Gangelt-Stahe - Grundstein der Kirche wurde vor 100 Jahren gelegt

Grundstein der Kirche wurde vor 100 Jahren gelegt

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Ein Geschichtsbuch, für Generationen geschrieben, hat Willi Geilenkirchen über die Pfarrgemeinde Heiligste Dreifaltigkeit in Stahe zusammengetragen.Auslöser war der Grundstein der Kirche, der im Altarraum gelegt worden war. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Ein Blickfang in der Kirche ist das Kreuzbildnis des Künstlers Klaus Iserlohe. Das Gotteshaus beherbergt etliche Werke dieses Künstlers.

Gangelt-Stahe. „Ich möchte, dass das erhalten bleibt!“ So einfach liest sich die Motivation von Willi Geilenkirchen, der die Geschichte der Pfarrgemeinde Heiligste Dreifaltigkeit in Stahe aufgeschrieben hat. Am Wochenende ab dem 24. Mai feiert man in Stahe das 100-jährige der Pfarrkirche.

Das 20-seitige Heft wird mit dem letzten Pfarrbrief vor dem Fest in der Dreidörfergemeinschaft Stahe, Niederbusch und Hohenbusch verteilt. Den Anlass zu seiner Arbeit fand Willi Geilenkirchen im Grundstein der Kirche, der das Datum vom 6. Juli 1913 trägt.

Seit 25 Jahren kommt aus Sarajevo Vikar Marko Stanusic jeden Sommer in die Gemeinde. Seit vielen Jahren ist er mit der Familie Geilenkirchen befreundet, und eines Tages zeigte der Gast ein Heft mit der Geschichte der Kathedrale in Sarajevo vor.

Wieder ein Mosaikstein in dem noch unscharfen Unterfangen des Willi Geilenkirchen. Zu einer anderen Gelegenheit kam von Diakon Stephan Lütgemeier die Frage, was es denn mit dem „komischen“ Leuchter im Altarraum der Staher Kirche auf sich hat. Da wusste Willi Geilenkirchen nur, dass die Geschichte etwas mit dem Neuen und dem Alten Bund zu tun hat und das Ganze letztendlich mit der Arbeit des Künstlers Klaus Iserlohe (1928-2011) zusammenhängt. Die Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit ist in weiten Teilen von diesem Künstler geprägt.

Jetzt kam Annemarie Jörissen, die langjährige Gemeindereferentin, ins Spiel. Sie hat sich ausführlich mit der Arbeit des Künstlers Iserlohe und den Geschichten rund um die Pfarrkirche beschäftigt.

Der Erhalt der Pfarrkirche und deren Geschichte ist ein langgehegtes Anliegen von Willi Geilenkirchen. Erst als er nach 26 Jahren den Vorsitz des FC Concordia abgegeben hatte, fand er die 1990 die Zeit, sich als Kirchenvorstand einzubringen. „Da müsste man was machen“, war der Urgedanke, als er im Altarraum den besagten 100 Jahre alten Grundstein sah.

Ein Fotograf wurde gesucht, der die Kirche insgesamt und einzelne Ansichten entsprechend ins Bild setzte. Der zugängliche Teil der Kirchenchronik wurde ins Arbeitszimmer getragen, und an vier Sonntagvormittagen brachte Willi Geilenkirchen die Essenz rund um die Kirchengeschichte zu Papier. Wobei das nicht so ganz stimmt. Willi Geilenkirchen ist Rechtsanwalt und arbeitet nicht mit dem Computer. Er ist es in seiner Kanzlei gewohnt, Schriftsätze zu diktieren, die dann abgeschrieben werden.

Seit 1970 selbstständig

Ähnlich ging es im Haus Geilenkirchen zu. Er diktierte, seine Gattin Maria schrieb ab. Es wurde Korrektur gelesen, und doch schlich sich ein Fehler ins Heft: 1970, und nicht wie auf Seite drei geschrieben 1960, wurde man selbstständige Pfarrgemeinde. Da sieht man dann ein bisschen die Verzweiflung über diesen Flüchtigkeitsfehler im Gesicht des Schreibers.

Richtige Überraschungen gab es für den Mann, der seit vielen Jahren die Dorfgeschichte mitschreibt, bei der Recherche nicht. „Gestaunt habe ich über die pingelige Kassenführung des Kirchenrendanten Josef Jansen“, erzählt er und holt das entsprechende Buch hervor.

Sehr außergewöhnliche für die damalige Zeit und heute wohl unvorstellbar die Tatsache, dass die Staher ihre Kirche ohne Zuschüsse, ausschließlich durch Sammlungen (35.000 Reichsmark) und mit viel Eigenleistung errichtet haben. 1966 kam der markante Glockenturm hinzu, der 120.000 Mark gekostet hat und für den es lediglich einen 4000 Mark-Zuschuss der Gemeinde gab. Das sind eindeutige Anzeichen für eine funktionierende Gemeinschaft am Rodebach.

Die Geilenkirchen-Chronik beginnt den Rundgang vor der Kirche und widmet sich dann den wichtigsten Punkten im Gotteshaus bis hin zu den wunderbaren Fenstern im Chorraum und unter der Empore.

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