Ein Schlüssel-Erlebnis hinter der Rauschbrille

Von: mabie
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Im Beisein der Beratungslehrerin in Suchtfragen, Sabine Steinbeck (2.v.r.), mixten die Schüler der 8. Jahrgangsstufe in der schuleigenen Küche ihren Gästen und sich alkoholfreie Cocktails. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Kaffee-Likör? Ein Bierchen? Oder gar einen ausgewachsenen Cocktail gefällig? Zu all dem sagten die Eltern von Schülern der Jahrgangsstufe acht der städtischen Realschule in Übach-Palenberg am Dienstagabend Nein. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, denn auch an diesem Abend wurde in der Schule kein Alkohol ausgeschenkt.

Obwohl es eigentlich ein flotter „Cocktailabend” mit den klangvollen Drinks „Black meets White”, „Peaches”, „Fresh Jungle” oder „Yellow Submarine” werden sollte. Der Abend war auch flott, Eltern wie Lehrer und auch die Schüler, die für ihre Erzieher und Erziehungsberechtigten vier verschiedene Drinks mixten, hatten auch ohne Alkohol viel Spaß.

Vorschrift gegen Realität

Auch das war ein Baustein der Projektwoche zum Thema „Alkohol” mit dieser Jahrgangsstufe. Die Beratungslehrerin in Suchtfragen, Sabine Steinbeck, und ihr rühriges Team hatten dazu ein pralles Programmpaket geschnürt. „Obwohl es vom Gesetz her kein Thema sein dürfte, ist Alkoholkonsum bei den 13- bis 14-Jährigen ein Thema”, weiß sie aus der Praxis. Denn in diesem Alter kursieren nicht nur Geschichten vom Alkoholkonsum im Umfeld der jungen Menschen, sondern sie probieren jetzt auch verbotenerweise etwas aus.

„Das Interesse, darüber zu reden, ist auf jeden Fall sehr groß”, so die Biologielehrerin, und natürlich gilt es auch viele Mythen rund um die berauschende Wirkung der Volksdroge zu klären. Das kann sie als Biologielehrerin vor allem aus fachlicher Sicht. Gemeinsam mit ihren Kollegen Gisela Thelen-Graß und Günther Konstaty informierten sie.

Begonnen mit der Zusammensetzung von Alkohol, den Unterschieden zwischen verschiedenen Alkoholika, wie deren Stärke zu ermitteln ist, bis hin zu den Auswirkungen. „Hier hatten wir eine Rauschbrille im Einsatz, deren Wirkung von den Schülern getestet wurde”, sagt Sabine Steinbeck.

Dabei kam es auch zu einer „Schlüsselszene”, denn natürlich wurde - mit der Rauschbrille auf der Nase - versucht, den fallengelassenen Schlüsselbund wieder aufzuheben. Neben viel Informationsmaterial sowie der grundsätzlichen Aufklärung darüber, was Sucht eigentlich ist, und der Erklärung durch Ilona van Halbeek, der Beauftragten für Suchtprophylaxe im Kreis Heinsberg, ging die Woche aber noch viel tiefer.

„Der Besuch eines Mitglieds der Anonymen Alkoholiker ging besonders unter die Haut”, erinnert sich die Lehrerin. Der Gast schilderte seinen Weg in die Sucht, sein stetes Fallen, seinen Kampf und vor allem all das Persönliche, das an dieser Erkrankung hängt. Dazu hatten die Schüler die Möglichkeit, offen ihre Fragen zu stellen und erfahren, wie die Sucht den Menschen verändert.

Um den Eltern aber nicht nur vorzuführen, wie köstlich und erfrischend Cocktails ohne Alkohol sein können, gab es neben den guten Getränken weitere Informationen. Unterstützt von den Lehrern Maria Peter, Hildegard Houben-Viethen, Stefan Starek, Kathrin Werner und Barbara Fontein, die zum Mitmachen beim landesweiten DAK-Plakatwettbewerb „bunt statt blau” aufforderten, kamen noch zwei weitere Fachleute zu Wort.

So erläuterte Friedrich Mathieu vom Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Heinsberg, was sich rund um die gesetzlichen Bestimmungen zum Thema Alkohol entwickelt. Klaus Poschen von der AOK im Kreis Heinsberg gehörte neben Friedrich Mathieu zu den Diskussionsteilnehmern über die Thematik „Jugendliche und Alkohol”, die gemeinsam mit den Eltern erörtert wurde.
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