Teilstandort der Willy-Brandt-Gesamtschule am Freitag stark in Grenzen. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch wollte nur eine schriftliche Stellungnahme abgeben – ohne eventuelle Nachfragen zu beantworten. Die Verantwortlichen der Willy-Brandt-Gesamtschule hielten sich ebenfalls sehr bedeckt. „Es ist noch zu früh, etwas darüber zu sagen“, war das einzige Statement der stellvertretenden Schulleiterin Heike Schlösser.

„Die Städte Baesweiler und Übach-Palenberg wollen ihre Schulentwicklungsplanung auch unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung miteinander abstimmen“, heißt es in der Erklärung von Bürgermeister Jungnitsch. „Entsprechende Gespräche wurden bereits unter der schulfachlichen Beratung der Bezirksregierung Köln geführt. Nun müssen diese Gespräche mit den Schulleitungen fortgesetzt werden.“ Beide Städte hätten erkannt, dass die besten Lösungen für Kinder nur gemeinsam und in vertrauensvoller Zusammenarbeit gefunden werden. Das Ziel sei auf jeden Fall der Erhalt der bestehenden Schulformen in der Stadt Übach-Palenberg, so Jungnitsch weiter. „Hier gilt es aus schulpolitischer und finanzpolitischer Sicht ohne Denkschranken optimale Lösungen im Sinne unserer Kinder zu finden.“

Sicherung der Schulformen

Für die Sicherung der vorhandenen Schulformen unter den Rahmenbedingungen der demografischen Entwicklung sei eine Möglichkeit auch die der Zusammenarbeit mit Schulen außerhalb der Stadt Übach-Palenberg, erklärt der Bürgermeister. Die Gesamtschule der Stadt führe dies schon seit Jahren mit der Gesamtschule Herzogenrath durch. „Selbstverständlich sind auch weitere Modelle einer noch engeren Zusammenarbeit – auch über Kreisgrenzen hinweg – denkbar.“

In einem Workshop sollen alle Möglichkeiten beleuchtet werden. Die Ergebnisse sollen am 13. November im Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales beraten werden.

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