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Entscheidung für Biogas passiert den Rat

Von: hama
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Auch für Schümm (Bild) ist neben Birgden die Flächennutzung für Bio-Energie jetzt offen. Neben der landwirtschaftlich genutzten Halle (r.) wird bereits im Sammler (l.) Gülle gehortet. Jetzt kann man an die Detailplanung gehen, wie der natürliche Energieträger optimal genutzt werden kann. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Man kann nur jeder Kommune empfehlen, vorausschauend solche Vorrangflächen auszuweisen.” SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Mansel schaute auf das vor rund einen Jahr begonnene Verfahren um die Ausweisung einer Vorrangfläche für Massentierhierhaltung zurück. Am Dienstagabend fasste der Rat den Mehrheitsbeschluss für das Terrain bei Nachbarheid.

Der Antragsteller für den Legehennenbetrieb habe sich kooperativ gezeigt, als die Gemeinde Gangelt und der Kreis Heinsberg Bedenken gegen den ersten geplanten Standort in der Nähe von Vinteln gehabt hätten.

Juristisch hätte sich der Antragsteller vermutlich durchgesetzt, meinte Rainer Mansel: „Auch wenn es Ratskollegen gibt, die das bestreiten: Gänzlich verhindern kann man solche Anlagen zur Intensivtierhaltung nicht.”

Man könne reglementieren, aber nicht boykottieren. „Wer will schon gerne einen Hühner-, Puten- oder Schweinestall in seiner Nähe haben”, zeigte der SPD-Sprecher Verständnis für die betroffenen Bürger, die sich gegen das Projekt stellen. „Als Oppositionsfraktion hätten wir natürlich auch Wahlkampf betreiben und die Ausweisung jeglicher Vorrangflächen ablehnen können”, warf Rainer Mansel indirekt der UB-Fraktion vor.

Die SPD aber sei angetreten, „seriöse und verantwortungsvolle Kommunalpolitik zu betreiben”, und stehe deshalb zu dem Votum für den Standort Nachbarheid. „Wir hoffen, dass sich spätestens nach der heutigen Entscheidung alle als Demokraten einer Mehrheitsentscheidung beugen und Ruhe geben.”

Als „besonders verwerflich” stufte der SPD-Chef die Rolle des Landtagsabgeordneten Bernd Krückel (CDU) ein. Der hatte sich vehement gegen einen Standort in Birgden, nahe Waldenrath, ausgesprochen. „Wer es nicht weiß: Herr Krückel wohnt in Waldenrath!” Die SPD-Fraktion votierte geschlossen für die neue Festsetzung des Flächennutzungsplanes im Norden der Gemeinde.

Änderungen für die Bodennutzung in den Gemarkungen Birgden und Schümm setzte der Rat am Dienstagabend einstimmig in Kraft, gab so das Startsignal für den Bau zweier Biogasanlagen. In Schümm wie in Birgden liegt das vorgesehene Areal abseits der Bebauung. Eine eventuelle Geruchsbelästigung der Bürger war aber gar nicht das Thema, denn SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Mansel hatte schon im Fachausschuss festgestellt, dass das Beispiel der Biogasanlage an den Gangelter Einrichtungen zeige, „das entsprechende Bedenken sich nicht bestätigt haben”.

Mit dem in beiden Biogasanlagen gewonnen Methan, das aus dem Vergärungsprozess von Gülle und Mais entsteht, soll über ein Blockheizkraftwerk elektrische und thermische Energie gewonnen werden.

Es gibt Überlegungen, von Birgden aus die dortige Grundschule, von Schümm aus den Komplex der Grundschule in Breberen mit Wärme zu versorgen. Die Elektrizität wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
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