GKV freut sich über Aufschwung

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Geilenkirchen. Quo vadis Karneval? Wie ist es um die „Fünfte Jahreszeit” angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft bestellt?

Beim Rückblick auf die vergangenen Jahre und Betrachten der aktuellen Situation der Geilenkirchener Narrenzünfte wird deutlich, dass mancher Verein schon aufgegeben hat oder um sein Überleben kämpft, andere gestärkt aus einem kurzfristigen Tief aufgestanden sind und wieder andere überraschend gar keine Probleme haben.

Es hängt viel ab vom Engagement einzelner Vereinsmitglieder und natürlich von der Identifikation der örtlichen Bevölkerung mit dem jecken Brauchtum. Vor acht Jahren waren es noch sieben Karnevalsvereine, die durch das närrische Geilenkirchen schunkelten. 2005 kam das Aus für die KIG Grotenrath.

Mangels Nachwuchs und aufgrund von Personalproblemen gab es seit deren letzter Session 2003/04 keine eigenen Veranstaltungen oder Karnevalszüge mehr. „Alle wollen feiern, nur wenige mit anpacken”, nannte der letzte KIG-Präsident, Bernd Knops, damals den Grund für die offizielle Auflösung zum 31. Dezember 2005.

Die „Schanzeremmele” des Hatterather Karnevalsvereins hatten zu dieser Zeit gerade noch einmal die Kurve bekommen. „Wir sind ein kleiner Verein, und den Austritten stehen keine Eintritte gegenüber”, sagte HKV-Geschäftsführer Peter Hellebrandt damals.

So ist es bis heute geblieben. Ein Prinzenpaar oder Dreigestirn ist alljährlich das Aushängeschild einer närrischen Gemeinschaft, doch zehnmal hintereinander hatten die „Schanzeremmele” kein Prinzenpaar mehr. Bis zu ihrem Jubiläum im vorigen Jahr, als die Hatterather aus Anlass ihres 44-jähriges Bestehens mit Karl-Heinz Beckers den Stadtprinzen stellten.

Mit Ende der Session 2009/10 sind die „Schanzeremmele” aus dem Dachverband aller Karnevalisten in der Stadt - dem Komitee Geilenkirchener Karnevalsgesellschaften (KGKG) - ausgetreten. Seitdem wurden die Hatterather Jecken in der laufenden Session bei keiner Veranstaltung der anderen Karnevalsvereine mehr gesehen.

Das liegt daran, dass nur noch eine Handvoll Karnevalisten die Fahne hochhält und es keinen Nachwuchs gibt. „Wir machen in Zukunft noch unseren Hatterather Karneval und beteiligen uns an den Veranstaltungen in Gillrath”, nennt Peter Hellebrandt die zukünftige Strategie.

In diesem Jahr ziehen die „Schanzeremmele” den AKB-Ball ein letztes Mal auf. Seit Jahren trafen sich alle aktiven Karnevalisten aus dem Stadtgebiet am Freitag nach Aschermittwoch in Hatterath.

„Bei uns geht personell die Kurve nach unten”, hatte Wolfgang Oelsner vor einigen Jahren gesagt. Der Geilenkirchener Karnevalsverein (GKV) kann zwar mit den meisten Zuschauern beim Karnevalszug im Stadtgebiet aufwarten, aber ansonsten musste mit wenigen Gleichgesinnten das Jahresprogramm auf die Beine gestellt werden.

Mit Ach und Krach bekamen die Geilenkirchener im Jahr 2005 noch zehn aktive Mitglieder zusammen. Jetzt erlebt der GKV einen ungeahnten Aufschwung. Voraussichtlich trägt das vor fünf Jahren etablierte Konzept Früchte: Weg von verlustreichen Galasitzungen mit Minimal-Besuch, hin zu gewinnbringenden Zeltveranstaltungen auf dem Marktplatz, lautete die Devise, als Willi Jabusch und Arthur Coenen das Ruder übernahmen.
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