Gepflegter Bläserklang zur Feier

Von: jope
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Die Stuttgarter Kammersolisten begeisterten mit ihrer festlichen Bläserserenade das Publikum in Schloss Zweibrüggen. Foto: agsb

Übach-Palenberg. Das Eröffnungskonzert 2010/2011 der „Freunde der Kammermusik Übach-Palenberg” hat die passende Festmusik zur Feier der zehnjährigen Partnerschaft zwischen der Stadt Übach-Palenberg und der niederländischen Gemeinde Landgraaf gebildet.

Seit Kurzem sitzt die Stadt Übach-Palenberg mit im Boot dieser Konzertreihe.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der schon seit längerer Zeit Besucher und nun auch Anmoderator dieser Konzerte ist, saß dabei in der ersten Stuhlreihe von Schloss Zweibrüggen neben seinem Landgraafer Amtskollegen Bert Janssen.

Festatmosphäre

Jungnitsch hieß unter den Besucher dann noch besonders die entscheidenden Personen der Veranstalter willkommen: den Vorsitzenden Hanns-Paul Jouck für die Kammermusik-Freunde und den Kulturbeauftragte Ingo Rümke für die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg. „Feuerwerksmusik” und „Wassermusik” von Händel sowie anderes in der Musikgeschichte mehr: Zur Festatmosphäre jedweder Art gehört gepflegter Bläserklang. Und für den sorgten die Stuttgarter Kammersolisten bei der „Festlichen Bläserserenade” nicht zu knapp.

Faszinierend war die leichte Art, mit welcher der künstlerische Leiter Oliver Hasenzahl durch das Programm führte: locker, aber fundiert und das Ohr der Besucher auf manches Detail lenkend.

Nach der Ouvertüre aus der Mozart-Oper „Die Zauberflöte” bildete das Quintett Es-Dur opus 103 von Ludwig van Beethoven den ersten Höhepunkt des Abends. Wie bei den Sinfonien und Klavier-Konzerten, so hat Beethoven auch bei den kammermusikalischen Formationen bei Wahrung überkommener Formen deren Inhalt und Gefühlsreichtum enorm geweitet.

Dies ließ auch die exzellente Interpretation des Quintetts mit dem verschmitzten Menuett und dem turbulent-virtuosen Presto hörbar werden. Reizvoll dann der Abschluss des ersten Programmteils mit dem rhyhthmisch vertrackten, aber bestens gemeisterten „Slawischen Tanz g-moll” von Antonin Dvorak.

Dänischer Spätromantiker

Der dänische Spätromantiker Carl Nielsen widersprach der weitläufigen Meinung, die Tiefe des Gefühls ließe sich weit besser durch Streicher denn durch Bläser ausdrücken.

Mit dem Quintett opus 43 lieferten die Stuttgarter Kammersolisten den Beweis für die Richtigkeit der Nielsen-Auffassung. Dies galt vor allem für den Schluss-Satz „Praeludium -ÊTema con variatione”: von den die gequälte Kreatur vorstellenden Dissonanzen zu Beginn bis hin zum alle Kämpfe auflösenden prächtigen Choral „Mein Jesus lass mein Herz Dichlieben”.

Ihre solistischen Qualitäten stellten die Stuttgarter beim vorangehenden „Frühlings”-Menuett mit seinem imitierten Vogelgezwitscher unter Beweis: Max Oberroither (Horn), Uschi Dahlhausen (Klarinette), Hans-Peter Fink (Flöte), Hans-Jörg Alber (Oboe) und Oliver Hasenzahl (Fagott). Die Uhr in Schloss Zweibrüggen zeigte schon 22 Uhr.

Und obwohl die meisten Besucher am nächsten Tag früh „aus den Federn” mussten, verlangten und bekamen sie nach dem abschließenden Tango von Astor Piazzolla von den Künstlern auch noch zwei Zugaben. Das Publikum war restlos begeistert.
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