Erinnerung an Eroberung des Selfkants durch die Amerikaner

Von: Walter Scheufen
Letzte Aktualisierung:
Zeitzeugen Geschütze
Das Foto zeigt drei ehemalige amerikanische Soldaten, die maßgeblich am Erfolg bei dem Angriff auf Birgden beteiligt waren. Es zeigt (von links) John Denery, Russ Murphy und Al Ungerlieder. Foto: Archiv Paul Vallen/Repro Walter Scheufen

Gangelt-Birgden. Im Kriegsjahr 1944 befanden sich die deutschen Truppen an allen Fronten auf dem Rückzug. Am 6. Juni landeten die alliierten Streitkräfte an der Westküste Frankreichs mit einer riesigen Armada von Schiffen mit Kriegsgerät und Mannschaften.

Zügig und unterstützt von der Luftwaffe drangen sie in Richtung Deutsches Reich vor. Innerhalb weniger Monate waren die alliierten Truppen bis in die Nähe der holländisch-deutschen Grenze vorgerückt. Schon bald wurde sich die Bevölkerung des Grenzlandes, so auch die von Birgden, bewusst, dass sie bald in die Kampfhandlungen einbezogen würde.

Anfang September sah man nachts, einem Wetterleuchten gleich, das Mündungsfeuer der Geschütze, und das Donnern und Grollen der Kriegsmaschinerie wurde immer deutlicher wahrnehmbar.

Am 18. und 19. September überschritten dann erstmals amerikanische Soldaten der 2nd Armoured Division unter General Hormon die niederländisch-deutsche Grenze. Sie besetzten den südlichen Teil des Selfkants, Orte der Gemeinde Gangelt und Vororte von Geilenkirchen. Mit dem Ort Stahe betrug für Birgden die Entfernung zur Frontlinie nur noch etwa 1500 Meter. Birgden geriet jetzt in das Zielgebiet der Artillerie. Birgdener, die sich den Räumungsbefehlen der „Braunen“ widersetzt hatten, verbrachten jetzt viele Stunden in den schützenden Kellern.

Am frühen Morgen des 2. Oktobers begannen Einheiten der 29. U.S. Division mit der Einnahme von Kreuzrath und Birgden. Kreuzrath wurde ohne nennenswerten Widerstand eingenommen; dagegen stießen sie in Birgden auf heftige Abwehrkämpfe. Besonders in der Gaterstrasse kam es zu einem erbittert geführten Straßenkampf, bei dem 14 deutsche Soldaten den Tod fanden.

Führend bei diesem Kampf waren die beiden Lts Alwin Ungerlider und Dwight Gentry. Die deutsche Seite wurde von einem Unteroffizier der 176. Infanteriedivision befehligt.

Danach wurde Birgden jeweils bis zu den Gleisen der Kleinbahn in der Horst-Wessel-Straße (heute Bahnhofstraße) und bis zu den Schienen in Starzend besetzt. So blieb die Front bis Anfang Januar bestehen. Die bis dahin noch nicht von den Amerikanern eingenommenen Teile Birgdens wurden zum Niemandsland, das heißt zum Kampfgebiet.

Im November wurden die im Ort verbliebenen Zivilisten von den Amerikanern aus humanitären Gründen in die rückwärtigen Gebiete wie Stahe, Gangelt, Wehr und Süsterseel verteilt. Später nachrückende englische Einheiten evakuierten dann die gesamte Bevölkerung aus den bis dahin von den Amerikanern besetzten Gebieten in das ehemalige deutsche Konzentrationslager Vught in den Niederlanden. Unter Not und Entbehrung mussten in diesem Lager etwa 300 Birgdener zusammen mit circa 6000 Selfkäntern gepfercht in Baracken zu je 160 bis 180 Personen vegetieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert