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Geilenkirchen setzt ein Zeichen für Windkraft

Von: g.s.
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Windkraftanlagen, wie hier bei Geilenkirchen-Beeck, beschäftigten die Kommunalpolitik. Eine Ausweitung der Konzentrationszonen ist beschlossen. Details sollen aber in Einzelfällen noch abgestimmt werden. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit der Erweiterung der Konzentrationszonen für Windkraftanlagen im Umfeld von Lindern/Beeck sowie Tripsrath ist jetzt zu rechnen.

So sieht es die 64. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Geilenkirchen vor, die von der Politik mit großer Mehrheit begleitet wird.

Das populäre Thema „Windräder” hatte die Kommunalpolitik, hier besonders den Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, in der Vergangenheit schon häufig beschäftigt. Es waren aber auch von Gegnern solcher Windkraftanlagen im vergangenen Jahr 436 Unterschriften gegen die Ausdehnung der Konzentrationszone südöstlich von Beeck gesammelt worden.

Zwei Dutzend interessierter Zuschauer verfolgten nun wieder eine Sitzung des Fachgremiums, in der Bernd Niedermeier von der Planungsgruppe MWM dem Ausschuss den Sachstand darstellte.

Nach gesamtstädtischer Eignungsprüfung seien letztendlich zwei Konzentrationszonen übrig geblieben. Unter Betrachtung der Einwände, Anregungen und Gutachten sei zwischenzeitlich eine Anpassung und Optimierung dieser Zonen erfolgt, auch habe sich die Entfernung zu den „Siedlungsflächen” erhöht. „Aus fachlicher Sicht steht nun einer Genehmigung der Windkraftanlagen nichts mehr im Wege”, schloss Bernd Niedermeier seine Ausführungen.

Alex Jansen vom Stadtentwicklungs- und Umweltamt fasste die rund 20 eingetroffenen Stellungnahmen von Bürgern und Behörden zusammen. Während es von der Unteren Landschaftsbehörde Grünes Licht für Beeck gegeben habe, zeige die Behörde Bedenken bei der Konzentrationsfläche Tripsrath.

Ein Knackpunkt sei auch die Stellungnahme der Wehrverwaltung gewesen, die bei Flugbetrieb von einer Störung der Radaranlagen durch die Rotoren ausging. Deshalb habe die Wehrverwaltung mitgeteilt, dass vor einer Genehmigung der Standort für jedes einzelne Windrad sowie die Höhe der Anlage überprüft werden.

Mit Bürgern gesprochen

Wilhelm-Josef Wolff stellte die Position seiner Fraktion dar. Die CDU hätte im Vorfeld mit dem Investor wie auch mit Bürgern gesprochen und sich ein Meinungsbild verschafft. „Technische Bedenken gegen Windkraftanlagen gibt es nicht, aber dennoch sind wir in der CDU verschiedener Auffassung.”

Interessensausgleich

Auch die SPD habe sich intensiv mit dem Thema befasst, sagte Gaby Kals-Deußen: „Die SPD positioniert sich deutlich für die Änderung des Flächennutzungsplanes Windkraft.” Und Helmut Gerads sprach sich für die Bürgerliste „unter Abwägung aller Gesichtspunkte und dem Interessenausgleich zwischen Einzel- und Allgemeininteresse” für die Ausweisung der Windkraftzonen aus.

„Wir Grünen stehen naturgemäß für Windkraft”, meldete sich Rainer Jansen zu Wort. Außerdem würden die Einkünfte dem gebeutelten Haushalt der Stadt gut tun. „Die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen werden mit den Schlüsselzuweisungen verrechnet”, hielt Karl-Peter Conrads (CDU) entgegen; da bliebe dann gar nicht mehr so viel übrig. Für ihn sei der Landschaftsschutz ein gewichtiges Argument, deshalb stimme er gegen die Konzentrationszone.

Getrennt abgestimmt

Ausschussvorsitzender Jürgen Benden zog ein Resümee: „Beide Flächen für die Konzentrationszonen sind zum Schutz der Anwohner verkleinert worden. Der gesamte Strom, der erzielt wird, deckt den Stromverbrauch aller Geilenkirchener Haushalte. Wir wollen hier in Geilenkirchen ein Zeichen für regenerative Energien setzen, ein Ja zur Windkraft.” Jürgen Benden verwies auf die Risiken der Atomenergie, die das Unglück in Fukushima aufzeige.

Wilhelm-Josef Wolff (CDU) hatte eingangs eine geheime Abstimmung, getrennt nach Konzentrationszonen, beantragt. Von den 19 Stimmberechtigten votierten 13 für und sechs gegen die 64. Änderung des Flächennutzungsplanes bei Tripsrath, für die Zone Beeck/Lindern 15 mit Ja und vier mit Nein.
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