Grenzüberschreitend: Kaiser Karl ist das verbindende Element

Von: Markus Bienwald
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Sie sind von Seiten des CMG in Übach-Palenberg dabei, gemeinsam mit Schülern vom Charlemagne College aus Landgraaf eine App für Aachen zu entwickeln, wobei Karl der Große natürlich nicht fehlen darf (v.l.): Marius Kutschke, Milena Seebald, Jannik Decker, Isabelle Illig, Annika Wunsch, Nele Altana, Anna Fischer, Timon Engelen und SV-Lehrer Christoph Schlagenhof. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg/Landgraaf. Bisher war für die meisten Schüler in Scherpenseel die Welt zu Ende. „Dahinter kommt für die meisten einfach gar nix mehr“, weiß Christoph Schlagenhof, SV-Lehrer am Übach-Palenberger Carolus-Magnus-Gymnasium (CMG). Doch damit ist nun Schluss, denn in einem grenzüberschreitenden Projekt von Schülern der oberen Stufen arbeiten CMGler und ihre niederländischen Altersgenossen vom Charlemagne College in der Partnergemeinde Landgraaf eng zusammen.

„Angefangen hat es damit, dass die beiden Schulleiter sich getroffen und darüber nachgedacht haben, was man gemeinsam auf die Beine stellen könnte“, erzählt Christoph Schlagenhof. Etwas Mobiles sollte es sein, etwas, das Menschen über Grenzen miteinander verbindet, und etwas, das den Schülern liegt. „Eine App war die Lösung“, so der engagierte Lehrer weiter. Über die Verbindungen im Namen der beiden Schulen, die sich beide auf Karl den Großen beziehen, fiel schließlich die Klappe bei der Idee, eine gemeinsame App für Aachen-Besucher zu entwickeln. „Wir wollen den Menschen die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte Aachens mit einer Smartphone-App näherbringen“, sagt Schülerin Anna Fischer.

Bei einem virtuellen Stadtrundgang sollen an markanten Punkten zweisprachige Videos angeboten werden, in denen die Schüler in ihren eigenen Worten etwas zur Geschichte und Entstehung des Ortes erzählen. „Und das in Deutsch und Niederländisch“, wie Annika Wunsch ergänzt.

Dazu ist aber nicht nur geschichtliche Vorarbeit in den Klassen in Deutschland und den Niederlanden vonnöten, auch gemeinsame Arbeitstreffen sind wichtig. Zweimal trafen so deutsche und niederländische Gruppen schon aufeinander, jede von ihnen fungierte einmal als Gastgeber. „Wir können leider kein Niederländisch, obwohl die Holländer alle gutes Deutsch können“, sagt Isabelle Illig und zuckt mit den Schultern. Für die Programmierer wie Timon Engelen, Marius Kutschke oder Jannik Decker war das egal. „Wir programmieren ohnehin in Englisch“, sagen sie. So war die Arbeitssprache schnell gefunden. Der erste Kontakt war übrigens sehr spannend, wie die jungen Übach-Palenberger berichten. „Wir hatten schon ein wenig Angst“, meint Anna Fischer. Die war aber völlig unbegründet, denn die Niederländer erwiesen sich von Anfang an als sehr offen und kontaktfreudig. Und das ging weit über die reinen Treffen und die Zusammenarbeit für die App hinaus, wie alle Beteiligten bestätigen. „Nach dem ersten Meeting war schnell eine WhatsApp-Gruppe gegründet. Am Ende des ersten Tages waren schon 300 Nachrichten ausgetauscht“, weiß Christoph Schlagenhof.

Dabei ging es um weit mehr als nur die Aachen-App. „Die haben jetzt keine Berührungsängste mehr“, sagt Christoph Schlagenhof und hüllt den Mantel des Schweigens über weitere Details. Mit der Arbeit an der App geht es natürlich auch weiter, so wird es am 5. Dezember einen gemeinsamen Termin in Aachen geben, wo dann direkt an den Sehenswürdigkeiten die kleinen, zweisprachigen Videos entstehen und den ganz eigenen Blick der jungen Leute beiderseits der Grenzen auf Aachen zeigen. Dass die gemeinsam entwickelte App am Ende dann vielleicht auch Geld bringen könnte – sie ist Teil eines bilingualen Wettbewerbs, der Preis mit 1000 Euro dotiert – ist für SV-Lehrer Christoph Schlagenhof aber nicht so wichtig. Schließlich sollen die Schulen damit einen ersten Meilenstein in ihrer Zusammenarbeit setzen. „Und vielleicht können wir so dafür sorgen, dass die Welt der Schüler an der Grenze nicht aufhört“, schließt er.

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