Geilenkirchen - Geilenkirchener Innenstadt: Höchstens 20 auf dem Tacho

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Geilenkirchener Innenstadt: Höchstens 20 auf dem Tacho

Von: Georg Schmitz
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Geilenkirchen
Die neue Markierung mit der großen Zahl „20” verdeutlicht den Verkehrsteilnehmern an allen Fahrbahn-Zugängen zur Innenstadt die einzuhaltende Höchstgeschwindigkeit in Geilenkirchens (neue) Mitte. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Nicht bei allen Bürgern stößt die Einrichtung einer allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung per 20er Zone in der Geilenkirchener Innenstadt auf Gegenliebe.

Durchgehend ist in der City seit mehr als einem Jahr für alle Verkehrsteilnehmer eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Daran gehalten haben sich seit Einführung der Maßnahme nur wenige Auto- oder Zweiradfahrer, obwohl bei der Einfahrt in das Stadtzentrum in Höhe des ehemaligen Heimatmuseum, an der Kornmühle, der Haihoverstraße am Kreisverkehr sowie an der Kreissparkasse schon lange entsprechende Schilder auf die 20er Zone hinweisen. Nach der Neugestaltung der Konrad-Adenauer-Straße wird hier in Zukunft verstärkt mit Geschwindigkeitsmessungen zu rechnen sein, heißt es.

„Wer hier mit 20 km/h fährt, ist selber schuld”, drückt Rentner Hubert Heuter das aus, was viele Autofahrer über die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit denken. Mehrere von unserer Zeitung befragte Personen zeigten sich nicht begeistert von der Temporeduzierung. Einige von ihnen, so auch Fahrradfahrer Theo Ortenstein, bemängeln, dass die Hinweisschilder „Zone 20” zu hoch angebracht seien und deshalb leicht übersehen werden können.

Doch es gibt auch Bürger, die den 20er Zustand begrüßen. „Gottseidank, dass die Autos und Zweiräder langsam an den Straßencafés vorbei fahren müssen”, freut sich Zahntechniker Bert Teeuwen. „Ich finde 20 gerechtfertigt”, fügt Radfahrer Alfred Mielcarek hinzu. „30 ist die ideale Geschwindigkeit, das hat man im Gespür”, setzt Pensionär Jörg Savelsberg dem entgegen.

Egal, welche Argumente angeführt werden: Die ganze Innenstadt ist nun als 20er Zone ausgewiesen, und daran haben sich alle Verkehrsteilnehmer zu halten. Der Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Geilenkirchen, Hans-Josef Bröhl, verweist darauf, dass die „Zone 20”-Schilder schon in der Versuchsphase der Innenstadterneuerung Bestand hatten.

Die Ausweisung zur 20er Zone sei eigentlich ein Kompromiss zwischen einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und einem verkehrsberuhigten Bereich. Darin hätte Schrittgeschwindigkeit, also bis zu 7 km/h, geleistet werden müssen.

Unter Beteiligung von Polizei und Straßenverkehrsbehörden sei vom Stadtrat der Beschluss zugunsten der 20er Zone getroffen worden. „Ziel war es, mit diesem Open-Space-System die Aufenthaltsqualität in Geilenkirchen zu steigern und zusätzlich die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu schützen”, erklärt Hans-Josef Bröhl. Der Tiefbauamtsleiter verweist besonders darauf, dass die Vorschriften in der ganzen Zone gelten, und zwar so lange, bis sie durch entsprechende Beschilderung aufgehoben werden.

Anfang dieser Woche wurde in den Einfahrten zum Stadtzentrum die Geschwindigkeitsbegrenzung durch große „20”-Markierungen auf der Fahrbahn deutlich hervorgehoben. „Wenn wir feststellen, dass sich die Verkehrsteilnehmer nicht an die erlaubte Geschwindigkeit halten, werden wir die Polizei oder das Kreisordnungsamt als zuständige Behörden bitten, Messungen durchzuführen”, macht der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Geilenkirchen, Karl-Heinz Gromes, klar.

Zu schnelles Fahren wird mit einem Bußgeld geahndet, bei erheblicher Überschreitung sei auch ein Fahrverbot denkbar.

Karl-Heinz Gromes weiß, dass die Fahrt aus Richtung Amtsgericht in Richtung Innenstadt, dazu bergab, zu schnellerem Fahren verleitet. Um vorzeitig das Tempo heraus zu nehmen, ist deshalb noch in diesem Jahr eine weitere Maßnahme geplant.

„Kurz vor der Brucknerstraße beginnen wir mit der Einrichtung einer ganztägigen 30er Zone, übergehend in die 20er Zone”, erläutert er. Gegenüber einem Übergang von 50 auf 20 km/h brauche der Verkehrsteilnehmer dann auch nicht mehr abrupt abzubremsen.

Die Stadtverwaltung weist im Übrigen darauf hin, dass nach Fertigstellung der Baumaßnehmen in der Innenstadt der Vorplatz vor der St.-Marien-Kirche nicht mehr als Parkplatz ausgewiesen ist.
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