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Gitarrenkonzert des Kulturpreisträgers Reinhold Bohrer

Von: jope
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Prof. Reinhold Bohrer an der Gitarre und Flötist Hermann-Josef Basten wuchsen beim Geburtstagskonzert des „KammerMusikEnsembles” im Schloss Zweibrüggen zu einer kongenialen musikalischen Einheit zusammen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Noch am Morgen hatte der Verein „Freunde der Kammermusik in Übach-Palenberg” viele Glückwünsche und Geschenke zum 40-jährigen Bestehen seiner Konzertreihe entgegengenommen. Am Abend machte er sich ebenfalls im Schloss Zweibrüggen wohl das schönste Jubiläumsgeschenk selbst: ein Gitarrenkonzert des frisch gekürten ersten Übacher Kulturpreisträgers Reinhold Bohrer.

Unterstützt wurde dieser von Hermann-Josef Basten an der Querflöte sowie Musikern des KammermMusikEnsembles (KME). Anstelle des kurzfristig verhinderten Schirmherrn und Landrates Stephan Pusch würdigte Franz Josef Dahlmanns, Leiter der mitveranstaltenden Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg, die Verdienste des Jubelvereins um den Vorsitzenden Hanns-Paul Jouck.

„Nicht nur das äußere und wirtschaftliche Fortkommen prägt eine Persönlichkeit, sondern auch die kulturelle Bildung. Und diese Bildung haben Sie fernab elitärer Förderung in der Breite hier vermittelt”, so Dahlmanns in seiner Ansprache.

Reinhold Bohrers Fähigkeiten als Weltklasse-Gitarrist sind bereits durch einige vorherige Konzerte in seiner alten Heimat bekannt. Doch die städtische Ehrung wenige Stunden zuvor schien den in Nordspanien lebenden Boschelner noch ein Stück mehr „beflügelt” zu haben, wie seine Anmoderationen und seine kleinen Dialoge mit dem Publikum sowie sein emotionaler Gesang zum Gitarrenspiel zeigten.

Zudem hatte er mit Hermann-Josef Basten, dem studierten ersten Querflötisten des KME, einen weiteren Vollblutmusiker mit ins Programm-Boot genommen.

Dass Reinhold Bohrer nicht nur Wahl-Spanier ist, sondern die Musik seiner neuen Heimat verinnerlicht und in seinem Spiel geistig durchdrungen hat, machte er besonders gelungen bei der Solo-Interpretation galizischer und asturischer Volkslieder deutlich.

Die geschichtsgetränkte Poesie ließ einen die Eigenart dieser nördlichen Provinzen gegenüber der Zentrale Madrid, ihre Autonomiebestrebungen im Bürgerkrieg nachempfinden. Und den harten Alltag der Bergleute! „Es gab da Gemeinsamkeiten zwischen asturischen Dörfern und Übach-Palenberg”, schlug Bohrer eine Brücke von der alten und neuen Heimat. Und fügte hinzu: „Sie müssen sich bei den asturischen Hymnen den Dudelsack dazudenken”. Nordspanien ist nämlich auch von keltischer Musik beeinflusst. Diese vermutet man schon eher in Irland, der Bretagne oder der Provence -und solche Klänge meinte man im „Taffel Consort” von Thomas Simpson aus dem Jahre 1621 zu vernehmen.

In den Sätzen „Ballet”, „Mascarada” und „Volta” vereinte sich die Gitarre von Reinhold Bohrer mit den Streichinstrumenten des des KME. Homogen und präzise im Wechsel zwischen den schnellen Ecksätzen und dem getragenen Andante largo gelang zum Finale das Gitarrenkonzert D-Dur von Antonio Vivaldi.

Mit Primgeiger Georg Vorhagen und der kongenial zur Gitarre aufspielenden Cembalisten Ireen Mommertz als Routiniers sowie den jungen Streichern Daniel Herchenbach und Elisa Peschen wurde das gelungene Miteinander der Generationen im KME hörbar.

Das beifallfreudige und eine Zugabe erheischende Publikum wurde auch in das Programm einbezogen: Reinhold Bohrer machte mit den Zuhörern einen Spanisch-Schnellkurs, der in ein gemeinsames Lied einmündete.
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