Freitag, der 13. ist „Rauchmeldertag“: Was bringen die Piepser wirklich?

Von: kt
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Besser einmal zu oft als einmal zu wenig: Die Feuerwehr – hier zu sehen bei einem Einsatz in Übach-Palenberg – rückt immer wieder wegen falscher Alarme aus. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. „Rauchmelder retten Leben“, proklamiert die gleichnamige Initiative, die über die Vorteile der geltenden Rauchmelderpflicht informieren. Neben den Dachverbänden der Feuerwehr, des Brandschutzes, der Versicherungswirtschaft und des Schornsteinfegerhandwerks wird die Initiative auch von Herstellern und Dienstleistern betrieben. Auf den Nutzen der Geräte soll auch der Rauchmeldertag aufmerksam machen.

Das ist an jedem Freitag so, der auf den 13. eines Monats fällt, und so lautet das sinnige Motto auch: „Freitag, der 13., könnte Ihr Glückstag sein“. Das klingt nicht umsonst wie ein Werbeslogan, denn mit den Rauchmeldern sind natürlich handfeste industrielle Interessen verbunden. Durch die Rauchmelderpflicht, die in NRW seit 2013 für Neubauten und seit Ende 2016 für alle Gebäude gilt, sind zighunderttausend von ihnen verkauft worden. Was wiederum die Frage aufwirft, wie viel die kleinen Apparate wirklich bringen.

In Geilenkirchen ist im laufenden Jahr jedenfalls schon ein Leben durch den Alarm eines Heimrauchmelders gerettet worden, sagt Stadtbrandinspektor Frank Büßelberg: „In allen Geilenkirchener Stadtteilen hatten wir in 2017 erst zwei Einsätze nach dem Alarm von Heimrauchmeldern. Das war ein Fehlalarm und ein Brand.“ Im Falle des Brandes hätte es die pflegebedürftige ältere Dame ohne den Alarm nicht rechtzeitig aus der Wohnung geschafft.

Am häufigsten rückt die Feuerwehr wegen eines Rauchmelderalarms aus, wenn die Bewohner selbst nicht zu Hause sind, und die Nachbarn nicht einschätzen können, ob das Piepen in der Nebenwohnung ein Fehl- oder ein echter Alarm ist. „Wir versuchen dann, uns von Außen ein Bild zu verschaffen. Zur Not müssen wir uns mit Gewalt Zutritt verschaffen, um festzustellen, ob ein Feuer vorliegt“, erklärt Büßelberg.

Bei der Feuerwehr unterscheidet man übrigens zwischen einem Fehlalarm, der ohne erkennbaren Grund ausgelöst wird, und einem „Täuschungsalarm“: Angebranntes Essen oder Arbeiten mit Staubentwicklung „täuschen“ dem Rauchmelder ein Feuer vor. Büßelberg hält die flächendeckende Installation dennoch für sinnvoll und bezeichnet die Alarmauslösung als zuverlässig. „In unserer Stadt konnte so schließlich dieses Jahr tatsächlich ein Leben gerettet werden.“ Und lästige Fehl- oder Täuschungsalarme könne man ja selbst schnell beheben.

Wenn allerdings in einer öffentlichen Einrichtung oder einem Bürogebäude der Alarm ausgelöst wird, können die Anwesenden daran oft nichts ändern: Der Alarm unmittelbar an die Feuerwehr, die dann auszurücken hat – egal, ob ein Mitarbeiter die Pfanne zu lang auf dem Herd gelassen hat, es tatsächlich brennt oder die Anlage einfach so fehlerhaft ausgelöst hat. Im Stadtgebiet Geilenkirchen gibt es etwa 50 solcher Brandmeldeanlagen, die direkt mit der Feuerwehrleitstelle verbunden sind.

„Von den 13 Alarmierungen, die wir in diesem Jahr von Brandmeldeanlagen bekommen haben, waren fünf Fehlalarme“, sagt der Stadtbrandinspektor. Erst vor wenigen Wochen war die Feuerwehr zweimal innerhalb weniger Stunden zum Finanzamt ausgerückt, weil der gleiche Melder Alarm geschlagen hatte, ohne dass es eine Rauchentwicklung gab. „Der Melder war eigentlich am Vortag gewartet worden, aber scheinbar dennoch kaputt oder verschmutzt“, vermutet Büßelberg, der die Einsätze im Finanzamt selbst geleitet hatte.

Die verbleibenden acht Mal, die die Feuerwehr wegen des Alarms einer Brandmeldeanlage ausrücken musste, waren Täuschungsalarme. „Fast immer handelt es sich dabei um den Klassiker“, sagt Büßelberg, „den Toast, der zu lange im Toaster war.“ Auch wenn der Feuerwehr diese Information noch vor dem Einsatz gegeben wird: Ausrücken muss sie trotzdem.

Doch wenn bei insgesamt 15 Einsätzen ein Leben gerettet werden kann, nehmen Frank Büßelberg und seine Kameraden das gern in Kauf. Als „absolut sinnvoll und notwendig“ bezeichnet die Feuerwehr sowohl Heimrauchmelder als auch Brandmeldeanlagen.

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