Eindringliche Kampagne gegen die fiesen Hundehaufen

Von: Markus Bienwald
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Die Kunststofftüte über die Hand ziehen, nach der Aufnahme des Hundekots die Tüte „auf links” drehen, den Behälter verknoten - und fertig zur Entsorgung. So kann eine schlichte und oft praktizierte Methode zu weniger Verschmutzung und Ärgernis durch Hundekot in der Öffentlichkeit aussehen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Seit ein paar Schritten wird der Spaziergänger im Park das Gefühl nicht los, dass etwas nicht stimmt. Ein kurzer Halt, ein leicht ungelenker Blick auf die Schuhsohle - und alles ist klar: Wieder einmal ist er in einen Hundehaufen getreten.

Diese Situation ist alltäglich, in unserer Region, in der Stadt. Sie ist ein Ärgernis für alle Bürger und sollte es auch für die Hundehalter sein. Die Stadtverwaltung will dem Missstand tierischer Hinterlassenschaften entschieden entgegensteuern. Mit einer Kampagne soll den Verunreinigungen von Verkehrsflächen und Anlagen durch Hunde entgegengewirkt werden.

Rund 2000 Hunde gemeldet

So stand es zumindest als Beschlussempfehlung auf der Tagesordnung des Ausschusses für Feuerwehr, Ordnung und Sicherheit. Angestoßen durch zwei Bürgeranfragen und Aktivitäten in anderen Kommunen, macht sich die Stadtverwaltung Gedanken, wie die rund 2000 angemeldeten Hunde in der Stadt zu einem allgemein verträglichen Gassigang gebracht werden können.

An Versuchen aus der Vergangenheit mangelt es nicht. Verbotsschilder mit dem Logo eines Hundes, der sein „Geschäft” verrichtet, schienen ebenso wirkungslos wie die eingerichteten „Hundestationen”. Die enthielten abreißbare Kleinbeutel auf einer Rolle, mit denen der Kot recht praktisch aufgenommen und im Restmüll entsorgt werden konnte.

Doch die Behälter waren schon wenige Stunden nach der Befüllung wieder leer, so dass die Stadt den Versuch einstellte. „Anscheinend waren diese auch für private Mülleimer oder Ähnliches geeignet”, lieferte dazu die Sitzungsvorlage eine Erklärung.

Im Jahr 2005 wurde schließlich über den Baubetriebshof ein Vakuumsauger angeschafft, der im Stadtgebiet nicht nur Flaschen oder Zigarettenkippen, sondern auch Hundekot aufsaugt. Doch damit werde das Problem nicht gelöst, ist die Stadtverwaltung sicher. „Hier muss eine Änderung im Bewusstsein passieren”, betont der Erste Beigeordnete Engelbert Piotrowski. Er stellte klar, dass es weder eine rechtliche Handhabe gebe, die Hundehalter zum Mitführen von Kotbeuteln zu zwingen, noch die bisherigen Verwarnungsgelder von 15 bis 35 Euro zu erhöhen.

Auch der Einsatz der drei städtischen Mitarbeiter im Ordnungsdienst könne nur punktuell Wirkung zeigen, resümierte Engelbert Piotrowski im Ausschuss: „Denn der Hundehalter wird den Kot nicht einfach liegen lassen, wenn jemand vom Außendienst in der Nähe ist.”

„Wir alle wissen, dass wir dieser Massenverunreinigung nicht mehr Herr werden”, befand auch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Er regte sich vor allem über solche Hundehalter auf, die ihre Vierbeiner seelenruhig Kinderspielplätze verschmutzen ließen.

Hinweise zum richtigen Verhalten, wie sie die Stadt in diesen Tagen mit der Hundesteuer samt Steuermarke verschickt, könnten hier wenig ausrichten. Dabei machten die Verantwortlichen nochmals klar, dass die Hundesteuer keine zweckgebundene Steuer sei, die auch dazu beitrage, die Beseitigung der Hinterlassenschaften zu finanzieren.

„Mit der Hundesteuer biste von der Kacke nicht weg”, formulierte der Erste Beigeordnete sehr locker.

Auf die Frage von SPD-Sprecher Heiner Weißborn, wie die Kampagne gegen den Hundekot aussehen sollte, gab es an diesem Abend keine klare Antwort. Wohl auch deshalb entschied sich Christian Peters, Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, gegen die Idee einer Aktion. „Der Aufwand steht wohl in keiner Relation zum Erfolg”, sagte er.

Die übrigen Ausschussmitglieder votierten dafür, zumindest eine Kampagne gegen achtlos hinterlassenen Hundekot zu starten.
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