Übach-Palenberg - Gute Pflege nicht in Bürokratie versenken

Gute Pflege nicht in Bürokratie versenken

Von: mh
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Beim Besuch im Altenheim St. Josef nahm sich Staatssekretär Karl-Josef Laumann auch Zeit, einige Wort mit einzelnen Bewohnern zu wechseln. Foto: M. Hahn

Übach-Palenberg. Nach der Auftaktveranstaltung des „Runden Gesundheitstisches“ im April mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte Übach-Palenberg auch bei der zweiten Veranstaltung einen prominenten Gast: Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bundesregierung und ehemaliger CDU-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag.

Zum obligatorischen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt wurde er von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch begrüßt, der einen kurzen Ausblick auch die Übach-Palenberger Situation im Hinblick auf die demografische Entwicklung warf.

Demnach wird nach einer Prognose der Bertelsmann-Stiftung in Übach-Palenberg der Anteil der über 65-Jährigen im Zeitraum von 2011 bis 2030 um 35 Prozent steigen, während der Anstieg bei den über 80-Jährigen im gleichen Zeitraum bei 80 Prozent liegen wird. Wie später auch der Staatssekretär wies der Bürgermeister auf die große Bedeutung hin, die einer größeren Wertschätzung der Pflegeberufe zukommt.

Dass Staatssekretär Laumann das genauso sah, machte er anschließend bei den Besuchen in zwei Altenheimen deutlich. Den Auftakt machte das Altenheim St. Josef in Übach mit seinen insgesamt 88 Bewohnern, wo er von Heimleiter Hans-Werner Quasten, Mitarbeitern und etlichen interessierten Bewohnern empfangen wurde. Wie in vielen Heimen ist auch hier der nicht von Altersdemenz Betroffenen nicht sehr groß. Es gebe keinen Zweifel daran, dass die allgemeine Pflegesituation verbessert werden müsse, sagte Laumann. Das koste jedoch Geld und bedeute, dass die Beiträge der Pflegeversicherung erhöht werden müssen.

Zeit für wirkliche Betreuung

Er sehe eine seiner Aufgaben darin, dafür zu sorgen, dass die Mehreinnahmen auch beim Pflegebereich ankommen und nicht in der Bürokratie verschwinden. Vor allem aber müsse in den Pflegeberufen Schluss mit erzwungen Teilzeitarbeitsstellen sein. Solche sollten nur denen vorbehalten sein, die sie auch wollten, zum Beispiel um mehr Zeit für die Kinderbetreuung zu haben.

Ansonsten aber müsse es jeder Pflegekraft möglich sein, ein volles Gehalt zu verdienen. „Wie soll man sonst junge Leute für den Beruf motivieren?“, fragte Karl-Josef Laumann. Aus der Runde der Bewohner wurde der Punkt „Bürokratie“ als Beispiel aufgegriffen. Die Pflegekräfte seien zu sehr mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt, Zeit für eine wirkliche Betreuung ginge dadurch verloren.

Dafür, dass sich das ändert, will sich Karl-Josef Laumann einsetzen, auch wenn er einräumte, dass gerade der Kampf gegen die Bürokratie ein besonders schwerer sei. Bevor der Staatssekretär zu einer ähnlichen Gesprächsrunde das Heim der Arbeiterwohlfahrt an der Carlstraße besuchte, nahm er sich noch Zeit, sich von einem Bewohners dessen Schicksal schilden zu lassen.

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