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Einheitliches Votum für Spielplatz erhofft

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Der Dorfplatz im Zentrum Schierwaldenraths könnte in seiner Randlage auch den neuen Kinderspielplatz aufnehmen. Angesprochen wurden sowohl der Garten neben dem alten Pfarrhaus (Bild) wie auch eine Fläche neben dem Kindergarten (rechts vom Dorfplatz).

Gangelt-Schierwaldenrath. Wo wird er gebaut werden können, der Kinderspielplatz von Schierwaldenrath? Er gehöre in die Dorfmitte, wird jetzt in die politische Debatte geworfen, nachdem sich früh im vorigen Jahr die Fraktion der Freidemokraten des Themas angenommen und mögliche Standorte gegenübergestellt hatte.

Einigkeit herrschte schon vor Jahresfrist in den unterschiedlichen politischen Lagern darüber, dass der bestehende „Spielplatz” hinter dem Feuerwehrhaus diesem Namen nicht mehr gerecht werde. Der Platz ist inzwischen abgeräumt.

Damals schon fiel zum ersten Mal das Stichwort „Bahnhof” (der Historischen Eisenbahn) als Fläche für einen neuen Spielort der Kinder. Unter dem Eindruck, die Mehrheit der Bevölkerung werde diesen Ort nicht akzeptieren, lehnte die CDU diesen Vorschlag der FDP ab.

Platz für Generationen

Die Öffnung für die Ortsteile auch der Gemeinde Gangelt am Projekt „Dorfwerkstätten” des Selfkant-Verbundes hätten bei einem Zuschlag für Schierwaldenrath professionelle Unterstützung bei der Spielplatzfrage gebracht. Das hörte die FDP von Ortsvorsteher Hans Ohlenforst (CDU) und dem sachkundigen Bürger Heinz-Josef Schlicher. Die Dorfgemeinschaft habe sich, wörtlich, entschieden für einen „Spiel- und Rastplatz als Mehrgenerationenplatz”.

Der Projektzuschlag erreichte aber nicht Schierwaldenrath. Wie sollte dieses Stück Dorfentwicklung nun weitergehen? Gegen ein ins Auge gefasste zentral gelegenes Grundstück wandte die FDP die Bedenken ein, dass sich diese Fläche im Privatbesitz befinde. Würden die Eigentümer einer Spielplatznutzung gegen Miete zustimmen, sei zu fragen, warum die Gemeinde das Geld aufbringen sollte, wenn sie andererseits ein eigenes Terrain ins Spiel bringen kann. Das nämlich am Rand der Selfkantbahn-Station Schierwaldenrath.

Wie Fraktionssprecher René Stegemann Ende September 2010 dem Bürgermeister schrieb, könnte der neue Spielplatz an der Bahn und in Sicht der dortigen Gaststätte touristisch von Vorteil sein. Der Lokalinhaber zudem „übernähme die Verantwortung für Kontrolle, Sauberkeit und Instandhaltung” des Spielplatzes.

Die Wahl zwischen dem Privatgrundstück in der Nähe des Kindergartens und der Fläche an der Historischen Bahn stand auch im Raum im jüngsten Ausschuss der Gemeinde für Kultur und Soziales. Vorsitzender Dr. Heiner Breickmann attestierte, dass mit dem ehemaligen Kinderspielplatz Probleme aufgetreten seien. Wohin mit dem Neuen?

Mit dieser Frage sollte sich die gesamte Bevölkerung des Ortes befassen, appellierte Heinz-Josef Schlicher, sachkundiger Bürger, vor dem Gremium. Er stelle sich vor, dass ein Platz im Zentrum zu favorisieren sei, nicht am Ortsrand, also an den Schienen. Dort komme die für ihn noch nicht sichere Ausbauführung der Bundesstraße 56 neu als Gegenargument hinzu. In unmittelbarer Nähe des Kindergartens könnte der Platz auch für die Kita nutzbringend sein.

Nicht schlüssig waren für Heinz-Josef Schlicher die Argumente der FDP über die soziale und sachliche Kontrolle des Spielplatzes neben den Gleisen: „Der Wirt der Gaststätte weiß auf Rückfrage nichts von solchen Zusagen.”

Erstaunen bei Ingrid Heim, die im Ausschuss die Freidemokraten vertritt. Sie wisse nichts davon, dass der Gastronom seine Zusage zurückgezogen habe, da dieser doch bei vorherigen Anfragen großes Interesse an der Entwicklung zeigte. So könnte ein „interessanter Begegnungsraum” entstehen, sagte Ingrid Heim, der dem Umfeld auch noch zusätzliche Einnahmen brächten.

Die Vorschläge seien allesamt „gut gemeint”, lenkte Bürgermeister Bernhard Tholen ein. Dem Stichwort Spielplatz möge man Priorität über den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” einräumen. So sammle man auch die Bürgerschaft vereint hinter den Plänen. Die Gemeinde Gangelt sei bereit, das Projekt zu fördern, „aber in begrenzter Höhe”, schickte der Verwaltungschef voraus.

Weniger der Verlauf der neuen B56 sei ein Problem, da eindeutig planbar, sondern die hohe Besucherfrequenz von rund 500 Bahngästen „an guten Tagen”, so Bernhard Tholen. Deshalb sei ein Spielplatz nahe der Bahn „schwer vermittelbar”. Und schließlich müssten Kinder, um von der Dorfmitte dorthin zu kommen, eine Landesstraße überqueren, warf Dr. Heiner Breickmann ein.

In die Debatte hatte sich ein weiteres Stichwort für den Standort gemischt: der Pfarrgarten. Ortsvorsteher Hans Ohlenforst sagte auf Anfrage, bei der zukünftigen Verwendung von Pfarrhaus und -garten sei mit dem Eigentümer, der Kirche, „eine lange Debatte zu befürchten”, zumal der Pfarrgemeinderat von einer solchen Anfrage offiziell gar nichts wüsste.

Die FDP-Fraktion hat das Thema noch einmal aktuell beraten. Vorsitzender René Stegemann gab daraus wieder, dass der Wunsch der Schierwaldenrather zum Spielplatz-Standort maßgebend sei. „Etwas anderes als die Bürgermeinung”, so der FDP-Chef, „ist nicht umsetzbar.”
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