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Feiner Glockenklang wird zum Musikgenuss

Von: r.k.
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Acht Musikerinnen spielen jeweils auf mehreren Handglocken. Foto: r.k.

Geilenkirchen. „Wir wollten das 150-jährige Jubiläum unserer Kirchengemeinde mit außergewöhnlichen Darbietungen würdigen, und deshalb ist der Handglockenchor Sound of Bells heute hier“, erklärte Pfarrerin Tanja Bodewig bei der Begrüßung der Gäste in der evangelischen Kirche Hünshoven.

Bodewig gab einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Gotteshauses und hob hervor, dass es reformatorischen Geist atme: 1866 eingeweiht, wurde es im Krieg zerstört und danach neu aufgebaut. Menschen aus dem Osten hätten hier eine Heimat gefunden, die Kirche habe sich reformiert und „dies soll uns immer wieder gelingen“, betonte Bodewig.

Nur 30 Handglockenchöre gibt es in Deutschland. Die Geschichte der kleinen Glocken kann bis in das Jahr 1600 vor Christus nach China zurückverfolgt werden. Mit den Kreuzzügen kamen sie nach Europa, wo sie in England zum Üben des Taktläutens der Turmglocken genutzt wurden. Von dort aus gelangten sie durch die Puritaner nach Amerika, wo sie früher als Orgelersatz dienten und es heute Tausende Handglockenchöre gibt. Nach Deutschland kamen die goldfarbenen Instrumente erst durch die amerikanischen Besatzungstruppen.

48 Glocken

Die in den USA hergestellten Handglocken des Chores Sound of Bells, der in der Region Jülich beheimatet ist, wurden an jenem Abend von acht Musikerinnen gespielt. Jede von ihnen bediente mehrere der 48 Glocken. Das Dirigat lag in den Händen von Andrea Katzenburg. Die studierte Musiktherapeutin und Instrumentalistin an Klavier, Querflöte sowie Harfe fungiert seit fünf Jahren als Leiterin des Chores.

„Celtic Grace“, eine keltische Melodie, führte sanft in das Konzert ein, wobei Katzenburg mit weit ausholenden Armbewegungen dirigierte.

Das „Abbot‘s Leigh“, um nur zwei Stücke zu nennen, zauberte eine lebhafte, fröhliche Stimmung in das Kirchenschiff. Die Zuschauer, die das Glockenspiel teils mit geschlossenen Augen genossen und nach jedem Lied Applaus spendeten, konnten beobachten, dass die Musikerinnen die Glocken nicht nur durch Hin- und Herbewegen des Klöppels erklingen ließen, sondern den Ton durch Berühren mit den Händen oder an-den-Körper-drücken verkürzten, dämpften oder stoppten.

Um diesen Effekt zu verstärken und die Glocken zu schützen, trugen sie Handschuhe. Auch wurden die goldfarbenen Instrumente für laute Töne kräftig auf ein Brett geschlagen, worauf dicke Matten lagen, um sie beim Aufschlagen nicht zu beschädigen.

Die Spielerinnen sangen auch, so dass das feine, helle Klingen der Glocken und die hohen, engelsgleichen Stimmen zu einem wahren Genuss für die Ohren verschmolzen.

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