Übach-Palenberg - Für das Land der Hoffnung und Wünsche

Für das Land der Hoffnung und Wünsche

Von: Christina Kolodzey
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Die Mitwirkenden und Dr. Bernd Bierbaum (l.), Gründer des Ruanda-Projektes, nach dem feinen Konzert unter dem Beifall des Publikums auf der Bühne. Die Vielfalt der eingesetzten Instrumente und die so erzeugte Stimmung zogen die Gäste in den Bann. Foto: Christina Kolodzey

Übach-Palenberg. Ruanda – ein gebeuteltes Land. Gerade erst jährte sich der 20. Jahrestag des Völkermordes an den Tutsis. Damals war der Heinsberger Arzt Dr. Bernd Bierbaum dem Aufruf der Hilfsorganisation „Care“ gefolgt, die Ärzte für Flüchtlingslager suchte.

Das unvorstellbare Elend, vor allem das Schicksal der Menschen mit geistiger Behinderung, erschütterte ihn dermaßen, dass er den Verein „Wir für Ruanda“ gründete. Inzwischen hat sich die Situation der geistig behinderten Menschen grundsätzlich verbessert, auch aufgrund der Bildungsmöglichkeiten, die ihnen der Verein bietet. Die vielen Gelder dafür erhält er durch Spenden.

Musik und Fotografien

Auch die „Freunde der Kammermusik“ unterstützten ihn diesbezüglich mit sogar zwei Konzerten. Hanns-Paul Jouck war es gelungen, junge Künstler im Alter zwischen 14 und 26 Jahren hierfür zu motivieren. Zugleich konnten sich die Besucher anhand einer Ausstellung von farbigen, großformatigen Fotos des Aachener Fotografen Pit Siebigs über das Ausbildungszen­trum in Ruanda informieren. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hatte die Schirmherrschaft übernommen und begrüßte die zahlreichen Gäste im Schloss Zweibrüggen. Er erinnerte an die Worte Pater Bojas: „Es ist genug Geld da – nur im falschen Portemonnaie“ und bat um großzügige Spenden.

Zu Beginn bot ein Blockflötenquartett (Greta Jochims, Hanna Nobis, Elisabeth Walde und Peter Heinen) Musik aus zwei Epochen dar, die „Hornpipe“ aus der „Wassermusik“ von G. F. Händel und das englische Volkslied „Greensleeves“. Mit Alt-, Sopran-, Bassblockflöten und Gitarre gelang es ihnen, eine melancholisch-verträumte Stimmung ins Schloss zu zaubern.

Dem schlossen sich gesanglich Celine dos Santos und klavierbegleitend Theo Krings an. Überaus gefühlvoll intonierten sie das Liebeslied „Seit ich ihn geseh‘n...“ von R. Schumann und das Chanson „Youkali“ von K. Weill, welches für ein imaginäres Land der Wünsche und der Hoffnung steht.

Mit Panflöte und Klavier ging es weiter. Loek Hol und seine Großmutter, Marie-Louise Ariens-Kupka, zeigten, dass diese Instrumente wunderbar harmonieren und durch sie Lieder wie „Greensleeves to a ground“, „Walking song“, „It‘s a rosebud in June“ und „Can you feel the love tonight“ zu einem außergewöhnlichen Genuss werden können.

Zwei Uraufführungen standen als nächstes an: „Guhimbarwa“, was in der Sprache Ruandas soviel wie „Freude“ bedeutet und „SOS“, beide komponiert von Michael Schneider und Dario Mesquida-Nogzueira. Sie brachten ihre Werke mit Cajon und drei und vier Händen auf den Tasten des Flügels spielfreudig und mitreißend zum Klingen – bedeutungsvoll verstärkt durch die Sonne, die gerade in diesem Moment durch die Wolken­decke brach und Teile des Saals in gleißendes Licht tauchte.

Gleich darauf entführte Niklas Trockel die Zuhörer mit seiner Gitarre nach Brasilien und Spanien mit der „Prelude No. 5“ von H. Villa-Lobos und den „Recuerdos de la Alhambra“ von F. Tárrega. Besonders Letzteres gilt als eine Herausforderung für jeden Gitarristen, die der junge Künstler dergestalt meisterte, dass er durch einen vollen Klangteppich die Illusion schuf, es spielten zwei Gitarren gleichzeitig.

Raumfüllender Sopran

Dass sie ihre Instrumente Violine und Klavier bravourös beherrschen, bewiesen Liane Koch und Simone Erdmann mit der hingebungsvoll gespielten „Scène de Ballet“ von C.-A. de Bériot. Sie begeisterten das Publikum ebenso wie die modernen Pop-Songs „If a song could get me you“ von M. Larsen und „Lovesong“ von S. Barreilles, die Celine dos Santos mit ihrer raumfüllenden, warmen So­pranstimme und Theo Krings am Klavier intensiv darboten.

Auch stürmte das Cello-Quartett Daniel Kruppa, Simon Peschen, Ina Lurweg und Lukas Mattke die Bühne und ließ den dunklen Klang seiner Instrumente mit viel Schwung, teils gezupft, erklingen. „Walzer Opus 39, Nr. 15“ von J. Brahms, „Habanera“ und „Nothing else matters“, arrangiert von E. Toppinen, bot man mit sichtlicher Freude am Spiel dar.

Starker Beifall und Bravo-Rufe waren der Lohn für alle Akteure, die ihr hohes musikalisches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatten.

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