Geilenkirchen-Tripsrath - Frühjahrskonzert von St. Anna wird zu denkwürdigem Abend

Frühjahrskonzert von St. Anna wird zu denkwürdigem Abend

Von: mabie
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Georg Landmesser stand sowohl beim gastgebenden Musikverein St. Anna Tripsrath wie auch bei den Gästen vom Musikverein Harmonie Imgenbroich als Dirigent zur Stelle. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen-Tripsrath. Denkwürdige Momente gab und gibt es in der Geschichte des Musikvereins „St. Anna“ aus Tripsrath eine ganze Menge: Man denke nur an das Fußball-Länderspiel gegen Nigeria in Köln 1998, wo nach handgeschriebenen Noten gespielt wurde, an den Beitrag zum Hit „Emanuela“ von den Hip-Hoppern „Fettes Brot“ aus Hamburg oder die Beteiligung an einem Filmdreh mit Nora Tschirner.

Am Samstag luden die Tripsrather Musiker nun zu ihrem Frühjahrskonzert in das Bürgerhaus „Alte Schule“ ein. Und auch dieses Mal war es ein denkwürdiger Abend. Schließlich war es nicht nur das erste Frühjahrskonzert, bei dem Büb Mühlenberg nicht mehr die Leitung hatte. Anwesend war er trotzdem und durfte sich im voll besetzten Saal gemeinsam mit den weiteren Gästen über einen tollen musikalischen Abend freuen.

Vorne am Dirigentenplatz nahm Georg Landmesser seinen Platz ein. Und das gleich doppelt: Denn Landmesser ist sowohl Dirigent der Gastgeber wie auch des Gastvereins. Der hieß Harmonie Imgenbroich und spielte nach seiner rund 60 Kilometer weiten Anreise aus der Eifel (Imgenbroich gehört zu Monschau) einen tollen ersten Programmteil.

So zeigte schon der Opener „Song for a Celebration“ von Franz Watz, wo die Reise bei diesem Auftritt hinging: Es sollte Spaß machen, mal mehr, mal weniger bekannte Melodien flossen mit Druck, Dynamik und Spielfreude ins Ohr. Dass sich das Medium Musik dabei wieder einmal als universelles, weltumspannendes Element beweisen konnte, lag natürlich auch an der Songauswahl.

Potpourri aus Melodien

So reisten die Imgenbroicher mit den Tripsrathern in den Yellowstone-Nationalpark, bliesen den „Pirates of the Carribean“ mächtig Wind in die Segel, machten einen Abstecher in die Filmmusik von Ennio Morricone und präsentierten ihre Variante von Alfred Bösendorfers „Scandinavia“. Wer unter diesen Titeln noch keinen Ohrwurm nach eigenem Gusto gefunden hatte, durfte sich bei der Zugabe bedienen. Mit einem Potpourri aus den Melodien von „Mary Poppins“ war hier sicherlich etwas dabei.

Dass in der Pause eine überaus schmackhafte und selbst gemachte Currysoße zur Wurst gereicht wurde, hatte auch ein Nachspiel. Denn das Rezept für die Soße – inklusive eines Sicherheitshinweises zur Schärfe – lag auf eigens ausgelegten Rezeptblättern aus. Die hatte sich ebenso wie das wie immer pfiffig gestaltete Programm wieder einmal Moderator Theo Boomers ausgedacht.

Er führte nicht nur wort- und wissensreich durchs Programm, bezeichnete den ebenfalls anwesenden Bürgermeister Georg Schmitz mit Blick auf dessen Vergangenheit als Discjockey als „Burger King“, sondern ließ sich auch für die Ausführung des unvermeidlichen Programmblattes etwas einfallen. So prangte ein großzügiges Loch im bunten Glanzpapier. „Damit können Sie auch beim Blick auf das Programm die Musiker bei ihrer Arbeit immer beobachten“, scherzte Boomers.

Mit allem nötigen Ernst, aber einer gehörigen Portion Spielfreude und Spaß im Gepäck traten dann die Tripsrather vor das Publikum.

Sie bereiteten mit der glanzvollen olympischen Fanfare von John Williams genau das richtige Entree für ihren Part. Denn egal, ob der Blick auf „My Fair Lady“, die „Ouverture les Saltimbanques“ oder auch der Mitsing-Hit „Can’t take my Eyes off You“ von den beiden Bobs Crewe und Gaudio, die Musiker waren auf den Punkt eingestimmt und ließen das Konzert zum Hochgenuss werden.

„Rosmarie“ von Georg Schlunegger und die „Morgenblüten-Polka“ setzten zugleich mit den „Suspiros de España“ von Antonio Alvarez dem Ganzen noch die Krone auf. Dafür konnte es nur tosenden Beifall und den Jubel des Publikums geben. Denn am Ende war auch dieser Abend wieder ein grandioses Beispiel dafür, dass beim Musikverein „St. Anna“ in Tripsrath immer wieder denkwürdige Momente entstehen.

 

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