Geilenkirchen-Gillrath - Frauengemeinschaft fertigt ihre eigenen Adventskränze

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Frauengemeinschaft fertigt ihre eigenen Adventskränze

Von: Andrea Schever
Letzte Aktualisierung:
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In heiterer Runde fertigten die Gillratherinnen in dieser Woche ihre Adventskränze selber. Die Katholische Frauengemeinschaft trifft sich seit drei Jahren zur Gemeinschaftsarbeit. Foto: Andrea Schever
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Brigitte Scheffers löscht mit der Fernschaltung die LED-Kerzen von weitem.

Geilenkirchen-Gillrath. Das Grün aus dem eigenen Garten, die Knöpfe von der Urgroßmutter und der Kranz aus Holz-Stücken gekauft: Ein selbst gemachter Adventskranz hat meist mehr Reiz als ein fertiges Massenprodukt aus dem Discounter. Rechtzeitig zum ersten Advent hat sich auch die katholische Frauengemeinschaft Gillrath getroffen und zusammen ihre diesjährigen Kränze gebunden.

Generationsübergreifend

Ins Pfarrheim geladen hatte Stephanie Beemelmanns. Die Gillratherin organisiert seit drei Jahren das Treffen der Frauen aus dem Dorf, bei dem die Advents-Vorbereitung aus dem stillen Kämmerlein zu Hause in eine heitere Gemeinschaftsarbeit umgewandelt wird. Die Frauen bringen alle Materialien, die sie zum Binden und Dekorieren der Kränze brauchen, selbst mit und tauschen sich über Gestaltungsmöglichkeiten aus. Dabei tauchen dann sogar generationsübergreifende Elemente auf: „Diese Knöpfe sind noch von meiner Urgroßmutter“, erzählt Erika Beemelmanns stolz. „Meine Mutter hat sie mir gegeben und ich habe sie dann auf selbstgenähten Stoffsternen befestigt.“

Dass die Frauen in dieser Woche ihre Kränze banden, ist wohl Johann Heinrich Wichern zu verdanken. Der Pfarrer leitete Mitte des 19. Jahrhunderts ein Kinderheim in Hamburg. Um seinen Schützlingen die Wartezeit auf das große Fest zu veranschaulichen – und zu verkürzen – soll er zunächst einen Holzkranz mit vielen kleinen roten und vier großen weißen Kerzen aufgestellt haben. Die großen wurden, wie auch heute noch üblich, an den Adventssonntagen angezündet, die roten dazwischen.

Die meisten Kränze bestehen heute jedoch aus Tannen-Grün. Dieses wird mit Hilfe von Draht möglichst dicht um einen sogenannten Römer, einen Kranz-Rohling aus Stroh, gewickelt. Eine Technik, die ein wenig Übung und Kraft bedarf, da die sorgsam arrangierten Tannenzweige später nicht mehr verrutschen sollen.

Marlies Funken-Simons ist dank guter Ratschläge der anderen bereits in ihrem zweiten Jahr beim gemeinschaftlichen Binden so weit, dass sie den Kranz nicht nur von oben, sondern rundherum mit Grün bestücken kann. „Ich habe ein schönes, altes Haus und möchte den Kranz unter der Decke aufhängen“, erklärt sie. „Und dafür muss er dann auch von unten grün sein.“

Für Brigitte Scheffens kommt der größte Spaß an ihrem diesjährigen Kranz erst nach dem Binden des Grüns: Sie steht mit einer Fernschaltung vor den Kerzen, die bereits auf dem Kranz positioniert sind. Ein Knopfdruck und das Lachen geht los: Die vier Kerzen leuchten dank LED-Birnen und können bequem aus der Ferne gelöscht werden. „Damit bin ich dieses Jahr richtig modern“, lacht sie und ist froh, dass eine Freundin ihr die ewig lebenden Kerzen einfach gekauft hat.

In Mailand sieht ein Adventskranz in diesen Tagen ein klein wenig anders aus: Wer dort in Kürze das fünfte Lichtlein brennen sieht, ist nicht zu spät, sondern muss sogar noch über eine Woche auf den Heiligen Abend warten. Eine lokale Besonderheit, die der Ambrosianische Ritus bereit hält: sechs statt nur vier Kerzen.

Während im Pfarrheim gebunden wird, geht auch die Frage rund, ob jemand einen Winter-Tee möchte. Wer bejaht, bekommt prompt eine weihnachtlich verzierte Tasse, aus der es herrlich duftet. Mit einem Plätzchen vom reich gefüllten Teller lässt es sich noch besser aushalten.

Und wer mit seinem Kranz fertig ist, hilft einfach anderen: Claudia Bönner berät Sarah Dietz und ihre kleine Tochter Amelie bei der Gestaltung des Türkranzes. Mit den Klängen einer Weihnachts-CD im Hintergrund werkeln die Frauen munter weiter an ihren Kränzen, bis jede ihren Zeitanzeiger für die Weihnachtszeit vollendet hat.

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