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Forum für Erwachsenenbildung bietet „Kidix”-Konzept an

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
Die Pädagoginnen Brigitte Maa
Die Pädagoginnen Brigitte Maas (links) und Katja Himstedt bilden Kursleiterinnen nach dem „Kidix”-Konzept aus. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Die Eltern, die sich künftig mit ihren Kindern in den Räumen des Katholischen Forums für Erwachsenen- und Familienbildung treffen, bilden keine Kaffeeklatschgruppe. Die Runde hat pädagogischen Anspruch.

„Kidix bürgt jetzt für Qualität in der Eltern-Kind-Kurs-Arbeit”, erklärt die Diplom-Pädagogin Brigitte Maas, seit 20 Jahren Pädagogische Mitarbeiterin des Forums in Geilenkirchen. Bei „Kidix” handelt es sich um ein neues Kurskonzept, das die Landesarbeitsgemeinschaft katholische Erwachsenen- und Familienbildung Nordrhein-Westfalen entwickelt hat. Damit wenden sich katholische Familienbildungseinrichtungen an Eltern mit Kindern zwischen einem und drei Jahren.

„In Kidix-Eltern-Kind-Kursen können Kinder im Kontakt mit Gleichaltrigen ihre Kräfte erproben, Grenzen setzen und achten lernen, das eigene Spielen kreativ gestalten und das soziale Miteinander einüben”, erklärt Brigitte Maas. Und: „Mütter und Väter erleben, wie bereichernd es ist, das eigene Kind zu beobachten und sich vom Kind in sein Spiel und seine Welt mit einbeziehen zu lassen.”

Selbstständige Entdeckungsreise

Sicherlich: Eltern-Kind-Kurse gibt es schon seit Jahrzehnten. „In diesen Kursen ging es darum, Kinder zu fördern und kindergartenreif zu machen. Während die Kinder früher förmlich trainiert wurden, sollen sie heute selbstständig entdecken.” Die Bedeutung der selbstständigen Entdeckungsreise betont auch Sozialpädagogin Katja Himstedt, Dozentin des Katholischen Forums: „Der Lerneffekt ist nachhaltiger.”

Beide Pädagoginnen wissen, dass sich Wissen und Erfahrungen besser einprägen, wenn das selbstständige Lernen Spaß macht. „Wenn man sich für eine Sache interessiert, macht man Lernerfahrungen, und man erzielt Lernergebnisse. Kinder sind kleine Entdecker und Forscher”, so Brigitte Maas. Wichtig sei, den Kindern kein Überangebot zu machen, es gehe lediglich um gezielte Impulse und Anregungen. Aber auch die Eltern sollen auf ihre Kosten kommen.

„Früher saßen sie mit Kaffee dabei und habe gequatscht. Heute werden die Themen auf Erziehungsfragen und Alltagsgestaltung eingeschränkt”, erklärt Brigitte Maas. Und Katja Himstedt meint. „Wir verteufeln gar nicht das Kaffeekränzchen. Aber durch Kidix können die Eltern voneinander profitieren. Früher war das unstrukturiert.”

In 15 Pfarren in der Region, von Übach-Palenberg bis Wegberg, von Selfkant bis Erkelenz werden ab Januar von 15 Kidix-Anleiterinnen in 15 Pfarren 20-Kidix-Kurse angeboten. Darüber hinaus gibt es in insgesamt 30 Pfarren 20 weitere Eltern-Kind-Kurse nach dem bisher üblichen Muster.

Ab April bietet das katholische Forum eine Ausbildung zum Kidix-Kurs-Leiter an, die an fünf Samstagen stattfindet. Denn nur zertifizierte Kursleiter dürfen Kidix-Kurse anbieten. Brigitte Maas und Katja Himstedt haben ebenso wie die Geilenkirchener Erzieherin Katja Dyong nicht nur eine Qualifizierung als Kidix-Kursleiterin, sondern auch als Multiplikatoren für das Kidix-Konzept. Das heißt, die drei Frauen bilden Kurleiterinnen aus.

Das Angebot der Kidix-Gruppen besteht aus drei Bausteinen: Kinderzeit, Elternzeit und gemeinsame Zeit. Die Kinderzeit umfasst das selbstständige Erforschen von unterschiedlichen Materialien und das Experimentieren und Entdecken im Spiel mit anderen Kindern. In dieser Phase, in der die Mädchen und Jungen kein Überangebot, sondern nur gezielte Anregungen bekommen, können die Kinder selbstständig spielen. Die Eltern beobachten dabei ihre Kinder.

Die Elternzeit umfasst den Erfahrungsaustausch und Anregungen zur Gestaltung von Erziehung, Familie und Alltag. Die Kursleitung gibt Unterstützung beim Beobachten und Entdecken des eigenen Kindes. Während die Kinder Zeit für freies Spiel haben, behandelt die Kursleiterin mit den Eltern für sie relevante Fragen.

Gesunde Ernährung

Da geht es um gesunde Ernährung, da geht es Erfahrungen mit dem Kinderarzt. Da werden aber auch Fragen diskutiert, wie man einen geeigneten Babysitter findet oder wie man sich verhalten sollte, wenn die Schwiegermutter ständig unangemeldet im Haus steht. „Wir bereiten die Themen vor, haben aber kein starres Konzept. Wir können bei der Themenauswahl auf die Bedürfnisse der Eltern eingehen”, sagt Katja Himstedt. Zum Abschluss gibt es eine gemeinsame Zeit, in der Kinder durch alters- und entwicklungsgerechte Spielanregung miteinander und voneinander lernen. Da wird ein Abschlusskreis gebildet, da wird gemeinsam gesungen, da werden Fingerspiele eingeübt.

Neues Programm erscheint zum Jahresende

Bei weiteren Fragen steht Brigitte Maas mittwochs von 9 bis 12 Uhr im Haus des Katholischen Forums in Geilenkirchen-Gillrath, Karl-Arnold-Straße 95, zur Verfügung. Telefonisch erreichbar ist sie unter Telefon 02451/9154068.

Weitere Auskünfte gibt es aber auch beim Katholischen Forum in Mönchengladbach unter Telefon 02161/980639.

Das neue Programmheft des Forums erscheint Ende des Jahres und ist in den katholischen Pfarren, in Banken und im Internet unter http://www.forum-mg-hs.de erhältlich

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