Fünferklassen des CMG begegnen dem Neandertaler

Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg. Eine Tages­exkursion mit allen drei fünften Klassen, rund 80 Schülerinnen und Schüler, des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG) führte die große Gruppe ins berühmte Neandertal.

„Du bist doch wirklich ein richtiger Neandertaler!“ Wer diese Worte gebraucht, möchte den Angesprochenen kränken, ihn als ungehobelten, primitiven Barbaren ohne Anstand und Kultur beleidigen. Diese Beleidigung ist nicht nur kränkend, sondern entbehrt auch jeder wissenschaftlichen Grundlage, denn die Neandertaler sind nicht nur unsere zweiten Vorfahren, sondern sie standen unseren direkten Vorfahren, dem „Homo Sapiens“, an Geschicklichkeit, Erfindergeist und Klugheit in nichts nach.

„Beide Menschenrassen“, so berichten die Schüler nach ihrer Rückkehr, „existierten in der Steinzeit Jahrtausende nebeneinander nicht nur auf gleichem kulturellen Level, sondern sie vermischten sich, vor allem in Europa, auch miteinander, so dass in uns auch Neandertalergene sind.“

Die CMG-Schüler lernten im Neandertal, wo man das erste Skelett unseres anderen Ahnen fand: „Die Neandertaler konnten alles, was der Homo Sapiens konnte: mit Feuerstein und Zunder Feuer machen, aus Holz und Stein Handwerksgeräte und effiziente Jagdwaffen, auch Fernwaffen für gefährliche Tiere wie Mammut und Säbelzahntiger, herstellen. Sie trugen Kleidung aus Leder, wohnten in Hütten, stellten Schmuck her und konnten in einer phonetisch entwickelten Sprache kommunizieren.

Ebenso bestatteten sie ihre Toten in ritueller Form. Sie haben sogar eine Erfindung gemacht, die dem Homo Sapiens lange unbekannt war: einen megastarken Klebstoff aus Birkenpech. Da sind die äußerlichen Unterschiede des Neandertalers zum Homo Sapiens, die flache Nase, die wulstigen Augenbrauen und der etwas flacher abfallende Hinterkopf schon nebensächlich.“

Wie gering im Grunde auch dieser Unterschied ist, hatten die Museumspädagogen durch einen genialen Trick verdeutlicht. „Im Eingangsbereich steht eine Nachbildung des Neandertalers, wie wir uns Steinzeitmenschen vorstellen: in Leder- und Fellbekleidung, mit Jagdspeer. Am Ende der Führung begegnete uns exakt der gleiche Mensch noch mal, nur diesmal im Anzug, was eine Schülerin zu der Bemerkung veranlasste: ,Mensch, ich kenne einen, der fast genauso aussieht.‘ An dieser Aussage wird eines klar: Rassismus ist eine völlig absurde und irrationale Form menschlichen Verhaltens, denn die zwei Menschenrassen mussten gut miteinander auskommen und brauchten einander, da sie das gleiche Ziel hatten: in einer ziemlich lebensfeindlichen Welt zu überleben“, schließen die Schüler. „Der letztendliche Beweis ist unsere Existenz.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert