Großer Widerstand gegen Bau der L240n

Von: mabie
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Spontan füllten sich die eigens ausgelegten Unterschriftenlisten gegen den Bau der L240n quer durch den Herbacher Wald. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Selbst die kühnsten Erwartungen der Bürgerinitiative (BI) gegen die Verlängerung der L240n wurden weit übertroffen. Denn „höchstens 40 bis 50 Leute” erwartete Uwe Röhlen von der BI bei der Informationsveranstaltung am Donnerstag.

Doch der „Blaue Salon” des Stadthotels Werden platzte aus allen Nähten. Die Besucherzahl war auf gut 200 angestiegen. Damit schienen die BI-ler den Menschen aus der Seele zu sprechen, denn die ausgelegten Unterschriftenlisten füllten sich fast von selbst.

Ziel der BI ist es, den Bau der L240n quer durch den Herbacher Wald zu verhindern. Dazu präsentierte Hermann Gendrisch von der Initiative zunächst den aktuellen Sachstand. Denn nach abgeschlossener Umweltverträglichkeitsprüfung und vor der Linienfestlegung würde die derzeitige Trasse die „Hinterhöfe” von Boscheln und Übach rigoros durchschneiden.

Konkret liefe die Landstraße, vermutlich mit einer für Passanten nicht querbaren Fahrbahn, vom Kreisverkehr an der Roermonder Straße quer über die Felder und quer durch das Landschaftsschutzgebiet Herbacher Wald bis zur Dammstraße, später zur Merksteiner Straße.

In einem zweiten Bauabschnitt, der unabhängig vom ersten geplant werde, wie Gendrisch unterstrich, könnte die Trasse dann über Bahn und Wurm auch den Rimburger Wald zerschneiden. Die Gesamtkosten für beide Projekte würden über 18 Millionen Euro verschlingen.

„Diese Straße ist überflüssig”, schloss Gendrisch. Denn zum einen würde sie zwar Entlastungen für das Stadtwegenetz der Stadt Übach-Palenberg bringen. Doch erhebliche verkehrliche Probleme wie zusätzlich Belastungen im Bahnhofsbereich und in Frelenberg durch den Zusatzverkehr der Strecke Aachen-Geilenkirchen seien auch zu erwarten.

Unterschriftenlisten

Vor allem der Punkt, dass die in der Verkehrsplanung aufgeführten Prognosen von einer späteren Fortführung der Verbindung nach Scherpenseel ausgehen und nicht nur den ersten Teilabschnitt betrachten, stoßen der BI sauer auf.

„Alle verkehrspolitischen Argumente der Befürworter sind Kaffeesatzleserei”, machen sie in der selbst finanzierten Broschüre klar. Von den Gästen an diesem Abend ernteten alle Argumente Zustimmung. Insbesondere die Zerschneidung des einmaligen Grüngürtels, der im Herbacher Wald beginne und sich, mit einer kleinen Unterbrechung, am Rathausplatz über die Bergehalde bis nach Marienberg und ins Naherholungsgebiet fortsetze, war für die Anwesenden Grund genug, über das Bauvorhaben den Kopf zu schütteln.

„Wir sind schließlich der Meinung, dass der Bau ökonomisch wie ökologisch nicht vertretbar ist”, schloss Uwe Röhlen unter dem Beifall der Besucher, „da eigentlich niemand so genau weiß, wem diese Straße nutzt”. Die Bürgerinitiative sucht nun noch fleißige Unterstützer.

Es werden bis zum 30. April noch Unterschriftenlisten ausgelegt, Interessierte können sich zudem an die BI selbst wenden. Die Adresse ist: Hermann Gendrisch, Klaus Reinartz und Maria Röhlen, Regewidisstraße 10, 52531 Übach-Palenberg, 02451/46708.
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