Geilenkirchen - „Geiz ist geil hat uns kaputt gemacht”

„Geiz ist geil hat uns kaputt gemacht”

Von: Udo Stüßer
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Arthur Coenen: „Im Metallbau läuft es sehr verhalten, aber im Photovoltaikbereich sehe ich gute Chancen.” Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die nordrhein-westfälische Wirtschaft gehe pessimistisch ins neue Jahr. Von der im November aufkeimenden Zuversicht der gewerblichen Wirtschaft sei kaum noch etwas zu spüren, hieß es zum Jahreswechsel aus dem Wirtschaftsministerium. Wie aber beurteilen Handwerker aus unserer Region ihre Perspektiven?

Gehen sie schweren Zeiten entgegen? Oder blicken sie etwas optimistischer in die Zukunft?

„Im Metallbau läuft es sehr verhalten, aber im Photovoltaikbereich sehe ich gute Chancen”, blickt Arthur Coenen, Chef der beiden Geilenkirchener Firmen Metallbau Coenen und Coenen Solar auf das neue Jahr. Im Metallbau habe man selten für drei bis vier Monate Aufträge. Das Jahr fängt für seine Firmen allerdings gut an: „Im Moment haben wir genug zu tun. Aber im Hinblick auf die Prognosen bekommt man schon Angst”, gesteht er.

Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen sei im Moment groß. Denn: „Die Leute sind verunsichert, ob die Einspeisevergütung für Strom von der Regierung noch weiter so gezahlt wird.” Sieben Angestellte hat Arthur Coenen, davon zwei Auszubildende. „Bei einem Betrieb von dieser Größenordnung kann ich in diesem Jahr auch nicht mehr Lehrlinge einstellen”, bedauert er.

Theo Lenzen ist „sehr skeptisch, was da auf uns zukommt”. In wirtschaftlich guten Zeiten hatte er bis zu zehn Angestellte. Derzeit hat er in der Geilenkirchener Tischlerei Lenzen, die er mit seinem Sohn Marcell betreibt, nur noch zwei Gesellen. In den vergangenen Jahren waren er und seine Mitarbeiter stark im Messebau tätig. „Aber wenn ich sehe, was wir derzeit an Anfragen haben...”, zeichnet er ein düsteres Bild.

Kurzarbeit

„Die Messebauer, denen wir in den vergangenen Jahren zugearbeitet haben, haben bislang keine Anfragen gemacht, weil sie selbst Kurzarbeit haben”, nennt er einen Grund. Aber auch sonst sieht er nicht gerade rosigen Zeiten entgegen: „Die Geiz-ist-geil-Mentalität hat uns Handwerker kaputt gemacht. Zuerst fragt der Kunde nach Prozenten. Es muss nur billig sein, auf Qualität wird keinen Wert mehr gelegt.”

Theo Lenzen zeigt aber auch ein wenig Verständnis: „Im Urlaub habe ich jetzt gesehen, wie ein junges Pärchen für sechs oder sieben Getränke, Wasser und Kaffee, über 25 Euro bezahlt hat. Früher hätte doch keiner 50 Mark gezahlt. Und wenn ich dann die Spritpreise sehe, da fehlt den Menschen so mancher Euro.”
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