Übach-Palenberg/Hoffenheim - Ein Übach-Palenberger als Spielanalyst bei Hoffenheim

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Ein Übach-Palenberger als Spielanalyst bei Hoffenheim

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg/Hoffenheim. Die Steilvorlage kam zur rechten Zeit, am rechten Ort. Er nutzte sie, und nun spielt er mit der TSG Hoffenheim 1899 in der 1. Bundesliga. Seine Erfolgsstory ist identisch mit der des Aufsteigers aus der Heidelberger Fußball-Provinz.

Lars Kornetka hat den Durchmarsch der Rangnik-Elf von der 2. und in die 1. Bundesliga nicht nur miterlebt, nein, er hat auch daran Anteil.

Lars Kornetka gehört nicht zur Stammelf, Lars Kornetka ist auch kein Name, der im Canon mit Ibesevic, Comper, Beck, Obasi oder Weiß durch die diversen Sportsendungen und -gazetten gereicht wird. Der 31-Jährige ist nicht der Mann, der vor den Augen der Öffentlichkeit die Fäden zieht. Aber sein Wort hat Gewicht bei den Profi-Kickern und, vor allem, bei Übungsleiter Ralf Rangnik - Kornetka ist ein elementarer Teil des Hoffenheimer Coach-Teams.

Und das ist alles? Eben nicht. Sonst wäre er keiner Erwähnung an dieser Stelle wert. Lars Kornetka ist ein Übach-Palenberger Junge, der den Weg und sein Glück nach beziehungsweise in Hoffenheim gefunden hat.

Die Weichen waren günstig gestellt. „Ich habe an der Sporthochschule Köln Sportjournalismus studiert. In diesem Zusammenhang habe ich verschiedene Praktika unter anderem bei der Sportschau der ARD und bei DSF absolviert. Bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland war ich für die ARD im Einsatz”, erinnert Kornetka an die Anfänge seiner steilen Karriere. Einen Bekanntheitsgrad in der Branche hatte sich der Sportjournalist bereits verschafft, als er bei der Hockey-WM von keinem Geringeren als Bernhard Peters, seinerzeit Erfolgstrainer der Hockey-Herren und nunmehr Direktor für Sport und Jugendförderung bei der TSG, für den Job in Hoffenheim begeistert wurde.

„Jetzt mache ich dort etwas, was man nicht Lehrberuf nennen kann. Ich bin Videoanalyst, sprich Spielanalyst”, erklärt Kornetka. Dafür müsse man Leidenschaft, Engagement und Zuverlässigkeit mitbringen. Vertrauen sei ein enormer Bestandteil in diesem Geschäft.

Der Videoanalyst ist eine Spezies, die trotz aller Innovationen in deutschen Clubs, längst nicht überall zu finden ist. Und wenn der große FC Barcelona und die kleine TSG Hoffenheim etwas gemeinsam haben, dann ist es der Videoanalyst. Aber nicht nur der: „Auch wir versuchen, Pressing auf höchstem Niveau zu spielen.”

Auf dem Video erkenne ich, was falsch, was richtig gemacht wird. „Das Zusammenwirken zwischen Analystem, Trainerstab und Spielern ist Teil unseres Erfolges”, sagt der gebürtige Scherpenseeler, der die erstklassige Bundesliga-Luft in Hoffenheim offensichtlich genießt und gar nicht an einen Wechsel wohin auch immer denken mag: „Die TSG ist einer der fortschrittlichsten Fußballvereine Deutschlands. Ich kann meine Ideen mit einbringen, ohne dass mir Steine in den Weg gelegt werden. Entscheidend ist das Betriebsklima, nicht das Renommee des Clubs.”

Abschrecken kann den 31-Jährigen auch nicht die Tatsache, dass er „sieben Zwölf-Stunden-Arbeitstage die Woche” malocht. Die „hochprofessionelle Einstellung” im Verein des Mäzen Dietmar Hopp (früherer SAP-Inhaber) fasziniert ihn. Er werde für die Schufterei entschädigt, wenn er solch aufregende und aufgeregte Glücksmomente im Spiel etwa gegen Bayern München oder den Hamburger SV erleben dürfe.

„Die TSG hat viel geleistet, und an dieser Erfolgsschraube habe ich ein wenig mitgedreht”, freut sich Lars Kornetka, der Mann, der Bilder und Spieler laufen lässt. Doch der Lauf, der überragende Lauf in der Hinrunde war auch für den Videoanalysten phänomenal, sprich nicht völlig erwartungsgemäß: „Wir haben viel Glück gehabt, weil wir von schweren Verletzungen verschont blieben. Dann, nur dann ist alles drin. Aber wir sind keine Träumer.” Kornetka ist trotz allem Hype um die Provinz-Truppe aus dem nagelneuen Rhein-Neckar-Stadion Realist geblieben und rechnet zum Saisonende mit einem soliden „Tabellenplatz acht bis zehn”.

Wie steht es mit dem Ziel aller Ziele - der Teilnahme an der Champions League? Warum eigentlich nicht, wenn der Videoanalyst weiter erfolgreich das Pressing des FC Barcelona kopiert. „Barcelona im Rhein-Neckar-Stadion, das wäre verlockend”, lässt Kornetka den Blick in eine Fußballwelt voller Visionen schweifen, die den Weg zu den legendären Arenen Europas öffnen würde.

Und Übach-Palenberg, die Heimatstadt? Lars Kornetka, der Vielarbeiter: „Zu Stippvisiten habe ich leider selten Zeit. Aber vielleicht steigt Alemannia in die 1. Bundesliga auf, bei einer Begegnung gegen Aachen böte sich ein Abstecher nach Übach-Palenberg an.” Auch nur eine Vision?
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