Gedenkfeier: „Einheit eine politische Glanzleistung”

Von: Markus Bienwald
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Zwei Verwaltungschefs, eine Veranstaltung: zur Feierstunde anlässlich des Tages der Deutschen Einheit begrüßte CDU-Stadtverbandsvorsitzender und künftiger Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (l.) seinen Amtsvorgänger Paul Schmitz-Kröll als Festredner.

Übach-Palenberg. „In dieser Stunde des Dankes darf die Vergangenheit nicht vergessen werden”: Mit diesen Worten von Pater Konrad Boja, OSFS, im Ohr, gingen die Gäste zur Gedenkfeier zum Tag der Deutschen Einheit an der Konzertmuschel.

Wie in jedem Jahr lud der CDU-Stadtverband Übach-Palenberg zu dieser Gedenkstunde im Naherholungsgebiet ein. Und der Stadtverbandsvorsitzende und baldige Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch freute sich, dass immer mehr Menschen seit Beginn der Veranstaltungsreihe zu Gast sind.

Nach dem gemeinsamen Gebet an der Friedenslinde mit Pater Boja feierten die Besucher zugleich eine Besonderheit. Denn mit dem designierten Bürgermeister und dem amtierenden Verwaltungschef Paul Schmitz-Kröll waren gleich zwei Bürgermeister von Übach-Palenberg vor Ort. Letzterer wurde als Gastredner geladen und blickte in einem gut halbstündigen Vortrag auf die Geschehnisse rund um den November 1989 zurück.

Schreckliche Schicksale

„Diese friedlich und ohne jegliche Gewalt vonstatten gegangene Wiedervereinigung war ein Glücksfall, und sie war eine politische Glanzleistung, die die seinerzeit Verantwortlichen, allen voran der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, vollbracht haben”, fasste Schmitz-Kröll schon zu Beginn zusammen.

Doch nicht nur der Blick auf die einst knapp 1400 Kilometer messende innerdeutsche Demarkationslinie war Inhalt seiner Rede. Auch die schrecklichen Schicksale der insgesamt 1008 Todesopfer an dieser tödlichen Grenze ließen ihn nicht unberührt.

Eine persönliche Grenzerfahrung am Übergang bei Helmstedt ist dem baldigen Altbürgermeister noch in lebhafter Erinnerung. „Alles war wie im Gefängnis abgesperrt: Betonmauern, Stacheldraht, riesige Beleuchtung und Grenzer, die menschenverachtend ihre Arbeit erledigten, eine echte Abfertigung, Maschinenpistolen im Anschlag, rauer Ton, eine Demütigung”, schilderte er eindrucksvoll. Umso freudiger empfand er das Ende des Unrechtsstaates „DDR”, eine Vorstellung, die alle Menschen sich damals in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen konnten.

Doch auch auf Übach-Palenberg und den städtischen Beitrag der Einheit ließ Schmitz-Kröll seinen Blick fallen. So gab es am 3. Oktober 1990 eine Ratssondersitzung mit dem offiziellen Titel „Sondersitzung anlässlich der Wiederherstellung der Deutschen Einheit”. Damals gab es noch einen Ortsverband des „Kuratoriums Unteilbares Deutschland”.

Und es gab einen nicht wegzudiskutierenden finanziellen Beitrag zur Einheit direkt aus der ehemaligen Zechengemeinde. 16,3 Millionen Euro sind dabei von 1991 bis 2009 in den „Fonds Deutsche Einheit” geflossen, die Verschuldung der Stadt, ergänzte Schmitz-Kröll, sei im gleichen Zeitraum um etwa 18 Millionen Euro gestiegen.

„Aber dennoch: Ich bin der festen Überzeugung, dass sich alles gelohnt hat, dass Aufbau und Ausbau in Ostdeutschland erfolgreich verlaufen sind”, schloss er.

Und vor der abschließenden Erbsensuppe, die traditionell gereicht wurde, durften dann alle der rund 100 Besucher beim vom Instrumentalverein Herbach intonierten „Lied der Deutschen” ihre Stimme erheben.
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