Geilenkirchen - Ein musikalisches Potpourri aus vielen Stilepochen

Ein musikalisches Potpourri aus vielen Stilepochen

Von: Johannes Gottwald
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In der Kapellle des Missionshauses Loherhof erlebten Besucher den ersten größeren Auftritt des neugegründeten Chores „O-Ton“. Foto: Gottwald

Geilenkirchen. Früher war die Kapelle des Missionshauses Loherhof ein Ort der Einkehr und des Gebetes, heute jedoch dient sie vielfach als Konzertsaal. Zuletzt erlebte man dort sogar den ersten größeren Auftritt des neugegründeten Chores „O-Ton“ , in dem sich viele musikbegeisterte jüngere und ältere Menschen zu einem Klangkörper von beachtlicher Qualität zusammengefunden haben.

Der erste Teil des Konzertes mit dem sinnigen Motto „Nimm zwei“ gehörte jedoch der Gruppe „4-cant“, einem vierköpfigen Soloquartett, das aus ehemaligen Mitgliedern des Chores der evangelischen Kirche von Randerath hervorgegangen ist. Sie präsentierten ein farbiges Programm aus mehreren Stilepochen.

Die ersten fünf Nummern gehörten der Welt von Film, Schlager und Musical an. Unter der dezenten automatischen Begleitung eines Keyboards erklang zunächst „That´s for friends of all“, gefolgt von dem Gesang „I need the love of you“ aus dem Musical „Die Elenden“. Auch mit dem Schlager „Halleluja“ traf „4-cant“ genau den Nerv des Publikums, „New York“ und „Over the rainbow“ riefen ebenfalls großen Applaus hervor. Aber auch das deutschsprachige Liedgut beherrschte „4-cant“ auf gekonnte Weise: Die drei Lieder „Wochenend´ und Sonnenschein“, „Ein Freund, ein guter Freund“ und „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists gefielen mit ihrer umwerfend humorvollen Interpretation – da konnte man es wieder einmal nur bedauern, dass dem Wirken des berühmten Männersextettes aus der Weimarer Zeit durch die Nationalsozialisten ein so frühes Ende bereitet wurde.

Dann kündigte die Sprecherin Susanne Faßbender einen grundlegenden Stilwechsel an: Der altertümliche „Greensleve“ und das altenglische Liebeslied „Come again“ aus der Feder von John Dowland führten in die Zeit der Renaissance. Mit herrlich klingenden Stimmen zogen diese A-cappella-Gesänge die Zuhörer in ihren Bann. Die abschließende Zugabe „The Lord bless you and keep you“ von John Rutter erinnerte dann an die kirchlichen Ursprünge von „4-cant“.

Ohne Pause ging es dann sofort in den zweiten Konzertteil: Mit dem Gesang „Go to swing the little Baby“ zog der Chor „O-ton“ in die Kapelle ein. Was sich so lieblich anhörte, hatte allerdings einen düsteren Unterton, wenn man den Film kennt, aus dem diese Musik stammt. Auch die nächsten Stücke, die Christoph Jansen virtuos am Klavier begleitete, kamen meist aus dem Bereich des Films. Temperamentvoll entfaltete sich „The Queen“, etwas verhaltener dagegen „What is love“. Schade nur, dass alle Liedvorträge auf Englisch dargeboten wurden, denn damit blieb trotz der kurzen Erläuterungen der Chorleiterin Manuela Frey doch manches unverständlich.

Das Publikum ging trotzdem leidenschaftlich mit, schon beim vierten Lied „I´m beautiful in my way“ klatschten die Zuhörer begeistert im Takt. Von großer Klangschönheit und tiefer Andacht erfüllt war der gospelartige Hymnus „Down in the river to pray“, bei „Titanium“ brachte man der Solistin Katja Hudzik stehende Ovationen entgegen.

Glockenreine A-cappella-Klänge waren zu Beginn von „Fever get ready“ zu vernehmen, „In the deep“ und „Angels“ wurden ebenfalls mit stürmischem Beifall bedacht. Als Zugabe aber hatte die Dirigentin Manuela Frey noch ein besonderes „Bonbon“ parat: Die Zuhörer wurden zum Mitsingen eines Kanons aufgefordert. Es fiel auch gar nicht schwer, in die Melodie und die (im Monitor eingeblendeten) Worte „Rhythm and Syncopation, that is the true foundation of the Samba and the Rumba and the Cha-Cha-Cha“ einzufallen. Unter diesen Tönen zog der Chor „O-Ton“ wieder aus der Kapelle heraus – und konnte anschließend seinen ersten großen Konzerterfolg mit einem Imbiß und Sekt feiern, wozu selbstverständlich auch das Publikum eingeladen war.

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