Geilenkirchen - Erzieherinnen klagen über hohe Anforderungen und unsichere Jobs

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Erzieherinnen klagen über hohe Anforderungen und unsichere Jobs

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Für die Kindertagesstätte Teveren hat die Stadt Geilenkirchen eigens eine Küchenhilfe angestellt. Hier ist gewährleistet, dass den Kindern mittags warmes und gesundes Essen angeboten wird. Foto: ddp

Geilenkirchen. Die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten lieben ihren Beruf, fühlen sich aber häufig überfordert. Im Klartext: Viele haben die Nase gestrichen voll.

„Gesundes Fachpersonal - bessere Bildungschancen für Ihr Kind” fordert deshalb die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Zusammenarbeit mit Eltern

In vielen Kindergärten wurde bereits gestreikt. Gestreikt für bessere personelle Ausstattung, für Festverträge, für Küchenpersonal, für bessere Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen. Dafür versprechen die Erzieherinnen eine individuelle Förderung des Kindes, Bildungsangebote, eine intensivere Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Institutionen und einen geringeren Krankenstand.

„Die Kinder sollen hier nicht nur betreut werden. Der Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung. Aber jetzt gibt es mehr Bürokratie, mehr Statistik, mehr Verwaltung. Und das bei gleicher Arbeitszeit und höheren Ansprüchen”, stöhnt Stefanie Nießen, als Erzieherin und Fachfrau für Sozialmanagement Leiterin der städtischen Kindertagesstätte Teveren.

Blickt sie auf ihre Arbeit, blickt sie auf einen Wandel in den vergangenen Jahren, auf einen Spagat zwischen Auftrag, Erziehung und Dokumentationen. „Schließlich sind wir keine Animateure, sondern Fachkräfte, die die Entwicklung der Kinder begleiten.”

Zu den Aufgaben der Erzieherin gehören heute neben dem Bildungsauftrag Gefahrenanalysen, Brandschutzanalysen, Konfliktmanagement, Elternsprechtage, Praktikantenanleitung, Öffentlichkeitsarbeit, Hospitationen der Eltern, Hygieneüberwachung, Gespräche mit Ärzten, Therapeuten und Beratungsstellen und und und...

Wilfried Schulz, Leiter des städtischen Jugendamtes, kann die Sorgen und Nöte der Erzieherinnen verstehen. „Die sind mit Herz und Seele dabei, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit wir auch in Zukunft qualifiziertes und motiviertes Personal für unsere Einrichtungen gewinnen können”, sagte er.

„Es ist doch kein Wunder, dass wir in wenigen Jahren möglicherweise Nachwuchsprobleme in diesem Beruf haben, wenn junge Menschen so abgeschreckt werden”, erklärt Schulz.
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