Whatsapp Freisteller

Geilenkirchener Bilder auf USA-Tournee

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
Die Geilenkirchener Künstleri
Die Geilenkirchener Künstlerin Conny Roßkamp freut sich über Erfolge: Fünf Bilder werden derzeit in den USA gezeigt, ein Bild wurde für die Ausstellung „Die Erben Wilhelm Morgners” nominiert. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Sind es Berge? Dünen? Meereswellen? So konkret kann das niemand sagen. „Nein, denn das liegt in der Sicht des Betrachters. Wenn ich Wellen malen wollte, würde ich Wellen malen. Aber ich male keine Wellen!”, sagt Conny Roßkamp.

Aber was malt Sie dann? „Auf jeden Fall keine Wellen. Was ich male, liegt im Auge desjenigen, der sich die Bilder anschaut.” Blickt man auf Conny Roßkamps Bilder, Öl auf Leinwand, denkt man an Landschaften. Aber es sind keine wirklichen Landschaftsdarstellungen, es sind abstrahierte Darstellungen, sozusagen vermeintliche Landschaften.

Start in Mailand

Dabei kann sich die Interpretation täglich ändern. „Der röhrende Hirsch über dem Sofa bleibt der röhrende Hirsch. Aber hier ändert sich jeden Tag die Sichtweise, wenn man als Betrachter offen ist. Das ist das Spannende an der Geschichte”, sagt Conny Roßkamp. Mit den Fragen, was Conny Roßkamps Bilder darstellen - Berge? Dünen? Meereswellen? - beschäftigen sich derzeit auch Kunstexperten in den USA. Denn: Bilder der erfolgreichen Geilenkirchener Künstlerin Conny Roßkamp sind derzeit auf Tournee.

Im Mai 2009 wurde der Münchener Galerist Wolfgang Wunderlich auf Conny Roßkamp aufmerksam. Er vermittelte ihr im vergangenen Jahr eine Ausstellung bei der internationalen Kunstmesse Art-Fair in der Syrlin-Galerie Warschau. Unter dem Titel „EUart 2011: Die moderne Kunst vom alten Kontinent” organisierte Wolfgang Wunderlich anschließend eine Tournee, an der neben Conny Roßkamp acht weitere Künstler beteiligt sind. Ausgangspunkt der Tournee war in diesem Spätsommer eine internationale Kunstausstellung in Mailand, von dort aus ging es über den großen Teich in die USA, wo die Bilder der neun Künstler zunächst im September im Brogan Museum of Arts and Science in Tallahassee-Florida präsentiert wurden. Chicago im Oktober und Philadelphia im November waren weitere Stationen. Derzeit sind die Gemälde noch bis Ende Januar bei der EUart in Miami, eine Satellitenmesse zur „Art Basel Miami”, zu sehen.

Zum Beginn des vergangenen Jahres fragte Wolfgang Wunderlich Conny Roßkamp, ob sie sich mit fünf Bildern an der von ihm geplanten Tournee beteiligen wolle. Die 54-jährige freie Malerin sagte spontan zu, wollte aber für diese Ausstellungsserie neue Werke schaffen. Und so entstanden fünf 80 mal 80 Zentimeter große Ölbilder: „Die Seele wohnt im Kopf”, „Sicht der Dinge I”, „Außerhalb der Realität” und „Sicht der Dinge II und III”. Es sind nicht nur die vermeintlichen Landschaften, die vielfältigen Farbwelten, mal in Blau-, mal in Brauntönen, die faszinieren. Da ist das Bild im Bild, wie mit der Kamera rangezoomt. Die fünf Ölbilder bilden eine harmonische Einheit, das Thema wird immer anders dargestellt, gedanklich vervollkommnet. Aber jedes Bild für sich alleine ist richtig gut.

Conny Roßkamp freut sich nicht alleine darüber, dass die amerikanische Kunstszene ihre Bilder kennenlernt: 455 Künstler aus dem Bereich Malerei haben sich um den Simplizissimus-Kunstpreis und um die Beteiligung an der Ausstellung „Die Erben Wilhelm Morgners - Hommage an einen Westfalen” der Stadt Soest und des Kunstvereins Kreis Soest beworben. Bewertet wurden von einer Fachjury die Qualität der künstlerischen Arbeit, die verwendete Technik und die Komposition. 40 Bilder wurden von der Jury für die Ausstellung ausgewählt, unter anderem Conny Roßkamps „Ohne Worte”. „Dass man für diese Ausstellung ausgewählt wird, ist vom Stellenwert so hoch anzusiedeln wie die USA-Tournee”, freut sich die Malerin.

Den Simplizissimus-Kunstpreis selbst hat Conny Roßkamp nicht bekommen, den hat sich Fritz Risken aus Ampen gesichert. Aber alleine die Teilnahme an der Ausstellung im Morgner-Haus erfüllt die Geilenkirchenerin mit großem Stolz. „Denn ich fühlte mich von der Ausschreibung deshalb so angesprochen, weil ich genauso arbeite, wie dieser bedeutende westfälische Maler des Expressionismus es getan hat. Morgner war ein Künstler, der die klare Positionierung liebte, keine Kompromisse einging, kontrastreich und experimentell arbeitete.” Während sie das sagt, schweifen ihre Blicke durch ihr Atelier „An der Linde” in Geilenkirchen. Derweil sind ihre Gedanken schon in Berlin. Vom 1. Januar bis 30. Juni stellt sie in der Temporary Gallery Berlin aus.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert