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Erinnerung an Sprachkünstler alter Zeit

Von: Danielle Schippers
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Jürgen Wagner (72) fühlt sic
Jürgen Wagner (72) fühlt sich unter Büchern am wohlsten. Lustige Literatur und leckeres Frühstück, es soll nächstes Jahr definitiv eine vierte Ausgabe der Veranstaltung geben. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. Unter dem Titel „Fürs Publikum gewählt - erzählt - mit und ohne Dialekt” hat Jürgen Wagner aus Geilenkirchen mit der Unterstützung des Vereins „GK Kulturgut - Kunst&Kultur in Geilenkirchen” in der Stadtbücherei mit satirischen Texten an die Sprachkünstler vergangener Zeiten erinnert.

Nicht der moderne Humor war die Grundlage dieser geselligen Lesung, sondern hintergründige Autoren der Vergangenheit, die fast alle im Nationalsozialismus verboten waren.

Der Stoff, den Jürgen Wagner zum Besten gab, unter anderem von Kabarettisten wie Klabund, Karl Valentin und Werner Finck, ist aber überraschend modern. Thematisiert wurden menschliche Eigenarten und unterschiedliche deutsche Dialekte. So nennt Werner Finck Antiquitäten „Privilegierten Krempel mit dem Heiligenschein des Jahrhunderts” und von Klabund stammt, aus der Geschichte über Paula, die neckische junge Frau, die Weisheit: „Jünglingen ohne Badehose soll man besser aus dem Weg gehen.”

Das Buch, aus dem die humoristischen Texte stammen, hat der 72-jährige Jürgen Wagner damals von seiner Mutter geschenkt bekommen, die in der DDR eine Buchhandlung führte. 1966 veröffentlicht, wurde es in der DDR verboten und war daher schwer zu kriegen, auch deshalb inspiriert ihn dieses Buch besonders. „Alles kommt wieder, auch in der Literatur. Die heutigen Kabarettisten sind denen von früher doch sehr ähnlich, es gibt viele Parallelen”, erklärt er seine Intention bei der Auswahl der Texte.

ie Einladung zur dritten Auflage des Literaturfrühstückes in der Geilenkirchener Stadtbücherei hat ihn sehr gefreut: „Die Atmosphäre hier mit den Zuhörern unter Büchern ist relativ privat und trotzdem locker. Dazu die unernsten Themen, die mir liegen, ich komme immer wieder gerne.”

Die Zuschauer sahen dies genauso. Rosi Sauerbrey aus Teveren hat es sehr gut gefallen: „Es war sehr schön, vor allem die hintergründige Satire mag ich. Und die Vortragsart mit den Dialekten ist köstlich.” Klaus Palms sieht es ähnlich: „Wir waren bis jetzt immer hier beim Frühstück, es ist amüsant, und wir werden wiederkommen. Diese alten Geschichten sind trotzdem aktuell, ich habe mich in einer sogar selbst erkannt.”

„Mir hat der verschiedene Humor der Autoren gut gefallen, jeder hat seine spezielle Note”, bemerkt Elvira Pirschel aus Geilenkirchen dazu. Zum Abschluss der gelungenen, lockeren Lesung mit Brötchen und Kaffee gab es doch noch etwas Modernes.

Jürgen Wagner las aus den geist- und witzreichen „Känguru-Chroniken” vom Berliner Mark-Uwe Kling, einem bekannten jungen Kabarettisten, der unter anderem mit dem zugehörigen Radio-Programm „Neues vom Känguru” schon einige Literatur- und Poetry-Preise gewonnen hat.
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