Geilenkirchen-Tripsrath - Harmonien aus verschiedenen Stilepochen im Chorgeist

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Harmonien aus verschiedenen Stilepochen im Chorgeist

Von: Johannes Gottwald
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Der Chor „Vielharmonie” wie
Der Chor „Vielharmonie” wie auch die Solisten mit Stimme oder am Instrument gaben unter dem sicheren Dirigat von Peter Hilla (Bild) ein nachhaltiges Beispiel ihrer Qualitäten. Foto: Gottwald

Geilenkirchen-Tripsrath. „Vielharmonie” nannte sich der Tripsra­ther Gesangverein, der vor Jahren aus dem Kirchenchor der St. Anna-Gemeinde hervorgegangen war. Ein Name, der durchaus Programm war, was auch jüngst wieder bei einem Konzert in der Pfarrkirche des Dorfes unterstrichen wurde.

Der musikalische Bogen reichte vom Barock über die Frühklassik bis hin zur Romantik, so dass den Zuhörern in der Tat eine große Vielfalt an Harmonien und Klängen aus verschiedenen Stilepochen geboten wurde.

Den Auftakt bildete die klangschöne Missa brevis in C-Dur von Johann Ernst Eberlin, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts als Organist und Hofkapellmeister in Salzburg wirkte und noch mit Mozarts Vater Leopold zusammengearbeitet hat.

Bei diesem Vortrag bildeten Chor und Streicher eine vorzügliche Einheit, ebenso bei dem nachfolgenden Magnifikat von Johann Baptist Sternkopf, das stilistisch schon zur Wiener Klassik gehörte. Spürbar traditioneller gab sich das „Salve Regina” von Kilian Krauter. Das war kein Zufall, denn der Komponist gehörte als Zeitgenosse von Eberlin zur Generation der Frühklassiker.

Dagegen zeigte der erste Satz aus dem Klarinettenkonzert des böhmischen Meisters Franz Vinzenz Krommer schon dezente Vorklänge der Romantik, war allerdings etwas langatmig auskomponiert. Hier konnte der erst 16-jährige Joshua Dahlmanns sein Können beweisen und bewältigte den umfangreichen Solopart mit schon erstaunlicher technischer Sicherheit.

Die Kantate „Alles, was ihr tut” von Dietrich Buxtehude zeigte die herbe Schönheit des norddeutschen Barock. Auch hier meisterte die „Vielharmonie” unter dem sicheren Dirigat von Peter Hilla alle stimmlichen und harmonischen Klippen. Die Solopartien waren Robert Pelzer (Bass) und Theo Boomers (Tenor) anvertraut. Eine völlig andere Mentalität trat in der Arie „Pieta, Signore” des italienischen Barockmeisters Alessandro Stradella zutage. Hier gestaltete Theo Boomers sein Tenor-Solo ebenfalls stimmsicher und brachte die südländische Gefühlstiefe sehr gut zum Ausdruck. Alle Stücke wurden auch von Karlheinz Engelen dezent auf der Orgel begleitet. Mit einer Ausnahme: Die kleine Kantate „Ich freue mich im Herrn” von Gottfried August Homilius, der zur Schülergeneration von Johann Sebastian Bach gehörte und in Dresden wirkte, war das einzige a-cappella-Stück des Abends. Auch bei diesem Stück gelang der „Vielharmonie” eine überzeugende Wiedergabe.

Den Ausklang des Konzertes bildete das „Ave Maria” von Gaetano Donizetti, einem bedeutenden Opernkomponisten der Frühromantik, der neben seinen Bühnenwerken aber auch Kirchenmusik schrieb und übrigens - ähnlich wie seine Zeitgenossen Robert Schumann und der Dichter Nikolaus Lenau - am Ende seines Lebens in geistige Umnachtung fiel. Sein „Ave Maria” war bereits von ausgesprochen romantischem Charakter erfüllt und wurde von einem ausgedehnten Tenor-Solo (wiederum Theo Boomers) beherrscht, während dem Chor eine begleitende Funktion zu kam.

Am Ende gab es großen und anhaltenden Beifall für die gelungenen musikalischen Darbietungen. Am Ausgang der Kirche wurde um eine freiwillige Spende zugunsten der Kinderkrebsstation des Aachener Klinikums gebeten, wobei eine ansehnliche Summe zusammen kam.
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