Film-AG an der Gesamtschule produziert „Save our School“

Von: Danielle Schippers
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Jung-Regisseur und -Autor Kenny Meesen, Janina Seeling wie auch ihr Vater und Kameramann Michael Seeling sind stolz auf ihr Gemeinschaftsprojekt an der Geilenkirchener Gesamtschule. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. Drei besondere Filme, bei denen Geilenkirchener Menschen auf ganz verschiedene Arten mitgewirkt haben, sind jüngst beim Filmabend von „GKKulturgut“ im Haus Basten vorgestellt worden. Im Fokus stand der Streifen „Central High – Operation: Save our School“, den die Film-AG der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule produziert hat.

Kenny Meesen (17) hat dazu das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. In dem Film, der komplett in der Gesamtschule an zwölf Samstagen gedreht worden ist, geht es um Teenager, gespielt von Kenny Meesen selbst, Janina Seeling (17), Michelle Robens (12) und Seraphina Groh (13), die erfahren müssen, dass ihre Schule vom neuen Bürgermeister, der augenscheinlich bösartig ist, abgerissen werden soll. Dort soll ein modernes Einkaufszentrum entstehen. Gemeinsam mit ihrem Direktor (dargestellt von Lehrer Bernd Neffgen) versuchen sie, ihre Schule zu retten, indem sie sich erst mal zu Sprechern der Jahrgangsstufen wählen lassen.

Jede Menge Komparsen

Neben den Hauptdarstellern, die viel Zeit und Energie in das Filmprojekt gesteckt haben, wäre dies ohne die Hilfe von Lehrern, Schülern als Komparsen und vor allem Eltern nicht möglich gewesen. Der Kameramann, Michael Seeling, beispielsweise, ist der Vater von Darstellerin Janina. Er unterstützt die jungen Filmemacher schon länger und hat auch für dieses Projekt wieder Freizeit geopfert: „Ich helfe den Jugendlichen gerne. Seitdem sie die Web-Nachrichten ,Bam!‘ für die Schule machen, drehe ich mit ihnen. Das ist natürlich nicht perfekt, aber aus Fehlern lernen wir, und langsam wird’s besser.“

Dass der Spielfilm über Erpressung, fiese Machenschaften, aber auch Freundschaft und Solidarität von Amateuren stammt, ist nicht zu übersehen. Trotzdem erstaunlich, wie viel Herzblut und Experimentierfreude darin steckt. Kenny Meesen, der das Drehbuch geschrieben hat, hat auch im Anschluss beim Schneiden über 200 Stunden Arbeit aufgewendet: „Das Schneiden vom Film ist unfassbar viel Arbeit. Am meisten Spaß hat mir das Schauspielern gemacht, das war immer lustig.“

Janina Seeling sieht eher das Gesamtergebnis als wichtig an: „Der Erfolg, am Ende gut zusammengearbeitet zu haben und fertig zu sein, und dass uns so viele geholfen haben, das ist das Beste daran.“ Gedankt wird von den Schülern neben den vielen Helfern vor allem dem Hausmeister und dem Leiter der Gesamtschule, Uwe Böken, die das langwierige Projekt ermöglicht haben.

Grenzen verschwimmen

„Inkubo“, der zweite Film, den der Verein GKKulturgut präsentierte, wurde ebenfalls von zwei jungen Geilenkirchener realisiert, geschrieben hat ihn Christoph Grundmann (33), produziert wurde er von Jasper Boskma (21). Grundmann und Boskma sind keine Profis, haben aber Kurse an der Hochschule belegt. Der Kurzfilm wurde schon 2008 abgedreht. Es geht um einen Mann, der von Alpträumen geplagt wird, in denen er brutale Morde begeht. Er begibt sich in Therapie, bis die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen.

Den kurzen Psychothriller machten Boskma und Grundmann aus spontanem Interesse, waren aber auf die Hilfe von Freunden angewiesen, um die Rollen zu besetzen. So spielt Uwe Eggert den Psychiater, Bekannte und Familienangehörige der Produzenten die Mordopfer.

Ein nächstes Projekt ist bereits in Planung, sagt Christoph Grundmann. Darin soll es um ein junges Paar gehen, das zu den Großeltern aufs Land fährt. Dort angekommen, stellen sie fest, dass das ganze Dorf ausgestorben ist; wieder ein mysteriöser Hintergrund.

Den Abschluss des Filmabends, der für die Veranstalter auf enttäuschend wenig Interesse gestoßen war, machte der mehrfach international ausgezeichnete Kurzfilm „Appassionata“. Regisseur Mirko Echghi-Ghamsari ist in Geilenkirchen aufgewachsen, lebt in Aldenhoven.

Sein Kurzfilm basiert auf einem Feldpostbrief, den ein deutscher Soldat aus Stalingrad an seine Frau geschrieben hatte. Der Film erzählt von einem kurzen ergreifenden Moment, in dem der Soldat ein unbeschädigtes Piano inmitten von Kriegstrümmern findet und darauf zu spielen beginnt, obwohl er sich dadurch in größte Gefahr begibt. Prompt kommt ein russischer Soldat hinzu, aber die Feinde spielen gemeinsam die Klaviersonate Nr. 23 von Beethoven, bekannt eben als „Appassionata“.

Dieser seltene Augenblick des scheinbaren Friedens und der Überlebenswille der Frontsoldaten sowie die perfekte Inszenierung des Kurzfilms brachte ihm 2008 verschiedene international wichtige Preise auf Festivals ein, unter anderem in den USA und in England. Im Anschluss an die Vorführung erzählte Regisseur Mirko Echghi-Ghamsari noch Interessantes von den Dreharbeiten.

Die Vorsitzende des Vereins GKKulturgut, Henriette Echghi, plant dennoch eine Wiederholung des Filmabends: „Wir werden Bilanz ziehen und Verbesserungen suchen. Das ist ein gutes Projekt, es muss aber besser belebt werden.“ An ähnlichen Abenden für solche Vorstellungen, an denen junge Menschen ihre Werke zeigen können, soll es nicht scheitern. Denn: „Das ist sehr wichtig für das kulturelle Leben hier.“

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