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Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft: Kein einfaches Verkaufspflaster

Von: Robert Baumann
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Hoffen im Weihnachtsgeschäft auf gute Umsätze: Oliver Schleypen, Inhaber von „Shoe-Point“ Foto: Robert Baumann
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Hoffen im Weihnachtsgeschäft auf gute Umsätze: Klaudia Gerards, Filialleiterin des Modegeschäfts „Stamm Foto: Robert Baumann
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Hoffen im Weihnachtsgeschäft auf gute Umsätze: Kathrin Lyne von de Berg (li.),Mitinhaberin, und Verkäuferin Jacqueline Klosha von der Buchhandlung „Lyne von de Berg“ Foto: Robert Baumann
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Hoffen im Weihnachtsgeschäft auf gute Umsätze: Klaudia Beaujean, Inhaberin von „Kö 3 – Musik und Trends“ Foto: Robert Baumann

Geilenkirchen. Es sind nur wenige so dreist. Aber es gibt sie, bestätigt Oliver Schleypen. „Wir haben auch Kunden, die nach ganz speziellen Schuhen fragen, anprobieren, und dann sagen, dass sie das Paar im Internet bestellen“, erzählt der Inhaber des Schuhgeschäfts „Shoe-Point“ in der Geilenkirchener Innenstadt und betont: „Es sind wirklich Einzelfälle.“

Einen eigenen Online-Handel hat der „Shoe-Point“ nicht. Die Schuhe sind nur vor Ort im Laden zu haben. „Ein Web-Shop ist sehr aufwendig in der Erstellung und bringt für stationäre Geschäfte erfahrungsgemäß nur ein Prozent Umsatzsteigerung“, weiß Schleypen. Er setzt als Inhaber vielmehr auf die Vorteile eines stationären Fachgeschäfts. „Wir bieten eine entspannte Atmosphäre und wollen dem Kunden ein Einkaufserlebnis bieten“, sagt Schleypen, der mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern ein für den Standort Geilenkirchen recht großes Geschäft betreibt.

Erlebnis Einkauf

Auf das Erlebnis Einkauf lassen sich einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte zufolge wieder mehr Menschen in der Weihnachtszeit ein. Zwar gaben zwei Drittel an, das Internet zur Geschenksuche und zum Preisvergleich zu nutzen. 46 Prozent kaufen dann auch online, die Mehrheit ziehe aber den stationären Handel vor. Auch eine Umfrage der Hochschule für Ökonomie & Management kommt zu dem Ergebnis: Einkaufszentrum, Fachgeschäft oder Warenhaus werden der Bestellung über das Internet vorgezogen.

Das sind also erst mal gute Nachrichten für den Einzelhandel – auch, wenn das Weihnachtsgeschäft in Geilenkirchen noch verhalten läuft. Noch. „Die Temperaturen spielen nicht mit“, sagt Schleypen. Deshalb sehne er sich den Schnee herbei. „Und eisige Temperaturen wären schön“, ergänzt Schleypen seinen vorweihnachtlichen Wunschzettel. Generell sei der Standort Geilenkirchen für ein Fachgeschäft wie das seine schwierig. Denn viele fahren zum Einkaufen lieber nach Aachen, Heinsberg oder sogar Mönchengladbach.

Das beobachtet auch Klaudia Beaujean, Inhaberin von „Kö 3 – Musik und Trends“. „Geilenkirchen ist zum Shoppen nicht besonders attraktiv, und das Käuferpotenzial ist gering“, sagt sie. An Samstagen außerhalb der Weihnachtszeit könne sie ihren Laden eigentlich zumachen, sagt Beaujean, die Dekorationsartikel und eine kleine Auswahl an CDs anbietet. „Die Kunden wollen die Ware anfassen, in die Hand nehmen“, sieht Beaujean die Vorteile gegenüber der Online-Bestellung. Zudem sehe die Ware im Internet häufig nicht so aus, wie dann in echt. Vor allem von Stammkunden würde ihr Laden leben. Neukunden hätte sie so gut wie keine.

Ähnlich geht es dem Modegeschäft „Stamm“. Auch dort geht in erster Linie Stammkundschaft ein und aus. „Wir haben einen sehr engen Kontakt zu unseren Kunden, die uns auch viel Privates erzählen“, sagt Filialleiterin Klaudia Gerards. Online biete das Modegeschäft sein Sortiment nicht an. Dass Kunden kommen, Ware anprobieren und sich Größe und Artikelnummer aufschreiben, um den Artikel später im Netz zu bestellen, haben die Verkäuferinnen schon erlebt. „Meistens sind es junge Leute“, sagt Gerards, aber wie beim Schuhgeschäft „Shoe-Point“ sei dieses Verhalten die Ausnahme.

Eigene Leseerfahrungen

Einen Verkauf über das Internet bietet auch die Buchhandlung „Lyne von de Berg“ nicht an. „Das würde sich für uns nicht lohnen“, sagt Mitinhaberin Kathrin Lyne von de Berg. „Service, Freundlichkeit, eigene Leseerfahrungen – damit können wir gegenüber dem Internet punkten“, meint die 31-Jährige. Das Weihnachtsgeschäft sei die Umsatzhochzeit schlechthin. Vor allem eine persönliche Beratung für ein Geschenk werde dann mehr gewünscht.

Im Online-Handel insgesamt ließen die Wachstumsraten zuletzt nach. Dennoch bleibt das Online-Geschäft eine große Konkurrenz für den stationären Handel. Denn während im Online-Geschäft ein Plus von 18 Prozent im Geschäft vor Weihnachten erwartet wird, rechnet man im gesamten Handel nur mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent.

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