Übach-Palenberg - Ein Monument 50-jähriger Chorgeschichte

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Ein Monument 50-jähriger Chorgeschichte

Von: Markus Bienwald
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Schon bei früheren Gelegenheiten nutzten die Herren des Werks-Chores Schlafhorst nicht nur die ehemalige Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) für Konzerte, sondern sangen gerne auch im Verbund mit anderen Chören. Foto: Markus Bienwald
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Hans Berris (l.) und Kurt Müller freuen sich auf die Aktivitäten zum 50-jährigen Bestehen.

Übach-Palenberg. Die Zahl der Ordner, die bei ihm Zuhause die Aufschrift „Werks-Chor Schlafhorst“ tragen, hat Hans Berris nicht gezählt. Auch nicht die Stunden freiwilliger Arbeit, die der begeisterte Sänger in „seinen“ Verein investiert hat.

Das bisher letzte, das er nicht gesanglich investiert hat, trägt den simplen Titel „50 Jahre Werks-Chor Schlafhorst“, zählt rund 14 penibel getippte DIN-A4-Seiten und ist eine Essenz dessen, was den einstigen Meisterchor so auszeichnete.

„Das war schon ein Haufen Arbeit“, sagt Berris. Stolz ist er und trägt sein breites Lächeln gerne hinaus, weil er weiß, dass er damit ein Monument der Vereinsgeschichte geschaffen hat. Denn Berris ist Gründungsmitglied des Vereins, krönte seine jahrzehntelange Vereinsarbeit mit dem Titel des Ehrenvorsitzenden und ist aus den Reihen der aktiven Sänger nicht wegzudenken.

Dort findet sich auch Kurt Müller, der amtierende Vorsitzende der kleiner werdenden Sängerschar. „Nachwuchs zu finden, ist ein echtes Problem“, sagt Müller, Berris nickt dazu, denn der in Spitzenzeiten Mitte der 1980er-Jahre bis zu 50 Mann starke Chor zählt heute gerade einmal 17 Aktive. „Aber der Spaß an der Musik und an der festen Gemeinschaft im Chor, der ist immer geblieben“, ist Kurt Müller sicher.

Segen zum Singen

So freut er sich schon jetzt auf die beiden Highlights des Jubiläumsjahres: Den Ehrenabend am 29. März ab 18 Uhr im Seniorenzentrum am Palenberger Bahnhof und das Jahreskonzert am 26. Oktober in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums. Dort liegt auch ein wenig die Wiege des Vereins, der die Halle heute immer wieder für seine Konzertabende nutzt.

Denn die Schließung der früheren Gewerkschaft Carolus-Magnus hat nicht nur eine Lücke in der Wirtschaft der damaligen Zechengemeinde hinterlassen. Mit der Neuansiedlung der Firma Schlafhorst – heute Saurer Schlafhorst – wurde ein neues Kapitel Übach-Palenberger Industriegeschichte aufgeschlagen.

Schon am 29. Februar 1964 begann die Arbeit mit und um den neuen Schlafhorst-Chor. Erster Chorleiter wurde Johannes Bröckers, auch von der damaligen Werksleitung, die noch in Mönchengladbach beheimatet war, gab es den Segen zum Singen. Ende 1964 waren 36 Aktive dabei, doch bis zum ersten Konzert dauerte es noch bis 1967, damals im Aufenthaltsraum des Werkes.

Mit Lambert Kitschen folgten 1975 der erste Chorleiter und der Aufstieg zum Meisterchor 1977. Unter anderem Böhmische Fiedellieder sorgten dafür, dass die Männerstimmen aus Übach-Palenberg am 14. Mai 1977 zum Meisterchor des Sängerbundes NRW wurden. Selbst eine Schallplatte wurde anlässlich des Erfolges gepresst.

Ein echter Glücksgriff

Jahreskonzerte, Ehrungen und die Verpflichtung von Heinz Görges als drittem Chorleiter, der Mitte 1985 seine Arbeit aufnahm, schrieben die Erfolgsgeschichte weiter. Doch die Ära Görges endete 1998, Steffi Bade als Interimslösung hielt leider nur sechs Wochen, weil sie eine Stelle als Lehrerin in Singapur angenommen hatte. „Dass wir aus dem Reigen der wahrlich dünn gesäten Chorleitergilde der hiesigen Umgebung den richtigen und attraktiven Nachfolger fanden, war wohl mehr Glückssache“, schreibt Berris weiter.

Aber mit Helmut Esser wurde genau dieser Glücksgriff getan und seit Anfang 1999 ist er bis heute der offizielle Mann vor den Männern.

Die freuen sich übrigens nicht nur auf den Ehrenabend und das Jahreskonzert. „Wir haben auf dem Dachboden von Heinz Görges noch Tonbänder mit alten Aufnahmen gefunden“, erzählt Kurt Müller. Unbeschriftet waren sie, aber zum Glück in bestem technischen Zustand. „Die Bänder werden derzeit gesichtet und überspielt“, weiß Müller, „und bald können wir zum Beispiel eine tolle Aufnahme der ‚Deutschen Messe’ von Schubert in Kornelimünster aus den 70er-Jahren auf CD präsentieren.“

So blickt der Werks-Chor Schlafhorst in diesem Jahr auch akustisch zurück in eine Zeit, als noch viele Männer dort sangen.

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