Geilenkirchen-Gillrath - Forstrevier Selfkant kommt „mit blauem Auge” davon

Forstrevier Selfkant kommt „mit blauem Auge” davon

Von: Benjamin Jansen
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Forstamtsmann Wolfgang von der Heiden (r.) und Forstwirt Marco Schulz inspizierten auch die Waldschäden in der Teverener Heide. Foto: Benjamin Jansen

Geilenkirchen-Gillrath. Seine Tomaten wollte Wolfgang von der Heiden eigentlich erst im Sommer ernten. Orkan „Xynthia” hat dem Forstamtsmann aber einen „stürmischen Strich” durch die Rechnung gemacht. „Es hat kräftig gescheppert, als das Dach von meinem Tomatenhäuschen gegen die Außenfassade geprallt ist”, berichtet von der Heiden schmunzelnd. „Im Ganzen betrachtet, sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.”

Von der Heiden arbeitet für die Forstverwaltung NRW und ist für das Revier Selfkant zuständig. Das Waldgebiet umfasst 2500 Hektar und erstreckt sich vom südlichen Kreis Heinsberg bis Übach-Palenberg.

„Überall gibt es Einzel- und Gruppenwürfe. Die Ausmaße sind allerdings nicht so schlimm, wie ich befürchtet habe”, hat seine erste Sichtung ergeben.

Den Schaden taxiert von der Heiden auf 500 bis 1000 Kubikmeter Holz, was für die Waldbesitzer - im Kreis gibt es ungefähr 2000 Privatwaldbesitzer - einen Verlust von 10.000 Euro bedeutet. Der Landesbetrieb schätzt den Gesamtschaden auf 400.000 Festmeter. „Bei Kyrill war die Situation deutlich schlimmer. Der Festmeter lag auf Landesebene bei 16 Millionen. Unser Schaden war damals mehr als dreimal so hoch”, nimmt der Forstamtsmann Bezug auf den Orkan, der vor drei Jahren weite Teile Deutschlands verwüstete.

Zehn Anrufe gingen bei von der Heiden am stürmischen Sonntagnachmittag ein. „Die Bewohner in Waldnähe berichteten mir von kleineren Schäden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.” Dennoch rät er Spaziergängern davon ab, die Wanderwege in Waldnähe zu nutzen.

„Wir müssen sie erst einmal freibekommen. Das ist im Moment das Wichtigste”, erklärt von der Heiden. Dafür telefonierte er sich in den vergangenen Tagen die Finger wund. Denn Forstunternehmen, die die Bäume entasten, vom Standfuß trennen und wegschaffen, sind derzeitig überall gefragt.

Im Teverener Wald laufen die Aufräumarbeiten seit den frühen Morgenstunden auf Hochtouren. Forstwirt Marco Schulz unterstützt die Unternehmen bei ihrer Arbeit. Er sichtet die Schäden und verschafft sich ein Bild, welches Holz wie zu verwerten ist.

„Durch Brüche und Zersplitterungen fallen die Bäume in unterschiedliche Kategorien”, sagt von der Heiden.

Der vom Regen aufgeweichte Boden habe die Bedingungen zwar verschlechtert. Doch nur die wenigsten Bäume im Revier sind umgeknickt wie Streichhölzer. „Flächenwürfe, wie damals bei Kyrill, hat es nicht gegeben. Trotzdem war ich beruhigt, als der Wind gegen Abend abgeflaut ist. Das war schließlich der drittstärkste Sturm, den ich in den vergangenen 25 Jahren erlebt habe.”

Das hat auch sein kleines Tomatenhäuschen zu spüren bekommen. „Trotzdem gebe ich die Tomaten nicht auf. Ich werde das Häuschen einfach wieder aufbauen”, sagt van der Heiden lachend. Seinen Humor hat „Xynthia” jedenfalls nicht weggeweht.
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