Flower-Power-Kinder nach Noten im Rodebachtal

Von: agsb
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Rolf Brock (l.) vom Volksmusikerbund würdigte verdienstvolle Musiker und Vereinsfreunde. Foto: agsb
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Gangelt-Stahe. Seit elf Jahren sucht Deutschland in einer bekannten Castingshow den „Superstar“. Dieter Bohlen komponierte für seine Staffeln die Hymne „We have a dream“. Dirigent Jan Vleugels hatte vor Jahren ebenfalls einen Traum.

Der Niederländer dirigiert den Instrumentalverein Stahe-Niederbusch – und auch der Musikverein St. Martinus in Schalbruch hatte den Traum eines gemeinsamen Konzerts.

Die Idee wurde vor Jahren umgesetzt, eine Erfolgsgeschichte begann. Die beiden Musikvereine sind zur Einheit zusammengewachsen, die bisherigen gemeinsamen Konzertabende waren wirkliche Höhepunkte. Die gemeinsame musikalische Konzertreise in diesem Jahr führte hinaus in die Welt, gemeinsam holte man „die Sterne vom Himmel“, und nicht nur für den Dirigenten folgten Momente der Glückseligkeit. Mit trefflichen Hinweisen führte Eva Paulzen gekonnt durch das Programm.

Das Zusammenspiel der beiden Orchester war der richtige Schritt in die Zukunft, besonders die Jugend profitiert davon. So fand in der Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit in Stahe-Niederbusch ein Frühjahrskonzert im großen Ensemble statt, der Traum wird weiter gelebt. Jan Vleugels lenkte seine Musiker/innen sehr souverän, das große Orchester war bis in die Fingerspitzen motiviert. „Musik ist das Beste, was man dem Herzen bieten kann“, schien das Motto zu lauten. Mit der Musikauswahl hatten die Verantwortlichen ein glückliches Händchen bewiesen, den vielen Gästen in der Pfarrkirche wurde Exzellentes geboten.

Mit dem Marsch „Saluto Lugano“ eröffnete das Orchester das Konzert, bereits hier war die Spielfreude aller deutlich zu erkennen. Die Musikreise stoppte in Hollywood in den Walt-Disney-Filmstudios. Phil Collins komponierte dort erfolgreiche Werke. In dieser Phase spielte Franziska Auster auf dem Altsaxophon gleich eine Solopassage mit leidenschaftlicher Hingabe – da applaudierte sogar der Dirigent. Die Jugend aus Schalbruch unterstützte das große Orchester, und man erkannte viel musikalisches Talent. Bei den „Disneys Magical Marches“ schien Mary Poppins durch die Kirche zu fliegen, den schließenden „Mickey Mouse Marsch“ setzte die Jugend furios um.

Die Klarinettenspieler/innen hatten ihren großen Auftritt beim Stück „Choral an Rock out“ von Ted Huggens. Vom Choral bis zur Rockmelodie – viele Musiker lieben dieses Werk. Auch an den 50. Geburtstag der James-Bond-Filmreihe wurde gedacht. James Bond schien auf dem Dirigentenpult zu stehen, der Agententhriller „Skyfall“ elektrisierte alle. Viele Zuhörer hatten gleich die weltbekannte Titelmelodie auf den Lippen, viele summten mit. Carolin Ritterbex spielte die Solopassage auf dem Altsaxophon, sie entführte förmlich in die Welt des James Bond.

Geheimnisvolle Klänge in der Kirche – und dann Trommelwirbel von Dominik und Benedikt Paulzen sowie Paul Gerrist. Dass man auch mit Solopassagen auf der Trommel die Musikfreunde begeistern kann, demonstrierten die drei Solisten eindrucksvoll. Das Stück „Fascinating Drums“ wurde 1976 in den Niederlanden komponiert, zählt zu den Lieblingswerken eines jeden Trommler. Viele der Zuhörer waren überrascht, was alles in einem Schlagzeug steckt.

Und dann intonierte das Orchester „We have a dream“, die Zuhörer wurden mitgenommen auf die eigene Traumreise. Doch diese Reise verging für alle viel zu schnell, endete mit drei unvergesslichen Musikstücken wie „San Francisco“, Happy Together“ und „All I ever need is you“ aus den 1960er Jahren der unvergessenen Flower-Power-Zeit; das Orchester erinnerte an die Blumenkinder aus der Hippie-Kultur.

Nach dem Konzert fand man sich im angrenzenden Vereinsheim ein zu einem gemütlichen Beisammensein. Vom Volksmusikerbund wurde dazu Rolf Brock herzlich begrüßt, der zunächst den Vereinen zum gelungenen Konzert gratulierte, dann formell Ehrungen aussprach. Für 20 Jahre aktive Musik standen Claudia Rettich und Dominik Paulzen im Mittelpunkt. Seit 40 Jahren ist Hella von Tongelen dabei, die „Powerfrau im Verein“, der Instrumentalverein ist ihr Lebenswerk, und besonders die Nachwuchsausbildung liegt Hella von Tongelen am Herzen. 45 Jahre dabei ist Marliese Paulzen, auch Notenwartin im Verein. Der Musikverein, hieß es, ist stolz auf seine Jubilare und auf das große Team, denn „alle sind da, wenn sie gebraucht werden“.

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