Übach-Palenberg - Finanzordnung ist das oberste Ziel

WirHier Freisteller

Finanzordnung ist das oberste Ziel

Von: Manfred Hahn
Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg. Feierstunde – das wäre die richtige Bezeichnung für die konstituierende Sitzung des Übach-Palenberger Stadtrats am Mittwochabend gewesen.

Folge­richtig wurde dann einstimmig der einzige politische Tagesordnungspunkt auf die Ratssitzung im Juli verschoben: der Antrag der Grünen, gegen Erdgasgewinnung nach der Fracking-Methode im niederländischen Grenzgebiet aktiv zu werden.

Als Altersvorsitzender führte Josef Fröschen (CDU) den wiedergewählten Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch in dessen Amt ein und begrüßte die neuen Ratsmitglieder. „Auch wenn schon mal ein bergmännischer Ton an den Tag gelegt wurde – um gegenseitige Achtung waren wir stets bemüht“, charakterisierte Josef Fröschen die zurückliegende Ratsperiode, bevor er dem Bürgermeister den Amtseid abnahm und mit der Amtskette dekorierte.

Als Geschenk überreichte er eine Bergmannslampe, die, so Fröschen, mit Blick auf die Finanznot der Stadt, „Dir und uns in den kommenden Jahren das Licht am Ende des Tunnels“ zeigen soll.

Nach seinem Dank an Wähler und Ratskollegen machte Wolfgang Jungnitsch das Stichwort Politikverdrossenheit zu einem der Schwerpunkte seiner Antrittsrede. Sollte es etwa ohne die Bereitschaft zur politischen Verantwortung „zurück zu Neros Zeiten mit Daumen hoch oder runter“ gehen, fragte er, oder „nimmt bereits heute das Internet diese Räume ein in anonymer Abstimmung per App?“

Er blieb beim Thema Internet und fand deutliche Worte gegen eine falsch verstandene Nutzung sozialer Netzwerke: „Ich finde, dass die unsäglichen, teilweise abscheulichen und unerträglichen, zeitraubenden und vor allem nichts bringenden Ergüsse in Facebook kein Austausch im Sinne einer demokratischen Meinungsbildung sind!“

Den Ausblick auf seine und des Rates Arbeit in den kommenden Jahren stellte Jungnitsch unter den Titel „Wollen und Müssen“. Als Scherpunkte unter den Stichwort Wollen zählte er unter anderem auf: Gewerbeansiedlung und Expansion bestehender Unternehmen und damit die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze, Verbesserung der Infrastruktur.

Nahversorgung und Einkaufsmöglichkeiten, frische Baugebiete und Sanierung der Altbestände, Förderung der Schulen und Erhalt von Schwimmbad und Bücherei. Das „Müssen“ fasste er in dem Kernsatz „die Stadtfinanzen endlich in Ordnung bringen“ zusammen. Diesem obersten Ziel sei alles unterzuordnen.

Auf dieses Ergebnis hin, versprach Wolfgang Jungnitsch, werde die Stadt weiterhin professionell und kompetent arbeiten.

Nach der Verpflichtung der Stadtverordneten nominierte der Rat in geheimer Wahl die beiden stellvertretenden ehrenamtlichen Bürgermeister. Bei den 33 abgegebenen Stimmen wurden mit 19 Stimmen Peter Fröschen (CDU) zum ersten und mit zehn Stimmen Georg Overländer (SPD) zum zweiten Stellvertreter ernannt.

Ein Lied für Berlin

War der feierliche Rahmen schon vor der Sitzung durch einen „bewegenden“, so Wolfgang Jungnitsch, ökumenischen Gottesdienst gesteckt worden, an dem auch ein islamischer Geistlicher teilnahm, so endete die Sitzung im Ratssaal folk­loristisch-feierlich. Der Boschelner Männerchor sang sein Lied von der Stadt an der schönen Wurm und am grauen Wasserturm, die Stadthymne der ehemaligen Bergbaustadt.

Viel Beifall spendeten dafür die Politiker und ihre zahlreich vertretenen Freunde wie Angehörigen. Wolfgang Jungnitsch sorgte für erneuten Beifall als er mitteilte, dass der Boschelner Chor vom Berliner Komponisten des Stadtliedes den Auftrag erhalten habe, auch ein neues Berliner-Lied einzustudieren und aufzunehmen.

Leserkommentare

Leserkommentare (6)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert