Gangelt - Glasfaser: Offene Fragen in vielen Haushalten

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Glasfaser: Offene Fragen in vielen Haushalten

Von: hama
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Auch Karina Schroer hat sich von Bürgermeister Bernhard Tholen und Ortsvorsteher Leo Horrichs beraten lassen und sich dann für den Glasfaseranschluss entschieden. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Die Ortsteile Breberen, Broichhoven und Nachbarheide haben die 40-Prozent-Hürde klar genommen und werden beim Ausbau des Glasfasernetzes in der Gemeinde den Anfang machen. Hastenrath, Gangelt und Mindergangelt haben die 40 Prozent auch erreicht, der Rest der Gemeinde schwächelt noch.

Das zum Ärger derer, die die Möglichkeiten dieser zukunftsweisenden Technik nutzen möchten beziehungsweise beruflich darauf angewiesen sind. Stahe und Niederbusch sind so ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Hier hat sich der Informatiker Stefan Bürgstein einen ganzen Tag lang von Haus zu Haus bewegt und Unterschriften und Argumente von den Leuten gesammelt, die sich schon für die Glasfaser entschieden haben.

Neben Hinweisen zum Projekt wurde ein Flyer auch mit diesen Unterschriften versehen, um den Leuten zu zeigen, dass eben auch der Nachbar sich aus nachvollziehbaren Gründen der Zukunft zuwendet. Offen war Bürgstein bei seiner Tour für Fragen zum Projekt. „Ich habe dann versucht, die wichtigsten Argumente pro Glasfaser in einfachen verständlichen, nichttechnischen Stichpunkten noch einmal zu erläutern.“

Egal, wo man in der Gemeinde frage, stoße man auch auf erhebliche Informationsdefizite in Haushalten, die sich einfach mit der Technik nicht auskennen. Hier, so Bürgstein, müsse sich sicher die Deutsche Glasfaser fragen lassen, ob man den großen Werbeetat nicht sinnvoller vor Ort bei den Bürgern direkt hätte einsetzen können. „Mein Eindruck ist, dass momentan die Stimmung ins Positive kippt“, erzählt Stefan Bürgstein mit Blick auf die gut 20 Prozent in Stahe und Niederbusch, die bisher erst unterschrieben haben.

Einwände dass „so etwas kein Mensch braucht“, oder das beliebte „Zu-teuer“-Argument lassen sich eben leicht widerlegen und mit Gegenargumenten entkräften. „Natürlich würde ich niemanden überreden, der wirklich bislang nur einen einfachen Telefonanschluss hat und dafür unter 20 Euro bezahlt“, so der Informatiker Bürgstein.

Kein Verständnis hat er aber für diejenigen, die jetzt bereits 35 Euro oder mehr für Telefon und Internet ausgeben und dennoch nicht mitmachen, obwohl man für nur maximal fünf Euro mehr im Monat eine um Klassen bessere Leistung bekommt und damit das Dorf noch so nebenbei zukunftsfähig macht. Es sei für die Gemeinde „ein Geschenk, das jetzt ein Anbieter bei uns investieren will. Was wir bald haben könnten, haben viele große Städte nicht, ist neuester Stand der Technik! Wenn wir aber jetzt scheitern, wird sich bei uns auf absehbare Zeit kein weiterer Investor sehen lassen.“

Die Werbeaktion in Stahe geht weiter. Auch Langbroich, Schierwaldenrath und Harzelt zählt erst gut 30 Prozent Glasfaserinteressenten. In Langbroich machten sich jetzt Ortsvorsteher Leo Horrichs und Bürgermeister Bernhard Tholen auf zum Klinkenputzen. „Ich setzte darauf, dass wir gemeindeweit die 40 Prozent schaffen“, zeigt sich der erste Bürger sehr optimistisch. Er will bis zum letzten Tag – die Glasfaseraktion in der Gemeinde ist bis zum 15. März verlängert – mit den Ortsvorstehern für dieses Ziel kämpfen und Überzeugungsarbeit leisten.

Seine Eindrücke aus Langbroich sind dabei schon mehr als positiv. So sieht das auch der Ortsvorsteher Leo Horrichs. Aber auch er ist erstaunt darüber, wie viele Fragen noch offen sind. „Viele haben das mit den Kosten nicht verstanden“, so Horrichs.

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