Geilenkirchen - Fans finden noch keinen Reim aufs Finale

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Fans finden noch keinen Reim aufs Finale

Von: Georg Schmitz
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Bei den Sturmläufen der deuts
Bei den Sturmläufen der deutschen Elf, den teils harten Zweikämpfen oder gar bei den rasanten Paraden von Torwart Manuel Neuer hielt es viele der rund 600 Gäste vor dem Rathaus nicht mehr auf den Sitzen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Fußballbegeisterung kennt auch in der Region keine Grenzen. Das beweisen Fahnengeschmückte Häuser und Hupkonzerte vorbeifahrender Autos sowie Public Viewings, die vor allem von gastronomischen Betrieben, Vereinen und den Kommunen angeboten werden.

Schon für Russland war das 4:1 über Tschechien ein Auftakt nach Maß, und das Spiel hinterließ auch in Geilenkirchen seine Spuren. Viele der hier beheimateten Russland-Deutschen hielt es nach dem Abpfiff nicht mehr auf den Plätzen, mit Hupkonzerten machten sie in der Nacht ihrer Freude Luft.

Viele Geilenkirchener befanden sich dann am Samstagabend im EM-Taumel. Rund 600 Menschen erlebten vor dem großen Air-Cube auf dem Marktplatz ein spannendes Spiel. „Finale, ohohoho” grölte es nach dem knappen 1:0 gegen Portugal aber noch nicht, überhaupt wurde der Ball flacher gehalten als noch bei der WM 2010. So fehlte auch das Nerven raubende Tröten aus Dutzenden von Vuvuzelas, die vor zwei Jahren bis in die hintersten Winkel der Anwohnerwohnungen dröhnten.

Sami Mohseni (21) hielt vor Beginn des Spieles schon das Ergebnis „3:1 für Deutschland” parat. Seine gleichaltrige Freundin Tanja Müller tippte auf einen bescheideneren Sieg, „2:1”. Auf dem großen Bildschirm im „Luftwürfel” flimmerte die Live-Übertragung im Schatten des Rathauses, was einem Open-Air-Festival gleichkam. Zwei Stunden vor dem Match hatten fünf Helfer der Stadt inklusive drei Job-Börsler den Cube aufgebaut. „Wir zeigen hier vor dem Rathaus alle Deutschlandspiele. Falls unsere Mannschaft ausscheidet, wird das Public Viewing trotzdem für Halbfinale und Endspiel fortgesetzt”, sagte der an diesem Tage verantwortliche Mitarbeiter der Stadt, Helmut Krommen. Aufgrund der Bauarbeiten auf dem Marktplatz vor St. Marien muss das öffentliche TV-Schauen diesmal auf dem Rathausvorplatz stattfinden. Das dürfte ein kleines Problem werden, sofern die deutschen Fußballer in die Finalrunde vordringen. Die 600 Besucher am Samstag konnte die Fanmeile noch problemlos verkraften, aber bei den Endspielen werden die Zuschauerzahlen rasant in die Höhe schnellen. Ob der Platz dann über 1000 Menschen aufnehmen kann, muss sich zeigen.

Vor dem Hotel Jabusch konnten sich ergänzend zu den Menschen vor dem Aircube weitere 100 Freunde des runden Leders am geselligen Fußballspaß erfreuen. Ga­stronom Willi Jabusch hatte wieder Großbildschirme aufgebaut, und wer beim kollektivem Ereignis ein kühles Bierchen bevorzugte, der hatte es sich hier gemütlich gemacht. Denn Getränke in Flaschen oder Glasgefäßen waren im eingezäunten Event-Bereich vor dem Cube verboten. Das dies auch eingehalten wurde, dafür sorgte ein Sicherheitsdienst; am Eingang wurden die Besucher von den Security-Bediensteten kontrolliert.

Im abgesteckten Bereich angekommen, saßen und standen die Fußballfreunde vor dem großen Bildschirm. Sie hatten allerdings nur einmal Grund zu überschwänglicher Freude, nämlich nach dem alles entscheidenden Gomez-Tor. Da brach das gesamte Volk Fahnen schwenkend in Jubel aus, der sich auch in Gesängen, Schunkeln und Umarmen äußerte.

Discjockey Ronny Münchs heizte nach dem Tor die Stimmung noch mal an. Als am Ende das 1:0-Ergebnis mit dem befreienden Schlusspfiff Fakt war, gab es kein Halten mehr für die Fußballfans. Die Freude zeigte sich nach Spielende noch in Hupkonzerten und Fahnenschwenken. Ein Autocorso aus etwa zwei Dutzend Fahrzeugen setzte sich in Bewegung; bei der Weltmeisterschaft 2010 waren es weitaus mehr. Das Ganze verlief friedlich, es kam nicht zu Auseinandersetzungen, und so brauchten die bereitstehende Polizeibeamten nicht einzuschreiten. Nach etwas mehr als einer Stunde war wieder Ruhe eingekehrt im Städtchen, und die Vertreter der Stadt konnten die Luft aus dem Aircube lassen, bevor er erneut in Position gebracht wird und zum Zuschauen und Wetten einlädt.

Tanja Müller und Sami Mohseni, die mit ihren Tipps knapp daneben lagen, wird man vielleicht auch wieder dort treffen. „Hauptsache, wir haben gewonnen”, war am Spielende ihr Kommentar, „das sind ja schließlich auch drei Punkte.”
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