Groß ist die Liebe zur alten Technik beim Treckertreffen

Von: Dettmar Fischer
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Die Fahrzeugschau beim Treckertreff in Hochheid präsentierte Schmuckstücke der Landmaschinentechnik vergangener Tage. Foto: Dettmar Fischer
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Das Emblem eines der führenden internationalen Nutzfahrzeughersteller durfte beim Treckertreff nicht fehlen. Foto: Dettmar Fischer
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Jürgen, Andreas und Hans-Willi Scheiff haben ein gemeinsames Hobby: Trecker. Foto: Dettmar Fischer
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Auch der Nachwuchs war schon bei der Sache. Foto: Dettmar Fischer

Geilenkirchen-Hochheid. Männer, die ein Hobby haben, sind glückliche Männer; und Männer, die dieses Hobby auch noch mit anderen Männern teilen können, sind noch glücklicher. Dieses Gefühl lässt sich sogar noch steigern, nämlich dann, wenn der Opa das Hobby an den Vater, der an den Sohn und dieser an den Enkel weitergibt.

Treckersammeln ist solch ein Männerhobby. Die Familie Scheiff betreibt es inzwischen in der vierten Generation und teilte es am Wochenende mit Gleichgesinnten beim Treckertreffen in Hochheid bei Tripsrath.

Der Dorfverein Hochheid und die IG Historische Landmaschinen Selfkant hatten zum dreitägigen Treffen eingeladen. Hans-Willi Scheiff und sein Sohn Jürgen waren mit zwei Lanz-Treckern aus Kirchherten angereist, tuckerten über die Wiese und parkten ein. Schon ganz nah am Steuerrad saß Enkel Andreas.

Der Opa ist leider nicht mehr mit von der Partie, sonst wäre man gerne mit drei Treckern gekommen; lange wird das aber nicht mehr dauern, denn die vierte Generation der Treckerfreunde weiß schon eine ganze Menge über Treckertechnik, zum Beispiel wie man den Motor abschaltet.

Der Lanz D1706 ist der älteste in der Lanz-Sammlung der Scheiffs, die wie viele Treckerfreunde aus der Landwirtschaft kommen und die Liebe zur alten Technik in die Gegenwart gerettet haben. Stephan Jansen aus Straeten war ebenfalls mit Söhnchen und Trecker angereist.

Sohn Simon hatte einen eigenen Kindersitz auf dem Hanomag Perfekt 301 und genoss den Überblick von dort oben sichtlich. Hanomag ist eine der großen Marken im Treckerbau, die auch heute noch viele Liebhaber findet.

Die Hannoversche Maschinenbau AG, 1871 gegründet, baute neben Nutzfahrzeugen auch Pkw. „Ein Eimer Blech, ein Eimer Lack, fertig ist der Hanomag“, rezitierte ein kenntnisreicher Besucher des Treckertreffs. Der Spruch bezog sich natürlich nur auf die Pkw und dürfte bei Treckertreffen eigentlich nicht ausgesprochen werden angesichts der beeindruckenden Exemplare deutschen Nutzfahrzeugbaus.

Stephan Jansens parkt den bislang einzigen Trecker seiner Sammlung gegenüber eines in dunkelblau lackierten Hanomag, der aussah wie aus dem Ei gepellt. Das gute Stück hat Wolfgang Krahe so gekauft, wie er es in Hochheid präsentierte, im Topzustand, ein Augenschmaus.

Die Frage nach dem Preis ließ ihn milde lächeln. „Da gingen schon ein paar Trecker aus meiner Sammlung für drauf“, meinte er vielsagend und fügte hinzu: „Man kann ja doch nur einen fahren.“ Wolfgang Krahe ist Vorsitzender der Treckerfreunde Körrenzig.

Besuche sind Pflicht

Die Teilnahme am Treckertreffen in Hochheid ist sozusagen ein Heimspiel, die gegenseitigen Besuche der Treckerfreunde bei den jeweiligen Festivitäten sind Pflicht. Krahe ist auch im Vorstand des Bundesverbands Historische Landtechnik Deutschland. Er pflegt sein Hobby seit 15 Jahren und verfolgt die Entwicklungen auf dem Oldtimer-Treckermarkt mit gemischten Gefühlen.

Die Preise hätten sich in den vergangenen Jahren enorm nach oben entwickelt. In Hochheid treffen sich aber eher die Treckerfreunde mit den nicht ganz so teuren Fahrzeugen. Peter Kuschel ist Vorsitzender des Dorfvereins Hochheid, der zusammen mit der IG Historische Landmaschinen Selfkant und dessen Vorsitzendem Josef Renkens das traditionsreiche Hochheider Treckertreffen mit viel Engagement ausrichtet.

Er hatte für die Entwicklungen auf dem Treckermarkt den passenden Spruch parat, schmunzelnd sagte er: „Wenn Du früher kein Land hattest, dann war das auch kein Trecker.“

Im „Fahrerlager“ des Hochheider Treckertreffens, wo die Camper nächtigten, ging es gemütlich und kameradschaftlich zu. Viele Stammgäste trafen sich hier. Ludwig Stumm und seine Familie vom Heimatverein Waldenrath waren wieder gerne gekommen. Stumm: „Freunde von anderen Vereinen treffen, das ist es, was dieses Treffen ausmacht. Wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben.“

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