Übach-Palenberg - Erinnerungen: Das ehemalige Zollhaus in Scherpenseel

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Erinnerungen: Das ehemalige Zollhaus in Scherpenseel

Von: agsb
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Grenzübergang Scherpenseel
Am einstigen Grenzübergang Scherpenseel/Waubach lebt das alte Zollhaus in der Erinnerung der einheimischen Bevölkerung weiter. Foto: agsb

Übach-Palenberg. Orte verändern sich, markante Häuser ebenfalls. Das ehemalige Zollhaus am einstigen Grenzübergang Scherpenseel/Ubach over Worm (Waubach) wurde abgerissen. Hier entstand nun ein Restaurant mit Wohneinheiten in den oberen Etagen.

Beim Anblick des großen weißen Wohngebäudes lebt das alte Zollhaus bei den Scherpenseelern und vielen Grenzgängern in der Erinnerung. 1993 verließen die letzten Zollbeamten offiziell das Gebäude, ein Jahr vorher wurden die Grenzen in Europa endgültig geöffnet. Ab 1993 übernahm ein Getränkehandel das Zollhaus. In den letzten Jahren stand das Gebäude leer.

Das alte Zollhaus wurde rund 58 Jahre alt. 1952 wurde mit dem Neubau des Zollhauses auch die Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland am Grenzübergang Scherpenseel einige Meter auf der Heerlener Straße nach hinten (Richtung Niederlande) verlegt.

Bis 1952 war die Grenzschranke in Höhe Haus Nr. 5 an der Heerlener Straße gewesen. Hier war auch die Zollstation untergebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es bis Ende der 60er Jahre teilweise strenge Kontrollen bis hin zur Leibesvisitation.

1952 wurde dieses Zollhaus in Scherpenseel erbaut. Bis in die 70er Jahre war der Grenzübergang Scherpenseel nur in der Zeit von 5 bis 24 Uhr passierbar, nachts war die Grenze durch eine Schranke gesperrt, ein Umweg über Herzogenrath wurde notwendig.

Wiener Kongress

Die Grenzregelung zwischen Preußen und den Niederlanden wurde am 31. Mai 1815 durch den Wiener Kongress festgelegt. Das Rheinland wurde Preußen zugeordnet, weiterhin wurden die Regierungsbezirke gegründet. Diese nahmen am 22. April 1816 ihre Tätigkeit auf: Zusammen mit Kommissarien auf niederländischer Seite wurden die Grenzorte bestimmt.

Offiziell wurde ein Grenzberichtigungs-Traktat festgelegt. Unter Punkt XXII hieß es: „Von dem Punkte ab, wo die Grenzen der Gemeinde Herzogenrath die Wurm berühren, soll die Grenzlinie dem Laufe derselben nach Norden hin bis dahin führen, wo dieser Fluß die Grenzen beider Departements der Nieder-Maas und der Roer wieder erreicht, sie soll sodann längs dieser Grenze hinlaufen, indem sie die Kantone Herzogenrath, Heerlen und Oirsbeck zur Linken, Geilenkirchen nebst einem Teil von Sittard aber zur Rechten liegen läßt.”

Neben den Regierungsbezirken entstanden so auch die Rheinprovinz, Kreise und Bürgermeistereien. Im Kreis Geilenkirchen waren die Bürgermeistereien Frelenberg, Scherpenseel und Übach zu finden.

Der niederländische Teil von Scherpenseel (gehörte zu Rimburg) mit rund 20 Häusern und rund 120 Einwohnern wurde erst am 1. Januar 1818 von Preußen in Besitz genommen und mit der Bürgermeisterei vereint. Die Grenze verlief zu dieser Zeit zwar schon im Oberdorf von Scherpenseel, aber im Bereich der jetzigen Hausnummer 50.
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